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01.03.1996 - 

DV-Investitionen/Gartner Group fragt nach den Budgetplaenen

IT-Investitionen '96: Anwender stuerzen sich auf Client-Server

Die Client-Server-Anwendungsentwicklung geniesst im dritten Jahr nacheinander hoechste Prioritaet unter den neuen Technologien, Architekturen und Anwendungen. Wichtiger geworden ist ausserdem der "Aufbau einer Netzinfrastruktur" (LANs) - von Platz sieben im vergangenen Jahr stieg dieses Anliegen auf Rang zwei 1996. Ferner sind den IT-Shops Desktop-Connectivity und - fuer die Analysten zu diesem fruehen Zeitpunkt ein wenig ueberraschend - Data-Warehousing zusaetzliche Ausgaben wert.

Die Analysten gewinnen ihre Erkenntnisse aus einer einfachen Rechnung: Sie zaehlen aus, wie viele Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr zusaetzlich in ein bestimmtes Produkt oder eine Technik investieren wollen und wie viele ihr Engagement jeweils drosseln. Die Differenz zwischen dem ersten und dem zweiten Resultat wird durch die Anzahl der antwortenden Firmen dividiert, so dass ein "Ausgaben-Index" entsteht.

Vor allem in Client-Server-Technik wollen die Anwender investieren - die Analysten haben sich das Verhalten der Unternehmen genauer angesehen. Immerhin 81 Prozent stecken demnach mitten in einem oder mehreren Client-Server-Projekten, 15 Prozent evaluieren die verfuegbaren Entwicklungsumgebungen, und nur vier Prozent hegen keinerlei Client-Server-Plaene. Die mit Abstand meisten Programme werden zur Zeit fuer den Einsatz in Client-Server-Umgebungen geschrieben.

Ein klares Votum zugunsten von IBM und Hewlett-Packard geben die Anwender bezueglich der Server-Hardware ab. Vor allem RISC-Server werden als Plattform fuer neue Anwendungen genutzt, aber auch Intel-basierte High-end-PCs faszinieren die Kunden. Auch Sun Microsystems, Digital Equipment und Compaq haben als Server- Lieferanten gute Karten, waehrend die Anwender AT 38;T ihr Vertrauen entzogen haben.

Was das Betriebssystem fuer Anwendungs-Server angeht, liegt Unix in diesem Jahr voraussichtlich mit einem Marktanteil von 25 Prozent vor dem stark zulegenden Windows NT (23 Prozent, Vorjahr: 16 Prozent). Die Analysten gehen davon aus, dass Microsoft weiter Boden gutmachen kann, wenn NT als Anwendungs-Server die notwendigen funktionalen Erweiterungen erhaelt. Fuer 1997 werden bereits deutliche Verschiebungen zugunsten von NT erwartet, die sich wohl hauptsaechlich zu Lasten von OS/2 und Netware vollziehen werden.

Auf Unix und NT folgen unter den Anwendungs-Server- Betriebssystemen Novell Netware (16 Prozent), MVS (13), OS/2 (neun), die AS/400 (acht) und DEC/ VMS (fuenf). Als Datenbank in Client-Server-Umgebungen bevorzugen die Anwender Oracle mit einem klaren Vorsprung vor den Verfolgern Sybase, IBM, Microsoft und Informix.

Dieses Resultat wirkt sich auf die Investitionsabsichten der Anwender aus: Die Gartner Group sieht vor allem Microsoft und Oracle in den Genuss des Geldregens kommen. Ausserdem befinden sich Novell, Sybase und Informix im positiven Bereich der Skala. Unter den Anbietern von Hardware- und Speichersystemen stehen Hewlett- Packard und Compaq an der Spitze; in die Produkte dieser Firmen wollen die Anwender deutlich mehr investieren als im Jahr zuvor. Eine positive Bilanz weisen ferner EMC, Sun Microsystems, IBM und Storage Technology auf.

Den groessten Satz nach vorne haben in dieser Bilanz seit dem letzten Jahr Digital Equipment und IBM gemacht - zwei Hersteller, mit denen die Anwender wieder stark rechnen. Deutlich oder sogar extrem abgefallen sind Apple, AT 38;T, Sybase und Amdahl.

Bei den Desktop-Betriebssystemen setzen sich die Microsoft- Plattformen laut Gartner-Erhebung weiter durch. 1995 arbeiteten 56 Prozent der bei den befragten Unternehmen eingesetzten Desktops mit Windows 3.x und 16 Prozent mit MS-DOS. Nur ein Prozent entfiel auf Windows 95, zwei Prozent auf NT. Dieser Microsoft-Basis von insgesamt 75 Prozent stand ein Marktanteil von 18 Prozent fuer IBMs OS/2 und von fuenf Prozent fuer das Mac-Betriebssystem von Apple gegenueber. In diesem und im naechsten Jahr werden laut Gartner bereits 85 Prozent aller Desktops mit einem Microsoft-System laufen.

Windows 3.1 macht auch 1996 mit rund 40 Prozent noch den groessten Anteil der installierten Systeme aus, gefolgt von Windows 95 (26), NT (zehn) und DOS (acht). Vor allem Windows 95 gewinnt stark an Marktanteilen, primaer in der zweiten Haelfte dieses Jahres, wenn ein neues Release vorliegt, wird ein Boom erwartet. Bereits 1997 sollen 42 Prozent aller Desktops mit dem Betriebssystem arbeiten. Windows NT duerfte dann immerhin auf 21 Prozent der PCs eingesetzt werden. Duester sind die Prognosen fuer IBMs OS/2: Von einem 18prozentigen Marktanteil 1995 bleiben in diesem Jahr noch sieben Prozent uebrig. Gartner Group betont jedoch, dass gerade diese Zahl nicht repraesentativ sei und nur deswegen zustande komme, weil einige grosse OS/2-Shops mit dem Wechsel auf eine Microsoft- Plattform begonnen haetten.

