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05.12.2006

IT-Jahr 2006 - Lust auf mehr

Auch wenn nicht alle Anbieter ihre Ziele erreichten, war 2006 für die meisten Hersteller doch ein gutes IT-Jahr, das Hoffnungen für die kommenden zwölf Monate weckt.

Die großen Katastrophen blieben den ITK-Anbietern 2006 erspart. Branchen-Flaggschiffe wie Cisco, Hewlett-Packard, IBM, Intel, Microsoft, Oracle und SAP präsentierten durch die Bank Bilanzen mit wachsenden Umsätzen und soliden Gewinnen.

Die weiteren Aussichten …

Laut Bitkom legen die Umsätze im deutschen ITK-Markt 2006 um 2,5 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Jahr auf insgesamt 146,4 Milliarden Euro zu. Damit blieb das Wachstum zwar hinter den Raten aus den Jahren 2005 (plus 3,5 Prozent) und 2004 (plus 3,6 Prozent) zurück, allerdings stabilisierten sich die hiesigen Geschäfte zusehends - zumindest im Vergleich zu den schwierigen Jahren unmittelbar nach der Jahrtausendwende. Für das kommende Jahr erwartet der Branchenverband ein Plus von rund 1,6 Prozent auf 148,8 Milliarden Euro. Allerdings hinkt Deutschland dem Wachstum auf europäischer und weltweiter Ebene etwas hinterher. Dort wurden im zurückliegenden Jahr Steigerungsraten von rund drei beziehungsweise vier Prozent erzielt.

Branchenmonitor

Der monatliche Branchenmonitor der computerwoche informiert Sie über alle wichtigen Ereignisse des weltweiten ITK-Marktes. Jeden Monat erfahren Sie hier Einzelheiten zu Marktentwicklungen, Unternehmenszahlen, Bilanzen, Akquisitionen, dem Arbeitsmarkt sowie konjunkturellen Entwicklungen. Wir fassen für Sie das wichtigste Geschehen auf wenigen Seiten zusammen. So sind Sie für Ihre Geschäfte immer auf dem aktuellen Stand.

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Martin Bayer

Der ITK-Markt befindet sich in einem rasanten Wandel. CW-Redakteur Martin Bayer berichtet Monat für Monat im Branchenmonitor über die wichtigsten Ereignisse. Seine persönliche Marktsicht fasst er in der computerwoche für Sie zusammen. Noch näher am Puls des ITK-Marktes sind nur Sie, lieber Leser. Scheuen Sie sich nicht, uns über interessante Entwicklungen zu informieren und uns "die Meinung" zu sagen.

Kontakt: Martin Bayer, Tel. 089/360 86-697 oder mbayer@computerwoche.de.

Hardware

Zwar bleiben die Geschäfte mit "harter Ware" schwierig, aber es kam nicht so schlimm, wie mancher Experte in der Vergangenheit vorausgesagt hatte. Die Anbieter haben sich auf die schrumpfenden Margen eingestellt: Herstellern wie IBM und Hewlett-Packard ist es auch in den zurückliegenden Quartalen gelungen, Umsätze und Gewinne mit ihren Rechnern und Speichersystemen zu steigern.

Auch das PC-Geschäft wächst, wenn auch nicht mit zweistelligen Raten wie noch im Jahr zuvor. Dennoch können Hersteller wie Dell nach wie vor gut davon leben. Nur deutsche Anbieter wie Fujitsu-Siemens Computers, Maxdata und Medion kamen zuletzt ins Straucheln. Ausreden, das liege am schwierigen hiesigen Markt, gelten jedoch nicht. HP und Acer gelang es zuletzt, auch hierzulande ihren Absatz um rund 20 Prozent zu steigern.

• Prognose: Hardware ist nach wie vor gefragt. Im PC-Geschäft könnten neue Quad-Core-Prozessoren sowie Windows Vista und das neue Office für zusätzlichen Schwung sorgen.

Halbleiter

Der Thron des Spitzenreiters Intel geriet 2006 etwas ins Wanken. Gleich zu Beginn des Jahres hatte der Branchenprimus die Börse mit einer Umsatzwarnung geschockt und in der Folge die Erwartungen der Analysten ein ums andere Mal enttäuscht. Ein Blick auf die blanken Zahlen relativiert jedoch die Aufregung: Nach wie vor setzt Intel jedes Quartal zwischen acht und neun Milliarden Dollar um und weist alle drei Monate im Durchschnitt Gewinne von deutlich über einer Milliarde Dollar aus. Damit liegt Intel nach wie vor weit vor dem Konkurrenten AMD. Trotzdem begegnete der Marktführer seiner Krise mit rigiden Maßnahmen. 10000 Arbeitsplätze werden gestrichen.

Insgesamt legt der Halbleitermarkt kontinuierlich zu. Verantwortlich dafür ist in erster Linie die steigende Nachfrage aus der Unterhaltungselektronik. Immer mehr Geräte, von der Digitalkamera über digitale Videorekorder bis hin zu MP3-Playern und Handys, brauchen laufend höhere Rechenpower und Speicherkapazität.

• Prognose: Das wachsende Geschäft mit den Produzenten von Consumer-Elektronik wird die Kassen der Chiphersteller auch im kommenden Jahr klingeln lassen.

