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25.08.2000 - 

Die Zukunft des PCs/Hardware und Software kann schneller ausgetauscht werden

IT-Leasing hilft Investitionskosten von Unternehmen zu senken

Als die amerikanische Bell Telephony Company im Jahre 1877 erstmals auf die Idee kam, ihre Telefonapparate zu vermieten, ahnte sie vermutlich nicht, dass sie damit den Grundstein für eine florierende Branche gelegt hatte. Von Wolfgang Grenke*

Vermutlich ahnte die Bell Company auch nicht, welch rasanter Entwicklung sie damit Anstoß gegeben hatte. Nicht nur die heutige Bezeichnung "Leasing" stammt aus dieser Zeit, auch einem völlig neuen Produktbereich wurde damals erstmalig der Zugang zum Mietmarkt eröffnet.

Auf den ersten Blick erscheint die Leasingbranche vielen ein wenig verstaubt, ohne innovatives Potenzial. Aber Leasing und besonders IT-Leasing beschreibt nicht nur einen rein buchhalterischen Vorgang im Sinne eines zeitlich definierten Vermietens von Gegenständen. Händler und Hersteller erhalten neben einer erhöhten Absatzgarantie ein effektives Instrument zur Kundenbindung. Leasingnehmer erhalten ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Möglichkeit, in die kontinuierliche Aktualisierung ihrer IT-Ausstattung kostengünstig zu investieren. Und darüber hinaus verstärkt Leasing die Nachfrage nach neuen Produktgenerationen und verkürzt somit die Innovationszyklen für neue Produkte der Informations- und Kommunikationsbranche.

Der gesamte Leasingmarkt in Deutschland und Europa birgt erhebliches Wachstumspotenzial. Dafür gibt es mehrere Gründe. Betrachtet man zuerst nur die reinen Zahlen, so hat sich in den vergangenen Jahren die Leasingquote, das heißt der Anteil des Leasingvolumens an den Gesamtinvestitionen, kontinuierlich erhöht. 1999 lag die Leasingquote in Deutschland bei rund 15 Prozent und war damit gegenüber 30 Prozent in den USA (Quelle: ifo Institut, Statistisches Bundesamt) noch vergleichsweise niedrig. Nimmt man den US-amerikanischen Markt wie bei vielen - vor allem technologischen - Entwicklungsbranchen auch hier als Richtwert, so lassen sich nicht zuletzt hieraus enorme Wachstumschancen für den deutschen und europäischen Leasingmarkt ableiten.

Grundsätzlich wird dieses Marktsegment nach Art der Leasinggüter grob in Mobilien, beispielsweise Fahrzeuge, DV- oder IT-Produkte, und Immobilien eingeteilt. Auf das Immobilienleasing entfielen 1999 rund 15,6 Prozent des gesamten Leasingneugeschäftes in Deutschland. Das Mobilienleasing wurde mit einem Anteil von fast 60 Prozent am Gesamtleasingvolumen in Deutschland nach wie vor vom Fahrzeugleasing dominiert. Auf den Bereich Leasing von DV-Anlagen und Büromaschinen entfielen etwa 10,6 Prozent des Leasingneugeschäftes. Und gerade in diesem Segment liegt noch erhebliches Potenzial, betrachtet man nur die für die nächsten zwei Jahre prognostizierte Entwicklung des IT-Marktes in Westeuropa.

Das European Information Technology Observatory (Eito) rechnet in einer Studie allein für IT-Produkte wie Notebooks, Desktops und Server bis 2002 mit einer Zunahme der Investitionen um rund 23 Prozent. Diese Produktkategorie fällt zum Großteil in den Bereich des so genannten Small-Ticket-IT-Leasing. Small-Ticket bezeichnet im Gegensatz zu Big-Ticket das Leasing von Produkten mit einem Anschaffungswert von bis zu 50000 Mark. Das Small-Ticket-Geschäft hielt im gesamten Bereich des Leasing von Computern und Nachrichtentechnik 1999 einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Gegenüber dem gesamten Leasingmarkt bildet das Small-Ticket-IT-Leasing mit einem Anteil von fünf Prozent jedoch derzeit noch eine deutliche Marktnische, allerdings mit erheblichem Wachstumspotenzial. Anlass für diese Einschätzung gibt auch die Entwicklung des E-Commerce-Marktes. So geht eine IDC-Schätzung allein bis 2003 von einer jährlichen Verdopplung der weltweiten Investitionen in die Entwicklung des elektronischen Handels aus. Dies ist insofern bedeutend, als die rasante Entwicklung von Internet und E-Commerce wiederum eine ständige Anpassung unternehmenseigener IT-Ausstattungen erfordert.

