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12.09.2003 - 

Weg von den hohen Fixgehältern

IT-Firmen setzen auf flexible Vergütung

MÜNCHEN (am) - Mitarbeiter leistungsabhängig zu bezahlen, ist derzeit in der IT-Branche besonders gefragt. Denn viele Firmen hoffen durch variable Gehaltsmodelle ihre Fixkosten reduzieren und die Einkommen an die wirtschaftliche Situation anpassen zu können.

Der IT-Arbeitsmarkt ist derzeit ein von den Arbeitgebern bestimmter Markt: Einer großen Nachfrage seitens der Bewerber steht ein im Vergleich zu früheren Jahren deutlich zusammengeschrumpftes Angebot an offenen Stellen gegenüber. Diese veränderte Situation schlägt sich zunehmend in der Gehaltspolitik vieler Firmen nieder, wie Manuel Dohr, Personalchef der Ixos Software AG, auf der Management-Circle-Konferenz zur "IT-Vergütung" feststellte.

Bis 50 Prozent variabler Anteil

Vor allem für die Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb und Service sind die Veränderungen oft gravierend. Mittlerweile hängt oft die Hälfte ihres Gehalts vom Erreichen vorgegebener (Umsatz-) Ziele ab. Auch das Softwarehaus Ixos hat in diesem Jahr den variablen Anteil auf 50 Prozent erhöht."Dadurch wollen die Firmen ihre Fixkosten zugunsten variabler Kosten reduzieren", erklärt Dohr. Dazu existierten in immer mehr IT-Unternehmen Richtlinien, wie Gehaltserhöhungen zu vergeben sind, so dass viele Führungskräfte nicht mehr so frei über sie verfügen könnten.

"Viele Unternehmen haben im vergangenen Jahr Nullrunden gefahren oder die Gehälter nicht in dem Maße erhöht wie geplant", konstatiert Dohr. Im Blick auf die Leistungsträger hält der Personalexperte ein solches Vorgehen aber für riskant, da man diese auch in schlechten Zeiten belohnen und an sich binden sollte.

Das Softwareunternehmen Merant hat im vergangenen Jahr genau zwischen solchen Leistungsträgern und dem Rest der Mannschaft unterschieden. Nur die so genannten Top Performer bekamen eine Gehaltserhöhung, die anderen nicht - ein Vorgehen, das die Firma aber nicht offiziell kommunizierte. Merant hat in den vergangenen Jahren seine Vergütungspolitik komplett geändert, beschreibt Gesine Slupik, die als HR-Manager für Zentraleuropa zuständig ist: "Während des Booms waren wir gezwungen, den hohen Forderungen der Bewerber nachzukommen, weil wir gerade eine Fusion hinter uns hatten und nicht bekannt waren. Heute haben wir unsere Vergütungspolitik weltweit vereinheitlicht." Ein wichtiges Ziel war es, die Vielzahl der Nebenleistungen zu reduzieren: So mussten die Mitarbeiter, die in der britischen Merant-Niederlassung im Bereich Telesales arbeiteten, ihren Dienstwagen abgeben, weil ihre Kollegen in Deutschland und Frankreich auch keinen hatten. Auch Kantinen wurden abgeschafft und statt dessen Essenschecks ausgegeben.

Insgesamt stehen Merant heute viel niedrigere Budegts für Gehälter zur Verfügung, auch Slupiks Mittel, neue Mitarbeiter zu finden und sie zu halten, sind sehr begrenzt. Noch ergibt sich für die Personalfrau daraus kein Nachteil, denn die Fluktuation ist bei Merant wie auch in vielen anderen Firmen gering. Andererseits blieben heute auch die Mitarbeiter, die sich nicht mehr so wohlfühlen und nicht mehr so viel Einsatz bringen.

SAP bleibt großzügig

Erheblich großzügiger kann dagegen der Softwarekonzern SAP in Sachen Vergütung agieren, da er sowohl Umsatz (7,41 Milliarden Euro) wie Gewinn (1,68 Milliarden Euro) im verganenen Jahr steigerte.

Auch wenn SAP noch nie klassische Leistungen wie Weihnachts- oder Urlaubgeld zahlte, hat wohl kein deutsches Softwareunternehmen einen so breiten Strauß an variablen und zusätzlichen Vergütungsbestandteilen: Die Spanne reicht von Beteiligung am Unternehmenserfolg, individuellen Prämien, Bonuspläne, virtuelle Aktien, Stock Options über Arbeitszeitkonten und betrieblicher Altersvorsorge bis hin zum Firmenwagen, den jeder Professional bereits nach drei Jahren bekommt.