Telekommunikation

Die Konsolidierung unter den Telekommunikationsanbietern läuft auf vollen Touren. So ist beispielsweise AT&T in den USA auf dem besten Weg, einen neuen Telco-Giganten zu schaffen. In Europa sorgte im zurückliegenden Jahr die Übernahme von O2 durch die spanische Telefonica für Aufsehen. Auch die Investoren haben anscheinend Lunte gerochen und wittern gute Geschäfte. So zieht beispielsweise bei der Deutschen Telekom der Minderheitsaktionär Blackstone mehr und mehr die Fäden im Hintergrund.

Für den Magenta-farbenen TK-Riesen war 2006 schlicht ein Katastrophenjahr. Kai-Uwe Ricke fand keine Rezepte gegen Kundenabwanderung und Preisverfall. Er musste seinen Platz für René Obermann räumen. Man darf gespannt sein, ob der Ex-Chef der Mobilfunksparte T-Mobile den ehemaligen Staatsbetrieb in Schwung bringt. Gewerkschaften und Regulierungsbehörden dürften die geplanten Umstrukturierungen jedenfalls mit Argusaugen im Blick behalten.

• Prognose: Für den TK-Markt bleiben die Zeiten schwierig. Zwar versprechen Datendienste und teilweise auch der Mobilfunk gute Geschäfte, doch damit lassen sich die Erosionserscheinungen im Festnetz, die durch Internet-Telefonie noch beschleunigt werden, kaum kompensieren.

Internet

Google ist und bleibt im Internet-Geschäft das Maß aller Dinge. Ein Rekordergebnis jagt das nächste. Im Herbst knackte die Aktie die 500-Dollar-Marke. Damit verfünffachte der Suchmaschinenspezialist inner- halb von zwei Jahren seine Marktkapitalisierung und liegt mit einer Börsenbewertung von über 150 Milliarden Dollar sogar vor IBM.

Der Hype um Web 2.0 heizt die Fantasien zusätzlich an. Startups wie Myspace, Second Live, You Tube und Xing (ex OpenBC) erhalten viele Vorschusslorbeeren und sind heiß umworben - auch wenn konkrete Geschäftsmodelle bislang eher Mangelware sind. Mit der Übernahme der Video-Site YouTube für 1,65 Milliarden Dollar pusht auch Google Themen rund um Social Networks.

• Prognose: Zwar warnen einzelne Schwarzseher bereits vor einer erneuten Blase. Betrachtet man jedoch die Zahlen der Internet-Firmen, sind die Perspektiven nicht anders als rosig zu bezeichnen.

Software

Im Softwaremarkt werfen Umwälzungen ihren Schatten voraus. So gehen Analysten davon aus, dass Anwender in den kommenden Jahren verstärkt Software-as-a-Service-Modelle nachfragen werden. Microsoft bemüht sich, auch getrieben von konkurrierenden Google-Angeboten, mit entsprechenden Diensten auf diesen Trend zu reagieren. Für den weltweit größten Softwareanbieter wird es darüber hinaus spannend, wie seine neuen Generationen von Windows und Office im Markt ankommen.

Anderen etablierten Anbietern wie beispielsweise SAP fällt es jedoch schwer, sich von althergebrachten Lizenzmodellen zu trennen und neue Vertriebs- ideen rund um Softwareservices zu entwickeln. Der Druck, etwas in diese Richtung zu tun, scheint sich allerdings noch in Grenzen zu halten. Die Software-Leitwölfe haben in den vergangenen Quartalen respektable Ergebnisse abgeliefert. Wer jedoch zögert, droht den Anschluss zu verpassen.

• Prognose: In das Software- geschäft kommt Bewegung. Neue Serviceangebote stellen herkömmliche Lizenzmodelle in Frage. Auch die jüngsten Microsoft-Produkte werden für Schwung sorgen. Allerdings wandelt sich der Markt eher langsam, Revolutionen mögen die Anwender nicht.

Services

Dienstleister haben es weiter schwer. Die Zeiten milliardenteurer Mega-Deals, mit denen sich die Kunden den Service-Providern auslieferten, sind endgültig vorbei. Heute sind kleiner dimensionierte Verträge mit kürzerer Laufzeit üblich. Zwar scheinen sich die Anbieter darauf einzustellen, sie müs- sen jedoch mit spitzer Feder rechnen und auf effiziente Strukturen achten, um auf ihre Marge zu kommen. Das gelingt bei- leibe nicht allen Anbietern. Gerade in Deutschland hatten Anbieter wie T-Systems und Siemens Business Services (SBS) ihre Probleme.

Von dem wachsenden Preisbewusstsein profitierten in erster Linie die günstigen Offshore-Anbieter. Die großen indischen Dienstleister wie Tata, Wipro und Infosys verzeichnen konstant steigende Einnahmen und Profite. Auch die klassischen Serviceanbieter bauen ihre Offshore-Kapazitäten kontinuierlich aus.

• Prognose: Services bleiben gefragt - in allen Spielarten vom reinen RZ-Betrieb bis hin zum Business Process Outsourcing (BPO). Allerdings werden die Deals genauer geprüft und härter verhandelt.

Auch wenn die weltweite ITK-Branche weiter stabil wächst, dürfen sich die Anbieter nicht entspannt zurücklehnen. Dazu kommt, dass sich Firmenkunden nur mit eindeutigen Nutzennachweisen von weiteren IT-Investitionen überzeugen lassen. An den Herstellern geht dieser Druck nicht spurlos vorüber. So rollt die Konsolidierungswelle ungebrochen durch die Reihen der Anbieter. Wer übrig bleibt, muss darauf achten, möglichst effizient zu arbeiten. Davon können tausende von IT-Mitarbeitern, die während der vergangenen Monate ihren Job verloren haben und künftig noch verlieren werden, ein Lied singen.