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27.02.2007

IT-Governance: Es hapert am Monitoring

Quantitative Erfolgsnachweise könnten Konflikte mildern.

Die Informationstechnik sieht sich heute mit Anforderungen unterschiedlichster Art konfrontiert: Sie soll das Business unterstützen, dafür sorgen, dass gesetzliche Vorschriften eingehalten werden, und einen messbaren Wertbeitrag für die gesamte Organisation leisten. Um ihr dabei zu helfen, führen viele Unternehmen "IT-Governance"-Strukturen ein. Was sie tatsächlich leisten, hat das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshaus Pricewaterhouse-Coopers (PwC) in seiner Studie "IT Governance in Practice - Insight from leading CIOs" untersucht, für die es rund 50 IT-Verantwortliche befragte.

Auf Kontrollfragen eingeengt

Unter dem IT-Governance-Begriff werden verschiedene Aspekte zusammengefasst, die bei der Ausrichtung und Steuerung der IT eine Rolle spielen. Dazu zählt PwC Fragen der IT-Strategie und -Organisation sowie der internen Leistungsverrechnung von IT-Services. So weit die Theorie. Die Praxis sieht zumeist anders aus, versichert PwC-Partner Marcus Messerschmidt: "Obwohl den meisten IT-Verantwortlichen das breite Spektrum bewusst ist, wird IT-Governance häufig auf Kontrollfragen eingeengt." Nur wenige Unternehmen würden einen "ganzheitlichen" Ansatz verfolgen. Deshalb sähen auch vier Fünftel der Befragten hinsichtlich ihrer IT-Governance "Optimierungsbedarf".

Als Auslöser für IT-Governance-Projekte fungieren in 60 Prozent der Unternehmen geänderte Anforderungen an die Systeminfrastruktur, so die PwC-Studie. Als wesentliche Beweggründe für die Einführung von IT-Governance-Strukturen nannten je 56 Prozent Effizienzsteigerungen durch reduzierte IT-Kosten und den Abbau von Parallelstrukturen. Mehr als 40 Prozent gaben auch gesetzliche Vorgaben an. Knapp 38 Prozent zielen auf ein besseres Risiko-Management.

Bloße Behauptungen

Das Monitoring der IT-Governance-Projekte kommt in den meisten Unternehmen zu kurz. Nur 16 Prozent messen den Erfolg der IT-Steuerung auch quantitativ. Ohne eine systematische Dokumentation bleiben Effizienzgewinne, höhere Datensicherheit oder stärkere Kundenbindung aber bloße Behauptungen, warnt PwC.

Wo harte Zahlen vorliegen, sind die Ergebnisse beeindruckend; teilweise ließen sich Einsparungen von mehr als 30 Prozent nachweisen. "Unternehmen sollten Kosten und erwartete Erträge den tatsächlichen Ergebnissen gegenüberstellen, um die häufig bestehenden Widerstände gegen IT-Governance-Projekte auszuräumen", empfiehlt Messerschmidt.

IT-Governance-Projekte haben oft Auswirkungen auf die Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse sowie Kostenaufteilung. Damit sind Konflikte zwischen dem IT-Bereich und den operativen Abteilungen programmiert. Im Einklang damit identifiziert die Studie sechs Erfolgsfaktoren:

• die aktive Unterstützung der Unternehmensleitung,

• kontinuierliche Information der Betroffenen,

• konsequente Umsetzung,

• definierte Ziele und Anreize,

• ein evolutionärer Ansatz und

• eine schlanke Organisation.

Zum Scheitern verurteilt sind laut Messerschmidt Konzepte, die ein "Korsett" aus Komitees, Sitzungen und Dokumentationspflichten schaffen: "Ist den Betroffenen der Sinn und Zweck der IT-Governance nicht klar, so werden sie Umstellungen nicht als Verbesserung, sondern als Belästigung empfinden". (qua) u