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10.11.2008

IT-Budgets - der Sparzwang regiert

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Die Finanzkrise schlägt auf die IT-Abteilungen durch. Einer exklusiven Umfrage der COMPUTERWOCHE zufolge befürchtet über die Hälfte der IT-Verantwortlichen Budgetkürzungen.

Für die IT-Abteilungen brechen schwere Zeiten an. Die Finanzkrise und die daraus resultierende Unsicherheit macht den Firmen zunehmend zu schaffen. Den lahmenden Geschäften und drohenden Einbrüchen versuchen die Verantwortlichen durch Kostensenkungen zu begegnen. Auch die IT-Abteilungen werden ihren Teil zur Sparstrategie beitragen müssen, lautet die Prognose vieler Experten. Die computerwoche hat in einer exklusiven Befragung ihrer Leser erhoben, wie sie die Folgen der Finanzkrise für das eigene IT-Budget einschätzen. Das sind die Ergebnisse der Umfrage:

In den IT-Abteilungen herrscht Unsicherheit, wie viel Geld künftig zur Verfügung stehen wird. Zwar stellt erst rund ein Viertel der befragten Unternehmen die IT-Budgets auf den Prüfstand. In 46 Prozent der Firmen steht diese Maßnahme noch nicht auf der Agenda. Der Rest der Befragten ist sich über die Folgen noch nicht sicher beziehungsweise hat keine Budgetverantwortung. Über die möglichen Folgen der Finanzkrise sind sich die IT-Leiter allerdings klar. 55 Prozent rechnen mit Kürzungen ihres Budgets, 44 Prozent gehen von einer Stagnation aus. Lediglich knapp ein Prozent der Antwortenden hofft infolge der Wirtschaftskrise auf steigende IT-Investitionen.

Sparen - grundsätzlich möglich

Viele IT-Verantwortliche machen sich bereits Gedanken über die Folgen von Sparmaßnahmen. Über 60 Prozent der befragten Manager gaben an, ihre Systeme effizienter und kostengünstiger betreiben zu können. Knapp 28 Prozent der Antwortenden verneinten dies. Rund elf Prozent äußerten sich nicht dazu. Auch über die notwendigen Maßnahmen, wie sich IT-Kosten eindämmen lassen, gibt es bereits konkrete Vorstellungen. Favoriten sind die Konsolidierung der Hardwarelandschaft (56 Prozent) und die Optimierung des Softwarebetriebs beispielsweise durch den verstärkten Einsatz von Lizenz-Management-Tools (51 Prozent). Rund 30 Prozent der Befragten wollen Dienstleistungsverträge neu verhandeln. Andere Maßnahmen wie der Abschied von der eigenen IT stehen derzeit weniger zur Diskussion. Nur zehn Prozent der Manager denken daran, den IT-Betrieb ganz oder teilweise auszulagern, um Kosten zu sparen. Das IT-Personal zu reduzieren, um die Kosten zu senken, ziehen knapp 14 Prozent in Betracht.

Hausaufgaben für mehr Effizienz

Dabei werden die Anforderungen, die auf den IT-Abteilungen lasten, nicht leichter. Etwa 47 Prozent der IT-Manager zählen Produktivitätssteigerungen und Effizienzverbesserungen durch IT zu ihren größten Herausforderungen. Dazu müssen die Abteilungen auch an den eigenen Strukturen feilen. Über 42 Prozent der Befragten bezeichneten die Konsolidierung und Standardisierung der internen IT-Infrastruktur als eine der wichtigsten Aufgaben. Für 34 Prozent steht das Kosten-Management ganz oben auf der Agenda, und rund 30 Prozent nannten Virtualisierung als wichtiges Werkzeug für mehr Effizienz.

Mehr in die Zukunft gerichtete Überlegungen rücken dagegen in den Hintergrund. Für lediglich 15 Prozent der IT-Verantwortlichen stehen strategische Technologieentscheidungen derzeit im Vordergrund ihrer Überlegungen. Fast 58 Prozent wollen im Moment nicht über alternative IT-Konzepte wie Software a as Service oder Cloud Computing diskutieren.

Die Befürchtungen der von der computerwoche befragten IT-Verantwortlichen decken sich mit den Prognosen zahlreicher Analystenhäuser und Marktforscher:

CIO Magazine (USA): In einer Umfrage Ende Oktober kündigten 40 Prozent der 243 interviewten CIOs an, im kommenden Jahr mit einem geringeren IT-Budget auskommen zu müssen. Im März lag diese Quote noch bei 17 Prozent, im Juli schon bei 26 Prozent. Weitere 34 Prozent der IT-Verantwortlichen gehen von einem gleich bleibenden IT-Budget aus. Auch dieser Anteil wuchs im Lauf des Jahres von 20 Prozent im März und 26 Prozent im Juli. Fast die Hälfte der CIOs hat bereits Projekte aufgeschoben, weitere 23 Prozent planen solche Maßnahmen. 64 Prozent der befragten Manager erklärten, sie hätten jede Suche nach weiterem IT-Personal auf Eis gelegt.

