Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.01.2004 - 

Ifo Institut: Der Arbeitsmarkt bleibt problematisch

IT-Dienstleister sind zuversichtlich

MÜNCHEN (CW) - Die deutsche IT-Dienstleistungsbranche hat das Ende der konjunkturellen Talsohle erreicht. Das ergab die vierteljährliche Umfrage des Münchner Ifo Instituts. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage und die Aussichten wieder deutlich besser. Doch der Arbeitsmarkt bleibt schlecht.

An der jüngsten Konjunkturumfrage des Münchner Ifo Instituts beteiligten sich insgesamt 466 Unternehmen, 181 davon beantworteten den Online-Fragebogen. Die teilnehmenden Firmen erzielten insgesamt einen Jahresumsatz von 15,6 Milliarden Euro. Legt man als Bewertungsmaßstab den vom Branchenverband Bitkom geschätzten Gesamtumsatz in Deutschland zugrunde, repräsentieren sie damit knapp 36 Prozent des deutschen Marktes. Die Umfrage wurde im Oktober und November betrieben, bewertet wurde demnach das dritte Quartal 2003.

Urteile zur aktuellen Lage bessern sich

Die Antworten zeigen, dass die Branche das historische Stimmungstief vom Herbst 2002 hinter sich gelassen hat. Damals erreichte der Ifo-Geschäftsklima-Index, das arithmetische Mittel aus Geschäftslage und Geschäftserwartung, den historischen Tiefststand von minus 16. Aktuell zeigt das Ifo-eigene Stimmungsbarometer auf plus sieben. Damit hat sich das Geschäftsklima zum dritten Mal in Folge verbessert und ist nun so gut wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr.

Positiv werten die Marktbeobachter vor allem, dass die Unternehmen nicht nur auf eine bessere Zukunft hoffen, sondern auch ihre aktuelle Lage deutlich günstiger einschätzen: 14 Prozent der Befragten werteten den Verlauf des dritten Quartals 2003 als gut, 57 Prozent als befriedigend, und 29 Prozent empfanden ihre Geschäftssituation als schlecht. Unterm Strich überwiegen noch die unzufriedenen Unternehmen, doch ein Aufwärtstrend ist unverkennbar: "Die Urteile verbesserten sich damit eindrucksvoll binnen Jahresfrist, und zwar von per saldo minus 27 Prozent im dritten Quartal 2002 auf aktuelle minus 15 Prozent", schreibt das Ifo Institut in seiner Analyse.

Auftragseingang legt leicht zu

Hoffnung auf eine weitere Besserung macht die Einschätzung der Dienstleister zur künftigen Geschäftsentwicklung (siehe Grafik: "Anbieter erwarten bessere Geschäfte"). Auch hier weist die Auswertung der Daten den besten Wert seit sechs Quartalen aus. 42 Prozent der Befragten sehen den Wintermonaten (Anfang Oktober 2003 bis Ende März 2004) zuversichtlich entgegen, knapp jeder zweite rechnet mit einer stagnierenden Entwicklung, und nur noch elf Prozent bereiten die kommenden Monate Sorge.

Erstmals seit zwei Jahren verbuchten die Unternehmen ein kleines Plus von vier Prozent beim Auftragseingang, allerdings wurden die Klagen über zu niedrige Auftragsreserven kaum leiser. Nach wie vor bezeichneten fast 60 Prozent der Testteilnehmer ihre Bestände als zu klein. Die Umsätze haben etwa das Niveau der Quartale zuvor erreicht, im Jahresvergleich aber deutlich verloren: Per saldo verfehlten 20 Prozent der IT-Dienstleister das Vorjahresergebnis. Nur langsam deutet sich hier eine Besserung an: Knapp die Hälfte der Befragten erwarten auch künftig stagnierende Geschäfte, immerhin zwei Fünftel rechnen aber mit steigenden Umsätzen. 15 Prozent der teilnehmenden Service-Provider befürchten, dass es weiter bergab geht.

Die vom Ifo Institut gemessenen Besserungen bewegten sich auf bescheidenem Niveau, positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gibt es nicht. Bereits zum achten Mal in Folge schrumpfte die Zahl der Beschäftigten, aber immerhin hat sich der Personalabbau nicht weiter beschleunigt. Im abgefragten Zeitraum sank die Mitarbeiterzahl der IT-Dienstleister um 1,25 Prozent. Das entspricht etwa dem Wert der zwei Quartale zuvor, und das Ifo Institut erwartet, dass der Beschäftigungsabbau im gleichen Umfang weitergeht. Im Detail wollen 17 Prozent der Dienstleister Mitarbeiter entlassen, aber nur neun Prozent planen Einstellungen. (jha)

Abb: Anbieter erwarten bessere Geschäfte

Befragt nach den Geschäftsaussichten der nächsten sechs Monate äußern sich die Dienstleister so positiv wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Quelle: Ifo Institut