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17.10.2005

IT-Gehälter steigen kaum

Zwei bis drei Prozent mehr verdienen IT-Profis in diesem Jahr, so das Ergebnis der aktuellen CW-Studie. Im Vergleich der Berufsgruppen zeigt sich, dass Berater sowie SAP-Sezialisten am besten davon kommen.
Den größten Gehaltszuwachs im Städtevergleich verzeichnet Hamburg, den größten Rückgang dagegen München.
Den größten Gehaltszuwachs im Städtevergleich verzeichnet Hamburg, den größten Rückgang dagegen München.
Die Informatiker mit einem Abschluss des Master of Business Administration müssen das erste Mal einen Gehaltsrückgang hinnehmen.
Die Informatiker mit einem Abschluss des Master of Business Administration müssen das erste Mal einen Gehaltsrückgang hinnehmen.
Wie auch in den Jahren davor schneiden Ingenieure auch diesmal am besten ab.
Wie auch in den Jahren davor schneiden Ingenieure auch diesmal am besten ab.

Die Einkommen in der IT-Industrie haben insgesamt kaum zugelegt. Doch bei den verschiedenen Berufsgruppen tat sich zum Teil Außergewöhnliches.

Gehaltsstudie 2005

Im Frühsommer 2005 organisierte die COMPUTERWOCHE mit Christian Scholz, Professor für Organisation, Personal- und Informations-Management an der Universität Saarbrücken, ihre siebte Vergütungsstudie. Es beteiligten sich 937 Einzelpersonen und 22 Unternehmen. Damit es zu keinen statistischen Verzerrungen kommt, wurden Firmenfragebögen, die für mehrere Mitarbeiter der gleichen Gehaltslage galten, als nur einer gewertet. Wenn von Jahresgehältern die Rede ist, sind alle Zusatz- und Nebenleistungen vom Urlaubsgeld bis zum Dienstwagen berücksichtigt.

Die Teilnehmer erhalten im Oktober die Ergebnisse. Andere Interessenten können gegen eine Gebühr (50 Euro für Einzelpersonen, 500 Euro für Unternehmen) den Band bei Maria Scholz, Am Hüttenwald 10, 66894 Rosenkopf, E-Mail: Maria. Scholz@internetbefragung.de, anfordern. Zusätzlich werden einige Ergebnisse der Studie auf der Computermesse Systems in München im Forum Job & Karriere der CW am 25. Oktober um 13 Uhr, am 27. Oktober ebenfalls um 13 Uhr sowie am 28. Oktober um 14 Uhr in der Eingangshalle West des Riemer Messegeländes vorgestellt.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

*81394: IT-Vertriebsgehälter;

*78815: IT-Einkommen in den USA;

*76185: Gehälter in der Hightech-Industrie.

Hier lesen Sie …

• wie sich die Gehälter der IT-Spezialisten 2005 entwickelt haben;

• welche Überraschungen es dieses Jahr gab;

• welches Know-how besonders gut bewertet wurde.

Die neuen Gehaltstrends

Überraschung: IT-Profis mit einem MBA müssen sich zum ersten Mal mit weniger zufrieden geben als im Vorjahr. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die diesjährigen Teilnehmer mit diesem Abschluss im Durchschnitt sieben Jahre jünger sind als in der Studie des Vorjahres. Zudem absolvierten einige einen Junior-MBA, der nicht so hoch dotiert ist wie der klassische Master-Abschluss.

Überraschung: Der Unterschied in den Einkommen von Informatikern und Wirtschaftsinformatikern ist wieder größer geworden, nachdem sie sich im vergangenen Jahr stark angenährt hatten. Die reinen Informatiker - vor allem mit aktuellem Know-how und ein paar Jahren Berufserfahrung - sind eine rare Spezies und entsprechend begehrt. Den Wirtschaftsinformatikern traut oft man die komplexen IT-Projekte nicht zu, dazu werden sie aber auch nicht ausgebildet.

Überraschung: Eine leichte Verschiebung der Saläre lässt sich auch im Branchenvergleich beobachten. Jahrelang zahlte die IT-Industrie die höchsten Löhne. Jetzt nachdem sie ordentlich durchgeschüttelt wurde, findet ein Prozess der Konsolidierung statt, um dies im Jargon der Sonntagsredner auszudrücken. Die klassische Industrie wie Automobil, Maschinenbau und Energie hat kräftig nachgezogen.

Überraschung: Keine gute Nachricht gibt es für die Personaler aus Hamburg. Sie müssen tiefer in die Tasche greifen als die Jahre davor, denn die IT-Mitarbeiter in der Hansestadt haben unter den Großstädten den größten Gehaltssprung gemacht und die 70 000-Euro- Marke überschritten während in der ehemaligen IT-Hochburg München der Durchschnitt bei 65 000 Euro liegt. Schon seit geraumer Zeit konnte man feststellen, dass in der Hansestadt Politik und Wirtschaft das Thema IT ernst nehmen und mit einer Reihe von Initiativen wie Hamburg@work auf den neuen High-tech-Standort aufmerksam gemacht haben.

