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26.10.2001 - 

Die Messe will im nächsten Jahr Rekorde erzielen

IT-Krise beschert Systems einen Besuchereinbruch

MÜNCHEN (mo) - Die Systems kommt mit einem blauen Auge davon. Trotz Absagen und Besucherrückgangs sind die teilnehmenden Unternehmen mit dem Messeverlauf zufrieden. Daher hoffen die Veranstalter, dass dieses Jahr ein Ausrutscher in der positiven jüngeren Entwicklung bleibt.

"Mit dem Rückgang bei Ausstellern und Besuchern sind wir noch recht glimpflich davongekommen", zeigt sich Messechef Joachim Enßlin am Ende der Computermesse Systems in München erleichtert. Mit 121 000 Besuchern fanden sich rund 18 Prozent weniger in den Messehallen an der Isar ein als im Jahr zuvor. Der Rückgang entspricht etwa dem der Aussteller, deren Zahl sich um zirka 16 Prozent auf gut 2700 reduziert hatte. Trotzdem ist der Messechef für die Zukunft optimistisch. Im nächsten Jahr soll die Systems an guten Vorjahre anknüpfen. Das Rekordjahr 2000 soll in sämtlichen Belangen übertroffen werden, also bei Ausstellungsfläche, Zahl der Aussteller und Besucher.

Die relative günstige Bewertung des Messeverlaufs stützen auch die Verbände und der Ausstellerbeirat. "Unsere Mitglieder waren mit dem Messeverlauf unter den gegebenen Bedingungen zufrieden", resümiert Willi Berchtold, Vizepräsident des Branchenverbands Bitkom und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Giesecke und Devrient. Die Erwartungen der Aussteller seien von einem "gesunden Realismus" geprägt gewesen.

Der erste Tag: eine KatastropheKurt Sibold, Vorsitzender des Ausstellerbeirats und Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Microsoft GmbH, nimmt das diesjährige Geschehen auch zum Anlass, die Erfolgskriterien zu überdenken. Nicht mehr die Kosten pro Besucher seien entscheidend, sondern was aus den Kontakten auf der Messe werde. Diese Erfahrung will Sibold auch auf die CeBIT übertragen.

Doch ganz so schön, wie die Organisatoren die Messe reden wollen, war sie nicht. Der erste Messetag, der Montag, war aus Sicht vieler Aussteller eine Katastrophe. Teilweise war in den Hallen kein einziger Besucher zu finden. Die Standbesetzungen nutzten die Gelegenheit, sich untereinander zu besuchen. Erst zur Halbzeit am Mittwoch zog die Besucherzahl deutlich an. Befragungen der Messegesellschaft zufolge lag der Anteil der Fachbesucher bei 99 Prozent und der Entscheider bei 88 Prozent. Am Freitag, der in diese Befragung nicht mehr eingeflossen ist, wurden aber auch viele nach typischen Consumern aussehende Besucher gesichtet wie Schüler, Studenten und Privatleute.

Trotzdem will offiziell niemand die Systems kritisieren oder einen schlechten Messeverlauf eingestehen. So hat Patrick Molck-Ude, Director Small and Medium Business bei der IBM Deutschland, zwar 15 bis 20 Prozent weniger Besucher registriert, die Zahl der Führungskräfte sei aber angestiegen. Monika Baumann, Standleiterin bei Sun Microsystems, hat sogar entgegen dem Trend keinen Besucherrückgang am Stand des Rechnerherstellers verzeichnet - obwohl Sun mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen hat.

Auch die ERP-Anbieter registrieren keine Auswirkungen der schwächelnden Konjunktur. Softwarehersteller wie die Psipenta Software Systems GmbH und IFS Deutschland GmbH bemerken eher eine Rückbesinnung auf Backbone-ERP-Anwendungen, die das Rückgrat eines Unternehmens darstellen. Anders sieht das bei der auf kleine mittelständische Unternehmen spezialisierten Exact Software GmbH aus. Der deutsche Statthalter Thomas Lünenborg registriert einen stagnierenden ERP-Umsatz und längere Sales-Zyklen aufgrund der wirtschaftlichen Randbedingungen. Stattdessen seien die Unternehmen sehr an neuen Produkten wie Web-Anwendungen interessiert.