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14.01.2009

IT-Budgets bleiben trotz Krise konstant

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Vor allem in Europa und den USA haben sich die IT-Budgets gegenüber 2008 nicht nennenswert verändert. Massive Kürzungen sind selten.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage wollen die meisten Unternehmen ihre IT-Ausgaben in diesem Jahr nicht zurückfahren. Das ergab eine zwischen Mitte September und Mitte Dezember 2008 von Gartner betriebene weltweite Umfrage unter 1527 CIOs. Demnach bleiben insbesondere bei Anwendern aus Europa und USA die IT-Budgets gegenüber 2008 konstant.

Moderate Einschnitte

Unter dem Strich steigen die IT-Ausgaben in diesem Jahr weltweit um durchschnittlich 0,16 Prozent, in Europa sogar um 0,48 Prozent, so die Umfrageergebnisse. In Deutschland seien sie zwar rückläufig, allerdings nur um 0,38 Prozent. "Es hätte schlimmer kommen können", so das Fazit von Dave Aron, Vice President Research bei Gartner und Autor der Studie. Wenn überhaupt, nähmen die Anwender moderate Einschnitte vor: "Budgetkürzungen um zehn Prozent oder mehr planen in Europa nur acht, in Deutschland zehn Prozent der Firmen."

Dass die Einschnitte nicht stärker ausfallen, liegt laut Aron zum einen daran, dass die meisten Anwender ihre IT-Ausgaben in den vergangenen Jahren nicht nennenswert erhöht hätten. Zum anderen sei das Image der IT besser geworden: "In der Dotcom-Krise galt die IT als Teil des Problems, heute erhofft man sich von ihr eine Lösung." Die IT-Abteilungen würden als Partner gesehen, die helfen, die Kosten zu senken und das Business effektiver zu machen.

Restrukturierung tut not

An einer Restrukturierung der IT-Budgets kommen die CIOs allerdings in diesem Jahr nicht vorbei: "Die Lage ist so schwierig wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr", warnt Mark McDonald, Head of Research bei Gartner.

Bei der Entscheidung, wo gekürzt und wo investiert werden soll, müssten die CIOs wesentlich strategischer denken als bisher, fordert Aron: "2009 kommt es darauf an, die Prioritäten dahingehend zu setzen, was für das Business wichtig ist, und alles andere hintanzustellen." Die einzelnen Maßnahmen hingen auch vom jeweiligen Stand der IT ab. So seien einige Firmen noch dabei, ihr Backoffice zu automatisieren. Andere befassten sich bereits mit Management- und Kundenprozessen. "Patentrezepte wie Komplett-Outsourcing oder Zentralisierung funktionieren nicht mehr. Jeder Anwender hat ein eigenes Geschäftsmodell, von dem sich die IT-Strategie ableitet."

Bei den Business-Zielen hat die Verbesserung der Prozesse - wie in den Jahren zuvor - weltweit, europaweit und in Deutschland oberste Priorität. Allerdings sei diese Definition recht allgemein, räumt Aron ein. "Es kommt natürlich auch darauf an, wie die Prozesse verbessert werden: ob durch mehr Effizienz, mehr Effektivität, mehr Agilität oder durch eine höhere Integrationsfähigkeit." Am zweitwichtigsten ist es für die CIOs, die Unternehmenskosten zu senken, gefolgt von dem Anspruch, die Arbeit effektiver zu machen (siehe Kasten "Business-Ziele der CIOs 2009").

Business-Ziele der CIOs 2009

  • Verbesserung der Prozesse;

  • Kostensenkung;

  • effektivere Arbeitsabläufe;

  • Neukundengewinnung und Kundenbindung;

  • Nutzung von Informations- und Analyse-Tools;

  • Innovation;

  • zielgerichtete Kundenansprache;

  • Change-Management;

  • Ausbau bestehender Kundenbeziehungen;

  • Gewinnung von neuen Märkten.

Wenig ambitionierte Ziele

In technischer Hinsicht bleiben die Themen Business Intelligence (BI), Geschäftsanwendungen sowie Server- und Speichertechniken inklusive Virtualisierung dominant. "Es geht in diesem Jahr nicht um die Einführung bahnbrechender Neuheiten, sondern um den besseren und gezielteren Einsatz der bestehenden IT", erläutert Aron. Beispielsweise könne BI helfen, die Transparenz im Unternehmen zu erhöhen, was sich bei neuen regulatorischen Anforderungen auszahle.

Technik-Ziele der CIOs 2009

  1. Business Intelligence;

  2. Geschäftsanwendungen wie ERP und CRM;

  3. Server- und Speichertechniken, Virtualisierung;

  4. Modernisierung von Legacy-Anwendungen;

  5. Collaboration-Techniken;

  6. Netz-, Sprach- und Datenkommunikation;

  7. technische Infrastruktur;

  8. Security;

  9. Service-orientierte Architekturen;

  10. Dokumenten-Management.

Den zweiten Platz nimmt der Einsatz von Business-Software wie ERP und CRM ein. Auf der CIO-Tagesordnung für 2009 steht hier vor allem die Begrenzung der Softwarelizenzen und Anbieter im Rahmen einer IT-Modernisierung. "Das ist nicht unbedingt ambitioniert", räumt McDonald ein. "Aber in der momentanen Lage ist es verständlich, dass die IT-Verantwortlichen lieber ihre bestehenden Ressourcen nutzen, als neue Software zu kaufen."