Die erste Überraschung: Die promovierten Computerexperten haben die Informatiker mit einem MBA (Master of Business Administration)-Abschluss zum ersten Mal überholt. So verdient der Doktor der Informatik fast 78 500 Euro im Jahr und der IT-Profi mit einem MBA-Abschluss rund 500 Euro weniger. Für die vielgelobten MBA-High-Potentials bedeutet dies einen Rückgang im zweistelligen Prozentbereich.

Als Erklärung nennt Christian Scholz unter anderem den Altersdurchschnitt dieser Teilnehmergruppe, der mit 29 Jahren um sieben Jahre niedriger ausfällt als im Vorjahr. Zudem handele es sich bei einigen Studienbeteiligten um solche mit einem Junior-MBA-Abschluss, der immer öfter angeboten werde.

IT-Experten mit anderen Abschlüssen müssen sich mit niedrigeren Einkommen begnügen, wobei die Schere zwischen den Experten mit einer Promotion und einem MBA und denjenigen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss geringer geworden ist.

So liegen die Diplominformatiker mit 76000 Euro Jahresgehalt nur gute 2000 Euro niedriger als ihre promovierten Kollegen. Damit keine Missverständnisse aufkommen: In den allen hier genannten Zahlen geht es nicht um Anfangseinkommen, sondern gemeint ist das Durchschnittsgehalt beispielsweise aller Promovierten, die sich an der Studie beteiligt haben.

Plus für Informatiker

Insgesamt stiegen die Gehälter der bis 30-jährigen IT-Spezialisten genau wie im Vorjahr um zwei bis drei Prozent auf 51 500 Euro. 67000 Euro im Jahr verdienen im Schnitt die 31- bis 35-jährigen IT-Angestellten, was etwa dem Vorjahresniveau entspricht. Die Mitarbeiter über 40 Jahre kommen im Durchschnitt auf 86000 Euro im Jahr (Vorjahr 82000 Euro).

Die zweite Überraschung: Der Gehaltsunterschied zwischen Informatikern und Wirtschaftsinformatikern hat sich wieder vergrößert, nachdem sich die Saläre der beiden Gruppen im vergangenen Jahr angenähert und die Differenz nur knappe 1000 Euro ausgemacht hatte. Während die Informatiker die 70000-Euro-Marke überschreiten und damit ein leichtes Plus gegenüber 2004 verzeichnen, müssen sich die Kollegen mit den Wirtschaftszusatzkenntnissen mit über 10000 Euro im Jahr weniger begnügen.

An der Spitze behaupten sich wie auch in den Jahren davor die Ingenieure, die sogar die 80000-Euro-Grenze überschreiten und sich damit über einen Zuwachs von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr freuen dürfen. Die Betriebswirte treten seit zwei Jahren auf der Stelle und haben am Ende des Jahres im Durchschnitt 71000 Euro auf dem Gehaltszettel.

Ein für die Gehaltsfindung wesentlicher Faktor ist die Selbsteinschätzung. Zum sechsten Mal fragten wir, ob sich die Teilnehmer als "Top"- oder "Well-Performer" einstufen. Die Korrelation zwischen Selbsteinschätzung und Verdienst trat klar zutage: Wer sich gut verkauft, bekommt mehr. So erreichen selbst ernannte Top-Performer rund 74000 Euro im Jahr, während Otto Normalbewerber bei 59000 Euro liegt. Scholz ist überzeugt, dass sich "ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein in der Höhe der Gesamtvergütung niederschlägt".

Immer wieder Soft Skills

Tatsache ist, dass Unternehmen von Bewerbern ein perfektes Auftreten erwarten. 93 Prozent der Arbeitgeber schätzen Softskills als genauso wichtig ein wie Fachwissen. Das besagt die Studie der Gayk Personal-Marketing GmbH "SQ 21 - Schlüsselqualifikationen im 21. Jahrhundert". Doch wer auch die Stellenanzeigen aufmerksam durchliest, wird feststellen, dass der Anteil der nachgefragten sozialen Kompetenzen zugenommen hat. Je stärker ausgeprägt die sozialen Fähigkeiten erscheinen, desto größer sind die Chancen auf ein höheres Einkommen. IT-Kompetenz ist nur ein Aspekt des Gesamt-Know-hows. Unternehmen verlangen zunehmend "Stressfestigkeit" , Zusammenarbeit in internationalen Teams sowie ausreichende Präsentationsfähigkeiten. Nicht umsonst sagte unlängst der Firmenchef eines erfolgreichen Kölner Softwarehauses: "Bei mir muss jeder Entwickler verkaufen können, ich benötige keinen Vertrieb."

