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20.06.2003 - 

Die Zahl der freien Stellen sinkt um rund 50 Prozent

IT-Experten immer weniger gefragt

MÜNCHEN (hk) - In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres sank die Zahl der offenen IT-Stellen um rund 50 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Von 15 auf 13 Prozent zurückgegangen ist der Anteil der IT-Jobs an sämtlichen hierzulande ausgeschriebenen Positionen.

Laut Analyse von Adecco erschienen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres nur noch 6795 IT-Stellenangebote in den untersuchten 40 Tageszeitungen und der CW, im Jahr zuvor waren es 13155 Offerten. Ebenfalls dramatisch sieht die Entwicklung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Fach- und Führungskräfte aus. Hier gingen die Jobofferten um 39 Prozent auf 53 028 Stellen zurück. Dabei fiel der Rückgang in Ostdeutschland mit 25 Prozent weniger Offerten geringer aus als im Westen mit einem Minus von 44 Prozent.

Alle Branchen stellen weniger IT-Fachkräfte ein. Dramatisch ist der Schwund bei den Finanzdienstleistern. Das Versicherungsgewerbe schrieb von Januar bis Mai 2003 genau 73 IT-Stellen aus (Vorjahr 296), die Banken 96 Positionen (Vorjahr 296), und die Telekommunikationsindustrie ist bei 177 Angeboten (Vorjahr 383) angekommen. Im Maschinenbau (681 Stellen), in der Elektronikindustrie (504 Stellen) und im Fahrzeugbau (377 Stellen) sieht es ein wenig besser aus, aber auch hier betragen die Rückgänge etwa ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Auch die größten Arbeitgeber für Computerfachleute, die IT-Beratungs- und Softwarehäuser, haben sich stark zurückgehalten. Hier ist ein Minus von rund 60 Prozent auf 1447 Offerten zu verzeichnen.

Manche Berufe sind besonders stark betroffen. So gingen laut Adecco die freien Stellen für Netz- und Internet-Experten um fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Bei Datenbank- und Systemspezialisten sowie dem Vertrieb machte der Rückgang 55 Prozent aus und bei den Programmierern knapp über 50 Prozent. Am besten sieht es noch bei den CAD/CAM-Profis aus, hier lag das Minus bei 35 Prozent.

Wer in der IT-Branche Fuß fassen will, hat zurzeit noch am ehesten gute Chancen in Nordrhein-Westfalen. Die Zahl der ausgeschriebenen Jobs beträgt 1284, was einem Rückgang von rund 50 Prozent entspricht.

Stärker ist der Einbruch in Bayern. Der Freistaat leidet besonders unter der Krise der IT-Industrie. Im einstigen High-Tech-Musterland schrieben die Firmen gerade mal 858 Computerstellen aus (Vorjahr 2264) und landeten damit nur auf Platz drei hinter Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg (881 Stellen). Auf Platz vier folgt Niedersachsen, das den Finanzstandort Hessen überholt hat.