Die Marktteilnehmer im Leasinggeschäft lassen sich entsprechend ihrer Organisation und damit auch ihrer Funktion in drei Gruppen einteilen, in: herstellerabhängige, bankenabhängige und unabhängige Leasinggesellschaften. Herstellerabhängige Leasinggesellschaften erfüllen im Gegensatz zu unabhängigen durch ihre klare Produktbindung im Wesentlichen eine absatzfördernde Funktion für den Hersteller. Für den Leasingnehmer hat diese Abhängigkeit unter Umständen jedoch auch einen Nachteil. So können aus Produkten unterschiedlicher Hersteller bestehende IT-Anlagen nicht über eine Leasinggesellschaft geleast werden. Bankenabhängige Anbieter werden dagegen oft im Rahmen eines kompletten Finanzierungsangebotes eines Finanzdienstleisters betrieben. Sie weisen daher in der Regel keinen hohen Spezialisierungsgrad auf und sind zudem häufig auf den Big-Ticket-Bereich ausgerichtet.

Die rasante Entwicklung von Internet und E-Commerce sowie der damit verbundenen Technologien und die immer kürzer werdenden Innovationszyklen bei IT-Produkten erfordern die ständige Aktualisierung unternehmenseigener IT-Ausstattungen. Denn diese entscheidet immer mehr über die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Und hier erweist sich Leasing zunehmend als interessante Alternative.

Die Vorteile besonders für kleine oder mittelständische Unternehmen liegen auf der Hand. So verhält sich Leasing beispielsweise im Gegensatz zum Kauf bilanzneutral: Die Leasingraten werden als Aufwand verbucht, Eigenmittel geschont und der Kreditrahmen nicht unnötig belastet. Gleichzeitig stellen Leasingraten eine gleichmäßig planbare monatliche Belastung für das Unternehmen dar, das heißt die Mittel, die nicht für einen Kauf aufgewendet werden müssen, bleiben für Investitionen ins Kerngeschäft verfügbar. "Die erste Leasingrate wird nach dem Motto "Pay as you earn" erst zu einem Zeitpunkt fällig, zu dem das geleaste Produkt oder System dem Unternehmen bereits nutzbringend zur Verfügung steht. Damit ermöglicht auch ein knappes Budget wichtige Investitionen in eine wettbewerbsfähige und zugleich innovative IT-Ausstattung", unterstreicht Stephan Schwarz von Büro & System GmbH, München, die Vorteile für den Leasingnehmer. Dies sei einer der Gründe, warum er, wie viele andere IT-Fachhändler inzwischen auch, Leasing als echte Finanzierungsalternative anbietet.

Einen wichtigen Bereich dabei bildet das noch junge, aber eindeutig als Zukunftsmarkt einzuschätzende Softwareleasing. Die IT-Ausstattung der Unternehmen besteht immer mehr aus hochkomplexen Systemen, in denen die Software eine wachsende Rolle spielt. Die Innovationszyklen bei Softwareprodukten werden ebenso wie im gesamten Small-Ticket-IT-Bereich immer kürzer. Um die IT-Ausstattung stets auf dem neuesten Stand zu halten, würden den Unternehmen beim Kauf hohe Kosten entstehen. Flexible Leasingprodukte ermöglichen dagegen zeitgemäße Investitionen in die IT-Ausstattung und halten die Kosten dennoch kontinuierlich gering. Daher ist es auch diese Flexibilität der Leasingprodukte, die neben einer effizienten Leasinglogistik, innovativen Vertriebswegen und schlanken Verwaltungsstrukturen langfristig über die Marktpräsenz der Leasinggesellschaften besonders im Small-Ticket-IT-Bereich entscheidet.