Industrie holt auf

Als dritte Überraschung dürfte gelten, dass der Bereich Industrie im Allgemeinen und der Energiesektor im Besonderen gut abschneiden. Während in den Softwarehäusern an der Gehaltsfront Ruhe eingekehrt ist und die Jahre der zweistelligen Zuwächse der Geschichte angehören, holen die Anwenderunternehmen langsam auf. So verdienen die IT-Spezialisten in der Industrie im Durchschnitt knapp über 80000 Euro im Jahr. Ihre Kollegen aus dem IT-Dienstleistungsgeschäft, die sonst bisher den Spitzenreiter stellten und mit hohen Einkommen verwöhnt waren, müssen sich mit rund 10000 Euro im Jahr weniger zufrieden geben, was einem Rückgang von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ansonsten liegen die Einkommen bei 62000 bis 65000 Euro im Jahr. Ausreißer nach unten und damit Schlusslicht ist der öffentliche Dienst mit knapp über 40000 Euro. Allerdings dürfte gerade wegen der schwachen Konjunktur die Arbeitsplatzsicherheit ein nicht zu unterschätzendes Argument sein, das für eine Beschäftigung bei Bund, Ländern und Gemeinden spricht.

Die Teilnehmer der Umfrage wurden zudem gebeten, sich als Junior, Senior oder Leiter einzustufen. Der Junior musste zum vierten Mal Einbußen im einstelligen Prozentbereich hinnehmen und kommt auf 40000 Euro (Vorjahr: 41500 Euro, 2003: 42500 Euro). Der Senior übt sich in Bescheidenheit und muss feststellen, dass auch für ihn die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Er verdient durchschnittlich 63000 Euro (Vorjahr 65000 Euro, 2003: 67000 Euro).

Zum ersten Mal sind die Gehälter von Personen rückläufig, die sich als "Leiter" eingeschätzt haben. Hatte die Geschäftsführung für diese Gruppe in den vergangenen Jahren doch noch ein paar zusätzliche Euro übrig, so sind jetzt diese Einkommen rückläufig. Ergebnis: 77000 Euro, macht minus 7000 Euro gegenüber 2004.

Frankfurt vorn

Die vierte Überraschung betrifft die Gehaltsentwicklung in den verschiedenen Regionen. Die Mitarbeiter in den Spitzengegenden wie München müssen kräftige Einbußen hinnehmen und rutschen unter ein Durchschnittsgehalt von 65 000 Euro. Dagegen macht Hamburg einen Sprung nach vorne, die IT-Fachleute haben dort am Ende des Jahres immerhin rund 70000 Euro in der Tasche. Spitzenreiter bleibt nach wie vor Frankfurt am Main, wo 79000 Euro im Jahr verdient werden.

Bezogen auf die Berufsgruppen, schneiden die Berater und die SAP-Experten am besten ab. Die Consultants müssen zwar mit einem Rückgang von fünf Prozent auf etwa 72000 Euro rechnen, liegen aber vor den Systemspezialisten mit 70000 Euro und dem DV-Organisator mit 64000 Euro. Vergleichsweise weniger gut bezahlt sind Jobs im Internet- und Multimedia-Umfeld (52000 Euro) und in der Netzadministration (43000 Euro) - das war immer so.

Auslandserfahrung macht sich im Geldbeutel angenehm bemerkbar. Ein Datenverarbeiter, der einige Jahre außerhalb Deutschlands tätig war, kann laut Studie rund 25000 Euro mehr verdienen als sein Kollege, der nur hierzulande gearbeitet hat. Honoriert wird auch Führungsverantwortung: Wer bis zu sechs Jahre als Chef agiert, verdient wie auch im vergangenen Jahr durchschnittlich 70000 Euro im Jahr, und wer dies 15 Jahre lang schafft, erreicht etwa 95000 Euro (Vorjahr 97000 Euro) Jahresgehalt.

Viele Überstunden

Scholz hat auch eruiert, wie viel ein IT-Spezialist mit einem bestimmten Schwerpunktwissen verdient. Dabei wird statistisch nicht berücksichtigt, welche weiteren Kenntnisse der Profi mitbringt. Bei den Programmiersprachen fällt auf, dass - wie auch im Vorjahr - Smalltalk-Kenner gut im Rennen liegen und die Spitzenprofis auf über 100000 Euro kommen. C++-Leute dagegen haben im Schnitt 65000 Euro in der Tasche - genauso viel wie die Java-Könner. Bei den Datenbanken verdienen DB2- und Oracle-Profis rund 70000 Euro, und was Betriebssysteme betrifft, haben die Großrechnerprofis nach wie vor gute Karten, denn sie erzielen über 80000 Euro im Jahr, was einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Linux-Anhänger dagegen müssen sich mit 63000 Euro zufrieden geben, was etwa dem Vorjahresgehalt entspricht.

Im Vergleich zu anderen Branchen und Berufsgruppen verdienen die Computerfachleute noch immer gut. Entsprechend groß ist ihr zeitliches Engagement: Rund 60 Prozent der Befragten kommen auf bis zu 125 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden, und 22 Prozent leisten sogar zwischen 125 und 150 Prozent der vertraglichen Arbeitszeit. Von den 68 Prozent der Befragten, denen 30 Urlaubstage zustehen, nehmen nur 40 Prozent tatsächlich all diese freien Tage.