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01.06.2006

IT-Industrialisierung hilft Freiberuflern

Das Modell der reduzierten Fertigungstiefe aus der Automobilindustrie wird sich auch in der IT-Industrie durchsetzen - das bedeutet mehr Chancen für Freiberufler.

Das heutige Arbeitsmodell in der IT-Industrie reicht nicht aus, um auch in Zukunft die Anforderungen der Gesellschaft, der Unternehmen und der einzelnen Mitarbeiter zu erfüllen. Die Einflussfaktoren lassen sich an verschiedenen Aspekten ablesen. Die Diskussion über die Globalisierung hat auch den IT-Dienstleistungssektor erfasst: Datenbankadministratoren, die Systeme in deutschen Unternehmen von Indien, Rumänien oder der Ukraine aus pflegen, sind keine unüberwindbare technische und logistische Herausforderung mehr.

Verbund von Freiberuflern

Its People ist ein bundesweiter Anbieter von IT-Dienstleistungen in den Segmenten Oracle, SAP, Business Intelligence, Data Warehouse sowie IT-Management. Der Verbund hat selbständige Regionalgesellschaften in Frankfurt am Main, Hoch-Taunus, Köln und München. IT-Spezialisten sind als Gesellschafter eingebunden und werden durch Management- und Vertriebsleistungen unterstützt. Informationen sind unter www.its-people.de erhältlich.

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Der Abbau fester Mitarbeiter und damit die Reduzierung der Fixkosten ist nach wie vor nicht abgeschlossen. Selbst in vermeintlich zukunftsorientierten Technologien entlassen Firmen Beschäftigte und verlagern die Arbeit in Länder mit hohen Ausbildungsstandards, aber niedrigen Personalkosten, um am Weltmarkt bestehen zu können. Dagegen müssen sich Mitarbeiter in Westeuropa gefallen lassen, dass sie nur noch als (Fix-)Kostenblock und nicht als Wertschöpfungspotenzial betrachtet werden.

Wie lassen sich diese Entwicklungen deuten? Der Trend geht von der Kosten- zur Ausgabenorientierung (Cashflow) und fordert eine Amortisation der Investition innerhalb von Monaten - im Gegensatz zu den Zeiten vor und während der New Economy. Dieser Trend setzt sich auch in den IT-Dienstleistungen fort. Sie werden immer mehr zum Realtime Business. Das bedeutet, dass die Personalkapazitäten und der Personalaufbau in IT-nutzenden Unternehmen sich nach dem traditionellen Arbeitsmodell immer in fixen Kosten niederschlagen, die unabhängig von der tatsächlichen Nutzung (Produktivität) anfallen.

Firmen reduzieren Fixkosten

Darüber hinaus steigt das Bewusstsein der Unternehmen, dass die Stückkosten (Kosten pro produktive Stunde auf Basis der Total Cost of Employment) durch indirekte Kosten (für Einstellung, Wissenserhalt, Ausstellung, etc.) belastet sind und sich am Return-on-Human-Capital messen lassen müssen. Das Modell der Reduzierung der Fertigungstiefe, die der produzierenden Industrie das Überleben gesichert hat, wird auch in der IT-Dienstleistung immer populärer. Die Regel, dass maximal 70 Prozent mit eigenen Ressourcen abzudecken sind und minimal 30 Prozent mit einem oder mehreren externen Dienstleistern, setzt sich damit in der IT immer mehr durch. Hinzu kommt, dass sich Unternehmen mit eigenem Personal auf die strategischen und unternehmenskritischen Bereiche konzentrieren und die übrigen Aufgaben extern vergeben.

Ständiges Messen mit den Mitbewerbern

Damit fällt dem Sourcing und dem IT-Kapazitäts-Management eine besondere Rolle zu. Der Mehrbedarf an Mitarbeitern resultiert aus unterschiedlichen Anforderungen in den Unternehmen. Spezielles Wissen wird bei der Einführung neuer Technologien benötigt, das im Hause bisher nicht verfügbar ist, temporäre Nachfrage nach Mehrkapazität durch neue Projekte, zusätzliche Anforderungen in (Projekt-)Management-Funktionen, Mehrbedarf durch den technischen Wandel neuer Hard- und Softwareprodukte und Architekturmodellen (etwa SOA).

Kunden benötigen darum zusätzliche Resourcen, die sie nicht mit eigenen Mitarbeitern abdecken können. In den vergangenen Jahren arbeiteten Betriebe wegen ihres starken Wachstums mit externen IT-Experten zusammen. Heute dagegen sind es veränderte Strukturen und andere Organisationsmodelle der Firmen, die es erfordern, mit Externen zu kooperieren.

Was sind nun die wesentlichen Beschreibungsmerkmale der Selbständigkeit? Es ist die leistungsbezogene Honorierung, wobei sich das Honorar auch als aktueller Marktwert der persönlichen Leistungen und der Expertise verstehen lässt. Um diesen Marktwert zu erhalten, müssen sich die Selbständigen am Markt und den Mitbewerbern permanent messen und sich nicht nur im technisch-fachlich, sondern auch in Sachen sozialer Kompetenz weiterentwickeln. Bedingungslose Kundenorientierung und die Einstellung, als Unternehmer am Markt aktiv zu sein, und damit die Freiheit der Wahl der Aufgabe runden das Bild des freien Unternehmers ab. Die Herausforderung für Selbständige in der IT-Dienstleistung ist jedoch die permanente vertriebliche Tätigkeit, gepaart mit den immer kürzeren Laufzeiten der Verträge.

Thomas Algermissen, Geschäftsführer von Its People, einem Netzwerk von IT-Selbständigen, formuliert das folgendermaßen: "Die Variabilisierung der Fixkosten und die Möglichkeit, qualifizierte IT-Dienstleistung genau dann einkaufen zu können, wenn sie benötigt wird, stellt einen unschätzbaren Vorteil für Unternehmen dar. Für den Freiberufler ist die ständige Orientierung an den Marktanforderungen und die damit unmittelbare Einflussnahme auf sein Honorar eine interessante Möglichkeit, auch in schwierigen Zeiten ein adäquates Einkommen zu erzielen und den eigenen Anspruch an die Aufgabe zu realisieren."

Einzelkämpfertum ist nicht jedermanns Sache

Die freiberufliche Tätigkeit hat aber nicht nur Vorteile. Gerhard Wächter, Geschäftsführer der Its-People-München-GmbH, gibt zu bedenken: "Das Risiko der Nichtauslastung, das Einzelkämpfertum und die permanente Notwendigkeit, den Kunden von der eigenen Leistungsfähigkeit zu überzeugen, sind sicher nicht jedermanns Stärke. Aber die Chancen als freier Unternehmer zu agieren, sowie die Tendenz der Firmen, ihre Leistungstiefe zu verringern und externe Partner hinzuzuziehen, bilden die Voraussetzung, die berufliche Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen und damit der CEO der eigenen Karriere zu werden." (hk)