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30.03.2005

IT-Experten sind wieder gefragt

Christina Mankus
Kaum zeigen sich positive Signale am Arbeitsmarkt, fehlen erfahrene Fachkräfte. Die Situation könnte sich aufgrund des demografischen Wandels verschärfen.

Derzeit haben IT-Profis wieder gute Karten am Arbeitsmarkt. Die Branche ist im Aufwind, und die Unternehmen melden wachsenden Personalbedarf. 3,4 Prozent mehr Umsatz prognostiziert der Branchenverband Bitkom für dieses Jahr und erwartet gleichzeitig, dass die Unternehmen wieder mehr Mitarbeiter einstellen. Einer Verbandsumfrage zufolge wollen rund 46 Prozent der IT-Firmen neue Jobs schaffen, während 42 Prozent ihre Mitarbeiterzahl zumindest stabil halten möchten.

Die Bundesagentur für Arbeit meldet ganz andere Zahlen für den Arbeitsmarkt. Doch hohe Arbeitslosenzahlen bedeuten nicht, dass IT-Unternehmen leicht passende Mitarbeiter finden. Ganz im Gegenteil sprechen jetzt Experten wieder von einem Fachkräftemangel, denn viele Firmen haben Probleme, ihre ausgeschriebenen Stellen schnell und adäquat zu besetzen. Dem Zeitarbeitsunternehmen DIS AG ergeht es ähnlich, denn im Geschäftsbereich Information Technology gibt es dort momentan rund 140 offene Positionen, für die die geforderten Profile vom Softwareentwickler über den SAP-Spezialisten bis zum IT-Projekt-Manager reichen.

Die Situation im IT-Bereich gilt dabei im Vergleich zu Branchen wie etwa dem Maschinenbau, der Elektrotechnik oder der Verfahrenstechnik noch als entspannt. In einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung sahen 27 Prozent der befragten Unternehmen der Elektrotechnik Probleme, das richtige Personal zu finden, zwölf Prozent im Bereich Mechatronik und nur bescheidene fünf Prozent in der IT. Überdurchschnittlich viele IT-Mitarbeiter wurden in den letzten Jahren arbeitslos und haben nun wieder Chancen. Auf längere Sicht kommen jedoch durch die sinkende Zahl an Informatikstudenten neue Schwierigkeiten auf die Unternehmen zu.

Laut Statistischem Bundesamt dürfte sich die Zahl der Menschen im Erwerbsalter zwischen 2000 und 2030 um rund 5,4 Millionen auf 45,7 Millionen Menschen verringern. Bis 2050 sei sogar ein Verlust von über zehn Millionen Arbeitskräften zu verzeichnen. Wie sich dieser Trend auf die IT auswirken wird, welche Berufe und Branchen oder welche Regionen besonders betroffen sein werden, lässt sich schwer prognostizieren, etwa wie sich die Studienneigung entwickelt oder was gefragte Berufsbilder sind. Sicher ist allerdings, dass es notwendig werden wird, dem demografischen Trend entgegenzusteuern, und dass die bisherigen Konzepte nicht ausreichen werden.

Steigende Anforderungen verursachen schon heute einen größeren Bedarf an IT-Fachkräften, die am Arbeitsmarkt oft nicht zu finden sind. Noch vor fünf Jahren, als in den Boomjahren viele IT-Mitarbeiter gesucht wurden, war der Quereinstieg für viele Jobsuchende die Regel. Dagegen haben heute Bewerber ohne akademischen Abschluss oft kaum noch eine Chance, qualifizierte Jobs zu bekommen, schon gar nicht in Führungspositionen.

Berufserfahrung notwendig

Schwierig ist die Lage am Arbeitsmarkt auch für Umschüler, die über wenig Berufserfahrung verfügen. Erschwerend kommt hinzu, dass immer mehr IT-Aufgaben ins Ausland verlagert werden. Arbeitnehmer müssen gut qualifiziert sein, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Neben den technischen Fähigkeiten werden gerade in der IT auch immer häufiger betriebswirtschaftliche Kenntnisse verlangt. Außerdem zählen in der Bewerbungssituation Soft Skills wie Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und Durchsetzungsfähigkeit zu den entscheidenden Faktoren, wenn es darum geht, wer den Job bekommt, und das gilt nicht nur für Projekt-Manager oder Führungskräfte.

Viel Engagement verlangt

Das neue Zuwanderungsgesetz kann die Lücke an qualifizierten Fachkräften nicht alleine schließen. Genauso wichtig wird es sein, die ungenutzten Potenziale am Arbeitsmarkt besser auszuschöpfen. Dazu sollte sich auch die IT-Branche mit ihrem vergleichsweise jugendlichen Image von lieb gewonnenen, aber trügerischen Leitbildern verabschieden und sich stärker für ältere und erfahrene Mitarbeiter öffnen. Mehr Teilzeitpositionen könnten dazu beitragen, dass Eltern trotz Kindererziehung berufstätig sein können. IT-Mitarbeitern wird einiges an Engagement abverlangt, denn die Branche verändert sich permanent; seitens der Angestellten wird eine hohe Lernbereitschaft gefordert, um das Fachwissen zu aktualisieren. Die Unternehmen sind aufgerufen, Rahmenbedingungen für praktikable Weiterbildungsmodelle in den Betrieben zu schaffen. Auch Bewerber mit Qualifikationsdefiziten können durch innerbetriebliche Fortbildung für ihre Aufgaben fit gemacht werden. (iw)