Datamonitor: Mehr als die Hälfte der weltweit rund 8000 befragten IT-Entscheider rechnet für 2009 mit einem im Vergleich zum laufenden Jahr stagnierenden IT-Budget. Rund 13 Prozent gehen davon aus, dass ihr Unternehmen weniger für IT ausgeben wird als noch 2008. Die Analysten registrieren damit bereits im vierten Jahr in Folge Kürzungen der Budgets. Dies deute darauf hin, dass die Bedenken im IT-Bereich weiter reichten als die Finanzkrise.

Forrester Research: In einer weltweiten Umfrage unter 950 IT-Entscheidern gaben 43 Prozent an, sie hätten ihr IT-Budget angesichts der angespannten konjunkturellen Lage bereits gekürzt. Weitere 24 Prozent der befragten Manager äußerten, vorsichtig mit IT-Ausgaben umzugehen. Die Reaktionen auf die Finanzkrise fielen jedoch je nach Region und Branche sehr unterschiedlich aus, erläutert John McCarthy, Vice President von Forrester Research. Während in den USA 49 Prozent der Firmen planten, ihr IT-Budget zu kürzen, seien es in Europa nur 31 Prozent.

Gartner: Die Marktforscher haben ihre Prognose für die Entwicklung der weltweiten IT-Ausgaben im kommenden Jahr deutlich nach unten korrigiert. Ursprünglich waren sie davon ausgegangen, dass die weltweiten IT-Budgets 2009 gegenüber dem laufenden Jahr um 5,8 Prozent zulegen werden. Nun rechnen die Auguren bestenfalls noch mit einem Plus in Höhe von 2,3 Prozent. Im schlimmsten Fall schrumpfen die Ausgaben um 2,5 Prozent.

Goldman Sachs: Auf Basis der vierteljährlichen Umfrage unter 100 IT-Entscheidern aus der Riege der Fortune-1000-Companies rechnen die Analysten nun im Vergleich zu 2007 mit einem Plus von vier Prozent für das laufende Jahr. Im Sommer lagen die Wachstumserwartungen noch bei sechs Prozent. 2009 sollen die IT-Budgets um rund fünf Prozent gekürzt werden.

IDC: Die Marktforscher von IDC haben ihre Wachstumsprognose für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (Emea) um die Hälfte gekappt. Nach einem Plus von sechs Prozent für das Jahr 2008 waren die Analysten ursprünglich auch für 2009 von einem Wachstum der IT-Ausgaben in Höhe von sechs Prozent ausgegangen. Nachdem die Auswirkungen der Finanzkrise immer weiter um sich griffen, hat IDC seine Prognose nun auf drei Prozent gesenkt.

Schlechte Aussichten für 2009

In einer repräsentativen Untersuchung hat der Bitkom 352 ITK-Unternehmen befragt.

72 Prozent der Firmen spüren bislang keine Auswirkungen der Krise.

Aber immerhin 27 Prozent setzen wegen des allgemeinen Abschwungs weniger um oder erhalten weniger Aufträge als erwartet.

Für 2009 sieht zwar eine knappe Mehrheit der Firmen keinen Anpassungsbedarf für ihre Prognosen. Andererseits korrigieren bereits 43 Prozent der Unternehmen ihre Umsatzvorhersagen nach unten.

Die Bitkom-Umfrage zeigt, dass die einzelnen Segmente der ITK-Branche unterschiedlich stark von der Konjunkturkrise betroffen sind.

Hardwarehersteller spüren die Folgen der Krise unmittelbarer.

Softwarehäuser und IT-Dienstleister zeigen sich vergleichsweise robust.

Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer sagt, die "aktuelle Phase und der Jahreswechsel werden für einige Unternehmen turbulent. Mit einem branchenweiten Einbruch müssen wir aber nicht rechnen, auch nicht im Jahr 2009."

Für Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen erwartet der Bitkom weiterhin Wachstum,

in den meisten anderen Segmenten Umsatzrückgänge. Die Rückgänge seien allerdings nicht nur der Finanzkrise geschuldet, sondern hätten ebenso mit dem Preisverfall bei Endgeräten und Telefondiensten zu tun.

Fakten zur CW-Umfrage

Die COMPUTERWOCHE hat online nach den Auswirkungen der Finanzkrise auf das IT-Budget gefragt. Von den über 170 Umfrageteilnehmern stammen:

rund 60 Prozent aus der IT-Abteilung;

17 Prozent besetzen eine Position in der Geschäftsführung beziehungsweise dem Vorstand;

elf Prozent kommen aus dem Vertrieb;

die restlichen zwölf Prozent verteilen sich auf Positionen im Einkauf, dem Marketing und anderen Abteilungen.

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