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05.03.2007

IT-Gehälter wachsen nur langsam

2,5 Prozent mehr Einkommen haben die Vergütungsexperten vom Beratungsunternehmen Personalmarkt für IT-Führungskräfte errechnet. Die Studie entstand im Auftrag der COMPUTERWOCHE.

Die Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt hat gemeinsam mit der computerwoche die IT-Management-Gehälter in Deutschland unter die Lupe genommen.

Hier lesen Sie

welche Trends sich in der Vergütung abzeichnen;

was Firmen IT-Managern in Deutschland jährlich überweisen;

welche Branchen und Regionen besonders attraktiv sind.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

567488: CW-Vergütungsstudie;

556999: Gehälter in der Hightech-Industrie;

556396: Europäische Einstiegsgehälter.

Die Methode

Daten aus der Hightech-Branche gingen ebenso in die Auswertung der Führungskräfte-Einkommen ein wie solche aus Anwenderfirmen. In die Untersuchung wurden 8929 Datensätze aus dem vergangenen Jahr einbezogen, die zu 44 Prozent aus dem IT- und TK-Sektor und zu 56 Prozent aus dem Anwenderumfeld kommen. Die IT-Unternehmen unterteilt die Studie in die Branchen Telekommunikation, Halbleiterindustrie, Software¬?häuser und IT-Systemhäuser. Auf der Anwenderseite berücksichtigt die Studie vor allem Betriebe aus der Investitions¬?güter- und Konsumgüter¬?industrie, Finanzdienstleister sowie Medien- und Dienstleistungsunternehmen. Ausgewertet wurden die Gehälter der IT-Manager ‚Äì vom Projekt¬?leiter bis zum Bereichsleiter sowie die der Vertriebsverantwortlichen. Die Studie kann unter boeger@personalmarkt.de bestellt werden. Einzelpersonen erhalten einen kosten¬?losen Schnellcheck unter www.computerwoche.de/job_karriere/gehaelter/.

Personalmarkt-Vergütungsexperte Tim Böger stellt fest, dass der Wettlauf um die Gehaltserhöhungen zwischen Fach- und Führungskräften im vergangenen Jahr unentschieden ausgegangen ist. Seine Berechnungen ergeben ein Plus von durchschnittlich je 2,5 Prozent für beide Gruppen. Obwohl den Firmen wieder höhere Vergütungsbudgets zur Verfügung ständen als in den letzten drei Jahren, seien die meisten von ihnen zurückhaltend mit Gehaltserhöhungen. "Einem Hype mit anschließendem Crash wie 2001 wollen alle vermeiden." Eindeutig und ungebrochen setze sich der Trend hin zu Variabilisierung und Differenzierung fort, also das Zulassen von größeren Gehaltsunterschieden innerhalb eines Betriebs. "Die Differenzierung ist noch immer zu gering, und eine Förderung der Leistungsträger durch entsprechend höhere Gehälter nimmt eindeutig weiter zu", analysiert Böger.

Pauschale Erhöhungen kämen immer seltener vor. Um schwer ersetzbare Spezialisten an das Unternehmen zu binden, werde das Budget für Gehaltszuschläge insbesondere auf diese Gruppe verteilt. "Je qualifizierter der Mitarbeiter und je gefragter sein Wissen auf dem Arbeitsmarkt, desto höher der Gehaltsanstieg", folgert der Vergütungsexperte.

Nach wie vor spielt es gerade in den Führungspositionen - eine große Rolle, ob der Job im Konzern oder im Mittelstand ausgeübt wird. Weil Software- und Systemhäuser eher mittelständisch organisiert sind, schneiden die Manager in kleinen Firmen von der pekuniären Seite schlechter ab als die Kollegen in großen Betrieben.

So verdient ein IT-Bereichsleiter in der Bankenwelt im Durchschnitt 175000 Euro fest und erhält zusätzlich einen Bonus von 42700 Euro. Es folgen die Kollegen aus der Automobilindustrie mit durchschnittlich 147500 Euro plus 38900 Euro variabel, der Halbleiterindustrie mit 129000 Euro (21200 Euro) und der Telekommunikationsindustrie mit 123000 Euro (18600 Euro) Jahresgehalt. Schlusslicht sind die System- und Softwarehäuser, die ihren Bereichsleitern 113000 Euro (19200 Euro) beziehungsweise 119 000 Euro (17 700 Euro) im Jahr bezahlen.

Wie nicht anders zu erwarten, verdienen die Manager der niedrigeren Hierarchiestufen weniger als die Bereichsleiter, wobei vor allem das große Gefälle zum Abteilungsleiter in den Anwenderunternehmen auffällt. So bekommt der IT-Abteilungsleiter in einer Bank 95250 Euro Festgehalt, also fast 80000 Euro weniger als sein Bereichsleiter. Weniger dramatisch ist das Gefälle in der Softwareindustrie. Hier kommt der Abteilungsleiter auf 80615 Euro im Jahr. Geringer gestaltet sich hier mit gut zehn bis 15 Prozent der variable Anteil.

