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24.11.1995

IT im Gesundheitswesen Kommentar/Overselling im gut getarnten Chaos

Kenner des boomenden Gesundheitswesens sprechen von einem "reifen" Markt. Ausschliesslich positiv kann dies nicht gemeint sein. Reif fuer mehr Transparenz allerdings ist dieser mehr wuchernde als wachsende Wirtschaftszweig, reif vor allem fuer sehr viel mehr professionellen Einsatz von Informationstechnik - mit Betonung auf professionell.

Schlank sollen naemlich auch Krankenhaeuser, Abrechnungsstellen, Arztpraxen sein (und Patienten moeglichst auch, weil kostenguenstig). Angesagt waere, wie in anderen umsatzstarken Institutionen der Wirtschaft auch, "Business Re-Engineering", wie es im Buche steht.

Und wer ist dafuer normalerweise verantwortlich? Der Organisator. Zwar existiert ein Berufsbild fuer diese Spezies Mensch, manchmal sogar ein Kaestchen im hochkomplexen Organigramm eines Krankenhauses, doch delegieren die Zustaendigen nach dem Motto "Den letzten beissen die Hunde" den schleudersitzverdaechtigen Reorganisationsjob am liebsten an einen externen Berater.

Der kann zwar Probleme loesen helfen, wird in der Regel aber gleichzeitig - Seehofer sei's geklagt - in erster Line fuer sich und dafuer sorgen, dass das Krankenhaus bei seinem Leisten (pardon Kernkompetenz) bleibt, dem Pflegen und Heilen, und sich nicht um moderne Organisationsformen kuemmert. Damit naemlich, unterstuetzt von offenen Client-Server-Strukturen, waeren die beschworenen Einsparungen zu erzielen. Das indes heisst, spezifische Organisations- und Informationstechnikkompetenz im einzelnen Krankenhaus oder auch in grossen Zusammenschluessen von Kliniken aufzubauen.

Die zahlreichen faszinierenden High-Tech-Anwendungen, sei es im OP, sei es das digitalisierte und integrierte Roentgenbildarchiv, duerfen nicht darueber hinwegtaeuschen, dass wir es in aller Regel noch mit nicht ausreichend vernetzten Inselloesungen zu tun haben, mit chaotischen Entscheidungswegen, sprich: mit kostentreibenden Inkompatibilitaeten aller Art.

Vorlaeufig gibt es hier von allem noch viel zu viel: zu viele Entscheider, Standards und Pseudostandards, zu viele Klinkenputzer speziell in den Arztpraxen, zuviel (Des)Information.

Kurz, ein gut getarntes Chaos, das zum Overselling geradezu herausfordert. Ausnahmen bestaetigen die Regel.

Industrielle Strukturen, Controlling, Wettbewerb und Markttransparenz sind auch fuer das Gesundheitswesen unverzichtbar.