Die Gartner Group hat unter den 800 US-Grossunternehmen auch Hardwaretrends im Desktop-Bereich erhoben. 1996 und vor allem 1997 gehen demnach viele Unternehmen auf Pentium-basierte PCs ueber. Die Intel-Plattform soll 1996 fuer 30 Prozent und 1997 fuer 52 Prozent aller PCs die Basis sein. Nur noch 21 Prozent der installierten Desktops arbeiten demnach 1996 mit einem 386-Prozessor (1997: sieben Prozent), und die Zahl der 486-Rechner wird von 43 Prozent in diesem auf 35 Prozent im naechsten Jahr schrumpfen. Ausserdem sinkt laut Analyse der Marktanteil der Macintosh-Rechner von sechs Prozent 1995 auf vier Prozent in diesem Jahr.

Auch in puncto Kundenzufriedenheit hat sich die Gartner Group schlau gemacht. Dabei beziehen sich die Analysten auf das Jahr 1995. Auf einer Notenskala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (unzufrieden) fuehren Microsoft und Oracle gemeinsam mit der Durchschnittsnote 2,6 die Wertung unter den Softwarehaeusern an. Novell, Sybase und Informix folgen jeweils mit der Note 2,7, waehrend Computer Associates lediglich einen Wert von 3,3 erreicht.

Hewlett-Packard liegt mit einem Durchschnitt von 2,3 an der Spitze der System- und Speicheranbieter. Vor allem die strategische Ausrichtung des Herstellers sagt den Kunden zu (Note: 2,1). Im Vergleich zu 1994 hat HP den Schnitt um 0,2 Punkte verbessert. Es folgen EMC (2,4), Compaq (2,5) sowie gleichauf die Anbieter Sun Microsystems, Storage Technology und IBM mit jeweils 2,6. Noch im Vorjahr hatte die IBM nur einen Wert von 2,9 erreicht. Apple und Unisys ste- hen mit Werten von 3,2 beziehungsweise 3,3 am Ende der Tabelle.

Auf die Frage, welche Produkte in diesem und im naechsten Jahr besonders stark nachgefragt sein werden, haben die Analysten ebenfalls eine Antwort. Im Vergleich zu 1995 faellt auf, dass die Bereitschaft, in Midrange-Systeme und Server zu investieren, 1996 deutlich zunimmt. Die Analysten bringen dies mit dem Downsizing- Interesse der Firmen, der Entwicklung neuer Anwendungen fuer Client-Server-Plattformen sowie mit der Konsolidierung der Netzressourcen in Verbindung. Ausserdem wird verstaerkt Geld fuer Netzwerkhardware (Server, LANs, Hubs, Router) und Desktop-Systeme ausgegeben.

Am groessten ist jedoch das Interesse an Portable-Systemen und Zubehoer. Die Gartner Group nennt Lieferengpaesse bei Pentium- Notebooks im vergangenen Jahr als Grund und schliesst nicht aus, dass in manchen Unternehmen Desktop-Arbeitsplatzrechner durch Portables ersetzt werden.

Waehrend die Anbieter von Netzwerksoftware und relationalen Datenbanksystemen ebenfalls gut lachen haben - sie werden in den Budgetplanungen nur geringfuegig schlechter bedacht als im Jahr zuvor -, ist die Bereitschaft, in IBM-Mainframes und Kompatible zu investieren, deutlich gesunken.

Budgetplanungen 1996 (1 = hohe Investitionen, 5 = geringe Investitionen)

Durchschnittswert / Menge der Antworten

1. Client-Server-Anwendungsentwicklung 2,2 / 638

2. Aufbau einer Netzinfrastruktur 2,4 / 479

3. Desktop-Connectivity 3,0 / 358

4. Data-Warehousing 3,1 / 407

5. Windows-3.x-nach-Windows-95-Migration 3,2 / 326

6. Implementierung offener Systeme 3,2 / 266

7. Workgroup-Anwendungen (Lotus Notes) 3,3 / 343

8. Document Imaging/Workflow Automation 3,3 / 309

9. Mainframe-Downsizing 3,3 / 222

10. Objektorientierte Entwicklung 3,3 / 198

11. Wechsel von nichtrelationaler auf relationale Datenbank 3,3 / 195

12. Mobile Computing 3,4 / 263

13. Windows-3.x-nach-Windows-NT-Migration 3,4 / 178

14. DOS-nach-Windows-Migration 3,4 / 143

15. Repositories 3,5 / 169

16. Desktop-Videoconferencing 3,8 / 117

Quelle: Soundview Financial Group

Trends bei Client-Betriebssystemen

Ende 1995 / Ende 1996 / Ende 1997

Windows 3.x: 68 / 41 / 18

Windows 95: 3 / 28 / 44

Windows NT: 3 / 11 / 22

DOS: 3 / 2 / 1

Microsoft insgesamt: 77 / 82 / 85

Unix: 6 / 7 / 7

OS/2: 10 / 7 / 5

Macintosh OS: 4 / 3 / 2

Angaben in Prozent, Quelle: Soundview Financial Group