Der Gruppenleiter, eine Hierarchiestufe unterhalb des Abteilungsleiters, bewegt sich mit seinem Grundgehalt im Durchschnitt zwischen 67 000 Euro (Banken, Konsumgüterindustrie), 53 000 (IT-Softwarehäuser) und 45 000 Euro (Dienstleistungssektor). Böger weist darauf hin, dass "je niedriger der Mitarbeiter in der Hierarchie steht, desto geringer der variable Anteil seines Gehaltes ausfällt". Im Durchschnitt macht der variable Anteil bei den Gruppenleitern etwa zehn Prozent aus. Eine Ausnahme bildet die Softwareindustrie. Hier liegt er im Schnitt bei knapp 16 Prozent vom Grundgehalt.

Ein differenziertes Bild zeigt sich bei den Projektleitern. Während solche, die selbst über disziplinarische Personalverantwortung verfügen sich im vergangenen Jahr inflationsbereinigt knapp behaupten konnten (Zuwachs von 81 000 auf 81 200 Euro Gesamtgehalt), mussten die Projektleiter mit nur fachlicher Verantwortung im Durchschnitt auf knapp zwei Prozent ihres Gehalts verzichten, es sank von 60 960 auf 59 900 Euro. "Dieser Abschwung bildet eine Ausnahme in den IT-Berufen, und ich rechne dieses Jahr wieder mit einem Zuwachs", so Böger. Er hat beobachtet, dass die einfachen und weniger verantwortungsvollen Sachbearbeiterfunktionen in den letzten fünf Jahren kaum Zuwächse erzielen konnten, wohingegen die Gehälter der Führungskräfte und von Positionen, die wesentlichen Einfluss auf die Unternehmensentwicklung haben, im selben Zeitraum mit einem Plus von drei bis zum Teil sogar fünf Prozent pro Jahr bedacht wurden.

Vertriebsleiter erreichen in der IT-Branche ein Zielgehalt von rund 121 000 Euro, allerdings müssen sie einen unterschiedlich hohen variablen Anteil hinnehmen. Am höchsten ist dieser mit 37 000 Euro im Hardwaresektor und am niedrigsten mit 24 000 Euro in Halbleiterfirmen.

Grundsätzlich ist aber bei allen hier genannten Zahlen zu beachten, dass diese Mittelwerte auf der Auswertung von Firmen aller Größen beruhen. Beispielsweise liegen für Vertriebsleiter von Unternehmen unter 50 Mitarbeitern, dann liegen dort die Zielgehälter aus fixem und variablem Anteil bei nur 86 000 Euro, in Unternehmen mit 1000 bis 5000 Mitarbeitern dagegen bei durchschnittlich 159 000 Euro. Es gilt also zu berücksichtigen, so Böger, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen die Branche prägen. Allein ein Drittel aller Teilnehmer der aktuellen Untersuchung arbeiten in Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern.

Personalmarkt hat auch die Gehälter von Fachkräften in kleinen Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern verglichen. Hier stehen ganz andere Zahlen auf den Gehaltszettel. So betragen die Durchschnittseinkommen inklusive Bonus bei IT-Beratern 50 570 Euro im Jahr und und bilden das obere Ende der Gehaltsskala. Dahinter folgen Projektleiter (45 000 Euro), Softwerker (38 680 Euro), Supporter (32 300 Euro ) und Systemadministratoren (30 750 Euro).

Böger weist auf noch eine Entwicklung hin, die bisher nie in Frage gestellt wurde: je älter der Beschäftigte, desto mehr Gehalt. Er ist überzeugt, dass diese Kurve, die in der Vergangenheit ständig nach oben ging, flacher verlaufen und bei immer mehr Beschäftigten sich je nach Qualifikation und Marktsituation ‚Äì nach unten entwickeln wird. "Die Unternehmen gehen heute mehr und mehr dazu über, eine Stelle aufgrund ihres Potenzials zu bezahlen, die Karrierehistorie des Stelleninhabers wird immer weniger wichtig", so der Vergütungsprofi. Das Gehaltswachstum verlief nach seinen Berechnungen bisher typischerweise so: Einstieg in die erste Führungsposition mit 30 Jahren und 66300 Euro, weitere Stufen 35 (78100 Euro), 40 (88900 Euro), 45 (94200 Euro), 50 (98000 Euro) und 55 Jahre (100800 Euro).

Untersucht wurde auch, in welcher Stadt die höchsten Gehälter gezahlt werden. Hier liegt Frankfurt am Main (119,1 Prozent über dem Bundesschnitt) deutlich vor München (115,8), Stuttgart (114,6), Düsseldorf (112,2), Köln und Hamburg. Erfreulich ist die Entwicklung Berlins, das lange Zeit bei 90 Prozent des bundesdeutschen Gehaltsniveaus verharrte. Gute Gehaltsvorbereitung lohnt sich auf jeden Fall Im letzten Jahr konnte sich die Hauptstadt verbessern und den größten Sprung im Regionenranking machen. Sie liegt zwar mit 94,8 Prozent noch immer deutlich unter dem Bundesschnitt vor allem der westdeutschen Metropolen, aber die Tendenz zeigt eindeutig nach oben.

Gerade weil sich der Arbeitsmarkt für Jobsuchende wieder positiv entwickelt, empfiehlt Böger, sich auf Gehaltsgespräche gut vorzubereiten. Mehr Einkommen sei möglich, die Firmen seien im harten Wettbewerb auf überdurchschnittlich tüchtige Mitarbeiter angewiesen und auch bereit, diese besser als andere zu entlohnen. Sein Fazit: "Die aktuelle Nachfrage auf dem IT-Markt gibt Spielraum, für gute Leute etwas an der Gehaltsschraube zu drehen."