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16.08.1996 - 

Kolumne/

"IT-Chefs zwischen allen Stühlen"

Es gibt eine Reihe von Berufen, die in diesen Tagen amüsanter und - gemessen an der zu leistenden Arbeit - einträglicher sind als der eines IT-Managers. Neben den Sonderschauplätzen Jahr 2000 und Euro-Einführung macht den DV-Profis vor allem das Internet-Fieber in den Fachabteilungen zu schaffen. Wieso, fragen dort die selbsternannten WWW-Experten, installieren wir heute noch ein aufwendiges Archiv-, Mail- oder Workgroup-System, wenn wir mit einem Intranet sehr viel schneller, einfacher und billiger ans Ziel kämen?

Mit eigenen Intranet-Lösungen untermauern die Power-User ihre Thesen und sorgen dafür, daß das Image der DV-Abteilung bei technisch unbedarften Mitarbeitern, vor allem aber bei der Geschäftsführung, Schaden nimmt. Dazu tragen auch die Medien bei, die kritiklos in den Lobgesang auf das Internet einfallen - oft, ohne wirklich zu wissen, wovon sie sprechen.

Den Skeptikern können IT-Experten nur mit einer offenen Informationsstrategie begegnen. Dabei geht es nicht allein darum, auf Sicherheits- und Bandbreitenprobleme oder das Fehlen der benötigten Programmkomponenten hinzuweisen. Anwendern und Geschäftsführern muß deutlich in Erinnerung gebracht werden, wann und auf wessen Drängen hin Anschaffungen beschlossen wurden.

IT-Abteilungen hatten bisher den Auftrag, für zuverlässige, preiswerte und einheitliche Lösungen zu sorgen. Um ein Höchstmaß an Stabilität zu erzielen, griffen sie stets auf bewährte Technik zurück. Kontrolle oder "die Vermeidung von Wildwuchs" gehörten zu den wichtigsten Zielen. Mitunter gipfelten diese Bestrebungen in der Anschaffung von Diskless-PCs mit statischen Oberflächen und vorkonfigurierten Programmen.

Diese Entwicklung erfolgte in vollem Einvernehmen mit den Abteilungsleitern und Geschäftsführungen, die ihre Mitarbeiter arbeiten und nicht spielen sehen wollten. Ausgerechnet diesen Leuten müssen die DV-Spezialisten heute erklären, daß Internet und Intranet derzeit nicht viel mehr als vielversprechende Baustellen sind und daß vor ihrer Nutzung eine klare unternehmensweite Strategie zu erarbeiten ist.