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29.10.2004

IT-Gründer starten wieder durch

Nach der New-Economy-Pleite geht nun eine reifere Generation neuer Unternehmen an den Start.

Florian Erber, Investment-Manager beim Risikokapitalgeber Wellington Partners, kann wieder lachen. Nachdem sich die großen IT-Konzerne nach längerer Durststrecke wieder gefangen und gute Zahlen präsentiert haben (siehe Seite 14), registriert auch seine Branche Anzeichen der Besserung. "Der Optimismus unter Technologieunternehmern überträgt sich auch auf Newcomer", so Erber.

Der aktuelle "Wellington-Deal-Monitor", eine Auswertung aller im dritten Quartal eingegangenen Business-Pläne, zeigt zudem eine steigende Zahl gut präparierter IT-Startups, die finanzielle Starthilfe suchen. Die Zeiten, in denen junge Teams ausschließlich mit einer Geschäftsidee bewaffnet nach Geldgebern Ausschau hielten, sind vorbei. In der Mehrzahl handelt es sich nun um gestandene Management-Teams, die mit einem erprobten Geschäftskonzept ihre erste oder zweite Finanzierungsrunde abschließen möchten.

Im Durchschnitt wünschen sie sich rund 3,5 Millionen Euro. Damit handelt es sich nach Ansicht von Bart Markus, Partner bei der Münchner Venture-Capital-Firma, um eine realistische Größe. So ging das Gros der eingereichten Business-Pläne im dritten Quartal 2004 davon aus, mit einer einzigen Finanzierungsrunde die Gewinnzone erreichen zu können.

Für die Reife der Unternehmen spricht zudem, dass sie bei ihrem ersten Kontakt mit Venture-Capital-Gebern im Durchschnitt bereits 15 Mitarbeiter beschäftigen. Binnen drei Jahren planen sie im Mittel eine Verdreifachung dieser Zahl, während der Umsatz über den gleichen Zeitraum auf das Sechzehnfache steigen soll.

Mit 57 von 100 möglichen Punkten erreichten die Gründer im dritten Quartal ein vergleichsweise hohes Niveau im so genannten Well-Go-Index - einem Indikator, der auf Basis der Angaben zu geplanten Umsätzen, Gewinnschwelle und Mitarbeiterwachstum Aufschluss über die Ambitionen und die Stimmung unter den Entrepreneuren gibt.

Trotz nachweislich hoher Qualität erhält allerdings nur eine Minderheit der Unternehmen eine Finanzierung. Wellington Partners investiert pro Quartal in ein bis zwei neue Firmen. Eine Absage durch einen VC sei dabei nicht unbedingt als Ablehnung der vorgestellten Geschäftsidee zu interpretieren, so Wellington-Partner Markus. Den Geldgebern gehe es vielmehr darum, Geschäftsideen mit besonders hohem Wachstumspotenzial zu unterstützen. Für alle anderen Fälle seien alternative Finanzierungswege besser geeignet - von der klassischen Erstfinanzierung durch "Familiy, Fools and Friends" bis hin zur Unterstützung durch Business Angels. Nichtsdestotrotz bestehen bei vielen der eingereichten Business-Pläne gute Chancen, dass daraus ernst zu nehmende Firmen hervorgehen, meint Markus. Sein Rat: "Jeder Gründer sollte sein Konzept daraufhin überprüfen, ob er nicht durch Beratung oder Mitarbeit bei potenziellen Kunden so viel Kapital und Know-how sammeln kann, dass er in einem nächsten Schritt aus eigener Kraft das eigene Produkt zur Marktreife bringen kann." Damit stiegen auch die Chancen auf eine anschließende Venture-Capital-Finanzierung. (mb)