Flexibles Leasing spart GeldMit Angeboten wie dem so genannten Austausch- oder Flex-Leasing reagieren Anbieter auf die Markterfordernisse des Small-Ticket-IT-Segments. Beim Austauschleasing erhalten Leasingnehmer die Möglichkeit, die geleasten Objekte während der Laufzeit gegen bessere und leistungsstärkere Geräte auszutauschen. Dabei ändern sich die Leasingraten für den Leasingnehmer dann nicht, wenn ein bestimmter Prozentsatz des Vertragswertes nicht überschritten wird. Es können aber auch Investitionen getätigt werden, die über diesen Prozentbeträgen liegen. In diesem Fall werden die monatlichen Raten beziehungsweise die jeweiligen Austauschsätze neu berechnet. Für Händler und Hersteller bedeutet dies nicht nur eine langfristige Bindung ihrer Kunden, auch eine Verkürzung der Kaufintervalle und damit der Innovationszyklen der Produkte sind die Folge.

Zusätzliche Vorteile bietet das so genannte Flex-Leasing. Hier wird zur Berechnung der Monatsraten der Anschaffungspreis durch die Grundmietzeit geteilt. Zinsen und Bearbeitungskosten fließen nicht in die Kalkulation ein. Am Ende der Grundmietzeit erhält der Leasingnehmer drei Möglichkeiten: Bei der ersten Variante leistet er eine Abschlusszahlung von sechs Monatsraten und gibt das Leasingobjekt zurück, das wiederum vom Leasinganbieter veräußert wird. Der hierüber erzielte Verwertungserlös wird bis zur Höhe der Abschlusszahlung vergütet. Damit erhält der Leasingnehmer im Idealfall sogar ein "Null-Leasing". Bei der zweiten Möglichkeit verlängert der Leasingnehmer, statt eine Abschlusszahlung zu leisten, die Laufzeit um sechs Monate und gibt erst dann das Gerät zurück. Die mögliche Kombination beider Produkte als dritte Variante ergibt eine Lösung, die in idealer Weise kostengünstig und innovativ den besonderen Marktanforderungen des Small-Ticket-IT-Bereichs entspricht.

Weiteres Zukunftspotenzial erhält die Leasingbranche durch die Entwicklung von E-Commerce-Strategien. Besonders im Internet hat sich in den vergangenen Jahren ein aktives Handelsforum speziell mit Produkten aus dem Bereich der Informationstechnologie und Bürokommunikation entwickelt.

Auch für den Leasingmarkt ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten, Dienstleistungen im Internet anzubieten. Beim Leasing via WWW können alle für die Vertragsanbahnung und -vorbereitung notwendigen Schritte bis zum Ausdruck des unterschriftsreifen Vertrages online abgewickelt werden. Kostenkalkulation sowie Bonitätsprüfung mittels des automatisierten Scoring-Verfahrens laufen via Internet. Der Leasingnehmer wählt das Produkt bei einem Partner-Händler direkt oder über dessen E-Commerce-Plattform aus und erhält sofort die Vertragszusage. Der Händler erhält innerhalb von nur 24 Stunden nach Vertragsabschluss den Kaufpreis. Vorteil dieses Verfahrens: Dem Leasingnehmer stehen die gleichen Leasingangebote wie beim herkömmlichen Leasing zu Verfügung. Jedoch kann der durch den geringen Personal-, Zeit- und Verwaltungsaufwand erzielte Margenvorteil in vollem Umfang an den Leasingnehmer weitergegeben werden und vermindert so die monatlichen Leasingraten um durchschnittlich zwei Prozent. Die zu erwartende gesetzliche Regelung über den Einsatz der Digitalsignatur wird zukünftig auch diesen Bereich automatisieren und das Verfahren somit noch weiter verkürzen.

Leasing ist damit alles andere als nur das Vermieten von Gegenständen über einen bestimmten Zeitraum. Richtig umgesetzt liegt gerade im IT-Leasing erhebliches Potenzial.

*Wolfgang Grenke ist Vorstandsvorsitzender der Grenke Leasing AG.

Abb: Während der Leasing-Markt im Allgemeinen beständig anwächst, boomt hier vor allem der DV-Sektor. Quelle: ifo-Institut/Statistisches Bundesamt