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Auf dem Prüfstand: Haitec AG


29.09.2000 - 

IT-Dienstleister will nach schwachem Beginn durchstarten

MÜNCHEN - Die Bremsspuren des Geschäftsjahres 1999 konnte die Haitec AG in den letzten Monaten hinter sich lassen. Mittelfristig will das Münchner Systemhaus durch den sich bereits abzeichnenden Anstieg des Servicegeschäfts auch in Sachen Profitabilität einen Gang höher schalten. Von Andrea Goder*

"Wir sind dabei, uns vom Knick des Vorjahres zu erholen", blickt Axel Feldhoff, seit April dieses Jahres neuer Vorstandschef des bayerischen Unternehmens, jetzt wieder optimistischer nach vorne. Nur wenige Monate nach dem IPO im Sommer 1999 hatte der Börsenneuling bekanntlich für seine Aktionäre mit einer Umsatz- und Ertragswarnung eine mehr als unerfreuliche Überraschung parat. Vor allem die Auswirkungen der Jahr-2000-Umstellung - parallel dazu lief die Rekrutierung neuer Mitarbeiter auf Hochtouren - waren für den IT-Dienstleister ein Schlag ins Kontor. Zudem musste Haitec mit dem Handicap fertig werden, dass der damalige Vorstandschef und Gründer Thomas Weiser aus Krankheitsgründen ausschied.

Zu altem Schwung fand das Unternehmen jetzt offenbar im ersten Halbjahr 2000 zurück, in dem der Umsatz auf rund 80 Millionen Mark gesteigert werden konnte - ein Plus von 66 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Nach wie vor wichtigster Umsatzträger ist mit über 50 Prozent die Sparte "Systemintegration" mit klassischen Services wie Netzaufbau oder SAP-R/3-Implementierung. Hier lagen die Zuwächse zuletzt bei 25 Prozent.

Bescheidener fiel das Plus mit 15 Prozent dagegen bei CAE-Lösungen aus, dem zweiten Geschäftsbereich des Unternehmens. Neben der Stuttgarter Cenit AG ist Haitec hier einer der wichtigsten Partner der IBM in Deutschland, die die Konstruktionssoftware "Catia" des französischen Herstellers Dassault Systems vertreibt. Die größten Zuwächse (über 50 Prozent) verzeichneten die Münchner allerdings erneut mit E-BusinessTools, die insgesamt 15 Prozent zu den Erlösen beisteuerten.

Vorstandschef Feldhoff sieht indes die Zukunft des Unternehmens vor allem bei High Value Services, auf die erstmals 25 Prozent vom Gesamtumsatz entfielen. "Bereits heute werden mehr als 50 Prozent des Gewinns mit Dienstleistungen generiert", betont der 43-jährige Manager. Trotz des jüngsten Aufwärtstrends kann der neue CEO mit der Ergebnisentwicklung noch nicht zufrieden sein. Der für das erste Halbjahr 2000 ausgewiesene Fehlbetrag in Höhe von 1,8 Millionen Mark lag nur geringfügig unter der entsprechenden Vorjahresmarke. Als Lichtblick wertet Feldhoff jedoch das zweite Quartal, in dem mit einem Plus von rund 800000 Mark erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben wurden.

Ein genauerer Blick auf die Bilanz zeigt jedoch auch, dass das Umsatzplus nur zu 20 Prozent aus organischem Wachstum stammt. Konsolidiert wurden in der Halbjahresbilanz Einnahmen aus der rückwirkend zum Juli 1999 übernommenen ICP GmbH in Ludwigsburg. Anfang Januar 2000 verleibten sich die Münchner einen weiteren IT-Dienstleister ein, die in Kulmbach ansässige Update GmbH.

Beide Akquisitionen unterstreichen zudem, dass das mittlerweile auf rund 500 Mitarbeiter angewachsene Münchner Systemhaus bislang vorwiegend als nationaler Player agiert. Wie bereits in den Vorjahren liegt der Anteil am Auslandsumsatz unverändert unter zehn Prozent. Haitec ist nur mit zwei Tochtergesellschaften in Salzburg und Budapest vertreten.

Die zum Börsengang gemachten Umsatzprognosen für das Jahr 2000 wollen die Münchner - nicht zuletzt aufgrund der erfolgten Zukäufe - jetzt sogar übertreffen. 40 Prozent der geplanten Einnahmen in Höhe von 200 Millionen Mark hat Haitec im ersten Halbjahr eingefahren. "Dieses Wachstum ist insgesamt branchenüblich", gibt sich Feldhoff gelassen, der vor allem im vierten Quartal einen kräftigen Umsatzschub erwartet.

Handelsgeschäft bleibt weiterhin ein RisikoOb sich auch das Ergebnis bereits in diesem Jahr signifikant verbessern wird, bleibt abzuwarten. "Auf die Erträge könnte die gestiegene Wettbewerbsintensität im klassischen Handelsgeschäft drücken", heißt es im aktuellen Research-Bericht der Bayerischen Landesbank. Ungeachtet dessen peilt Feldhoff im Oktober den endgültigen Breakeven an und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fünf Millionen Mark. Die zum Börsengang in Aussicht gestellten knapp 15 Millionen Mark Gewinn wurden damit allerdings deutlich verfehlt.

*Andrea Goder ist freie Journalistin in München.