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15.03.1991 - 

Geeignete Rücknahmeverfahren fehlen zum Teil noch

IT-Industrie will Recycling von ausrangierten Geräten

Alte Kopiergeräte PCs oder DV-Anlagen gehören nicht auf die Deponie. Sie sollten möglichst gezielt eingesammelt werden, um die darin enthaltenen Wertstoffe soweit wie möglich wiederzuverwerten. Der von VDMA und ZVEI im September 1990 gemeinsam gegründete Arbeitskreis "Elektronikgeräte-Entsorgung" arbeitet an einem praktikablen Entsorgungs- und Wiederverwertungskonzept.

Die informationstechnische Industrie hatte bisher das Image, nicht nur selbst umweltfreundlich zu sein, sondern darüber hinaus auch wesentlich zu einem modernen Umweltschutz beizutragen; man denke nur an die Überwachung der Luftschadstoffe oder prozeßgesteuerter Recyclingprozesse. Mit der zunehmenden Sensibilität für in Umweltfragen ist sie in jüngster Zeit dennoch in die Schußlinie öffentlicher Kritik geraten. Anlaß hierfür ist die Entsorgung von Altgeräten. Die Branche nimmt diese Kritik ernst und hat entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet.

Derzeit fallen Literaturangaben zufolge jährlich zwischen 5000 und 7000 Tonnen "Elektronikschrott" an, zum Beispiel aus Platinen und Steckverbindungen. Zudem entsteht noch eine wesentlich größere Menge (in der Größenordnung von 100000 Tonnen und mehr) in anderen Bereichen, wie der Unterhaltungselektronik und bei Haushaltsgeräten. Namhafte Unternehmen haben schon lange vor der jetzt geführten Diskussion über den Elektronikschrott das Problem erkannt und begonnen, Altgeräte zwecks Wiederverwertung zurückzunehmen. Sie haben praktikable Lösungen erarbeitet und die entwickelten Rücknahmesysteme der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Bestandsaufnahme zeigt, daß bei informationstechnischen Geräten heute schon zum großen Teil umweltgerechte Verwertung gewährleistet Sie erfolgter streng nach den bereits 1975 mit dem Abfallwirtschaftsprogramm postuliert Zielen:

- Entstehung von Abfall vermeiden,

- nichtvermeidbare Abfälle verwerten,

- nichtvertretbare Abfälle so behandeln, daß sie umweltverträglich abgelagert werden können.

Um diesen Zielen gerecht zu werden, werden alte, ausrangierte Geräte teilweise von Hand demontiert und nach Ausbau direkt wiederverwertbarer Teile mechanisch fraktioniert.

Edelmetallhaltige Teile, wie Platinen, Steckverbindungen etc., werden von Unternehmen der Edelmetallrückgewinnung oder auch von Kupferhütten aufbereitet. Die bei den Verhüttungsprozessen anfallende Schlacke kann als Füllmaterial zum Beispiel beim Straßenbau wiederverwendet werden. Sonstige Metalle werden zur Verhüttung aufbereitet. Somit läßt sich der überwiegende Teil eines Gerätes durch Wiederverwertung oder Recycling dem Wirtschaftskreislauf wieder zuführen. Nur ein kleiner Rest landet auf Sondermülldeponien.

Trotz der positiven Bestandsaufnahme ist angesichts der wachsenden Stückzahlen von elektronischen Erzeugnissen und dem Bemühen um Ressourcen- und Umweltschonung eine Erhöhung der Wiederverwertungs- beziehungsweise Recycling-Quote unter Einbindung aller Anbieter notwendig, um einerseits die Wiederverwertung wirtschaftlicher zu gestalten und andererseits die derzeitige Entsorgungssituation zu entlasten. Eigeninitiative, der Industrie muß dabei Vorrang haben vor staatlichen Maßnahmen.

Die Schaffung eines wirtschaftlichen, flächendeckenden Entsorgungssystems für Geräte der Büro- und Informationstechnik und die kontinuierliche Anhebung der Recycling-Fähigkeit der eingesetzten Stoffe sind eine lohnende Aufgabe. Hierzu müssen im wesentlichen noch neue Verfahren - etwa für das Glas-Recycling - entwickelt werden, die ein wirtschaftliches Entfernen der schadstoffhaltigen Beschichtung ermöglichen. Insbesondere ist für das Recycling-Gut Glas ein Verwendungszweck zu finden, beispielsweise als Zusatz in Bleiglas oder Baumaterialien.

Eine weitere Herausforderung stellt das Kunststoff-Recycling an die IT-Industrie. Die Vielzahl der heute eingesetzten Kunststoffe erschwert die beim Kunststoff-Recycling geforderte Sortenreinheit. Wenn möglich sollte daher die Anzahl der verwendeten Kunststoffe reduziert und durch ihre Kennzeichnung eine Sortierung bei der Demontage ermöglicht werden.

Mit dem Ziel, ein Verwertungs- und Recycling-System in Eigenverantwortung zu schaffen, wurde im VDMA unter maßgeblicher Beteiligung der Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik der Arbeitskreis "Elektronikgeräte-Verwertung" gegründet. Gemeinsam mit dem ZVEI soll ein umweltgerechtes Sammlungs- und Wiederverwertungskonzept erarbeitet werden. Langfristig erklärtes Ziel des Arbeitskreises ist darüber hinaus, zu einer Recycling-gerechten Konstruktion zu gelangen. Bereits bei der Entwicklung neuer Produkte ist die spätere Demontage als wesentlicher Gesichtspunkt zu berücksichtigen, um so die Verwertungs- und Recycling-Quote insbesondere bei Kunststoffen signifikant zu erhöhen.

Ein Thema mit hohem Stellenwert

Das Thema hat inzwischen auch in anderen Industrieländern einen hohen Stellenwert bekommen. Es war erstmals auch Gegenstand für einen F(...)fahrungsaustausch der informationstechnischen Industrie auf der Generalversammlung ihres Weltverbandes "International Information Industry Congress" (IIIC) Ende vergangenen Jahres. Die Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik hat die Federführung für das neu in das Arbeitsprogramm von IIIC aufgenommene Thema "Environmental Achievement" übertragen bekommen.