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29.04.2014 - 

ProfitBricks-Chef Andreas Gauger

"IT ganzer Unternehmensbereiche wandern in die Public Cloud"

Amazon, Box, Cisco und Google haben kürzlich in der Cloud eine neue Preisschlacht-Runde eröffnet. ProfitBricks-Chef Andreas Gauger bezweifelt allerdings in seinem Kommentar, dass die Preisfrage bei der Entwicklung des IaaS-Markts die entscheidende Rolle spielt.

Was bewegt den IT-Verantwortlichen eines Unternehmens, sich mit Cloud-Infrastruktur-Services zu beschäftigen? Mit Sicherheit möchte er seine IT-Kosten senken, die IT-Infrastruktur serviceorientierter ausrichten und auf Ressourcen-Bedarfe flexibel reagieren können. Der Markt bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, doch häufig sind diese etwas undurchsichtig und schwer vergleichbar.

Amazon Web Services, Google und Microsoft haben die Preisschlacht in der Cloud weiter angeheizt.
Amazon Web Services, Google und Microsoft haben die Preisschlacht in der Cloud weiter angeheizt.
Foto: otokalle, Fotolia.com

Die aktuelle Preisdiskussion bringt den Markt zunehmend in Bewegung: ProfitBricks gab im September des letzten Jahres mit einer Preissenkung um 50 Prozent den Startschuss. Amazon zog inzwischen nach und senkte ebenfalls die Preise für seine Amazon Web Services. Erst kürzlich reihten sich Google und Microsoft ein und korrigierten ihre Angebote für Google Compute Engine und MS Azure nach unten.

Doch ist es der Preis, der IT-Verantwortliche und ihr Unternehmen zu Cloud-Kunden macht? Ja und nein. Ja, weil externe Ressourcen so zu einer preisgünstigen Alternative werden. Nein, wenn die anderen Umgebungsvariablen nicht stimmen.

Warum der Preis allein nicht zieht

Vor allem bei den großen Anbietern läuft es doch so: Im Angebot von Amazon, Google und Co finden sich eine Handvoll vordefinierter Instanzen unterschiedlicher Größe. Diese mietet ein Kunde dann jeweils ganz, auch wenn möglicherweise halb so viel RAM genügt hätte. Möchte er die Infrastruktur erweitern, ist es ähnlich: Obwohl ein zusätzlicher Core mit etwas Speicher beispielsweise genügen würden, mietet man eine ganze Instanz hinzu. So kommt es leicht zur Überdimensionierung der Dienstleistung und unnötigen Kosten. Wer in den Genuss günstigerer Preise kommen will, kann beispielsweise bei Amazon einen Vertrag mit längerer Laufzeit vereinbaren. Dafür ist jedoch eine gewisse Abschätzung dessen notwendig, was mittel- und langfristig an Ressourcen benötigt wird. Echte Cloud-Flexibilität ist das meiner Sicht nicht.

Ich bin überzeugt, dass wir gerade mitten in der so wichtigen Phase der Veränderung des Infrastructure-as-a-Service-Marktes stecken. Der tobende Preiskampf ist nur ein Indiz dafür, das großes mediales Echo findet. Ein weiteres ist die Bereitschaft potenzieller Kunden, über den Tellerrand großer Anbieter hinaus zu schauen. Denn der Markt bietet längst ausgereifte Alternativen: IT-Ressourcen, die innerhalb kürzester Zeit ohne Vertragsverhandlungen zur Verfügung stehen und genauso schnell wieder stillgelegt werden können. IT-Ressourcen, die innerhalb einer Instanz vertikal skaliert werden können, also bei Mehrbedarf keine ganze neue Instanz erfordern. Und schließlich Preise, die sich tatsächlich nachdem richten, was man nutzt und deshalb kalkulierbar und schlicht günstiger sind.

Ein Markt, der in Bewegung ist, ist vor allem gut für die Kunden. Mit Sicherheit stehen uns weitere Preisrunden bevor. Dies wird dazu führen, dass die Angebote der Dienstleister noch attraktiver für Unternehmen werden - und das nicht nur, um kurzfristige Ressourcenengpässe bei einzelnen Projekten abzudecken. Vielmehr sehe ich die IT ganzer Unternehmensbereiche in die Public Cloud wandern, denn entsprechende Sicherheitsstandards und die notwendige Flexibilität bei der Konfiguration bieten erste Cloud-Dienstleister bereits. Ein attraktiver Preis ist bei der Entscheidung natürlich hilfreich.

(rb)

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