Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.03.1998 - 

Interview

"IT-Manager wollen wieder mehr Kontrolle haben"

CW: Citrix hat die Multiuser-Erweiterungen für Windows NT kürzlich an Microsoft abgetreten, sie sind zukünftig Bestandteil der NT-Variante "Windows Based Terminal Server" (WBTS). Engt das Ihre Geschäftsmöglichkeiten nicht erheblich ein?

Iacobucci: Nein, das Gegenteil ist der Fall. Den eigentlichen Wert der Thin-Client-Architekur repräsentieren nicht die Multiuser-Erweiterungen. Er liegt in einer Reihe systemnaher Dienste, auf deren Basis sich ein Datenzentrum einrichten läßt. Dazu zählen Management-Funktionen, Lastverteilung, Performance-Überwachung und Bandbreitenverwaltung.

CW: Mit Ihrer Lösung nehmen Anwender Abschied von Client-Server und verteiltem Computing. Finden Sie nicht, daß die Umstellung auf dumme Terminals einen Rückschritt bedeutet?

Iacobucci: Wir wollen Client-Server nicht ersetzen, sondern erweitern.

CW: Obwohl am Client keinerlei Programmausführung stattfindet?

Iacobucci: Die Interaktion von Client- und Server-Komponenten findet in dieser Konstellation nur am Server statt, Anwender haben es mit virtuellen Clients zu tun. Der wesentliche Punkt dabei ist, daß der IT-Manager wieder mehr Kontrolle erhält. Er kann Updates zentral am Server vornehmen - in Einklang mit den Möglichkeiten der vorhandenen Hardware. Unsere Architektur erfordert keine Installationen am Client und daher auch keine Aufrüstung der Hardware. Ein NC, ein Net-PC oder ein PC sind alle das gleiche, nämlich fette Clients.

CW: Es sieht so aus, als existiere für Citrix nur dort ein Markt, wo alte Hardware oder bestehende Windows-Anwendungen weiterbenutzt werden müssen.

Iacobucci: Rund 80 Prozent unserer Clients laufen auf Rechnern mit Windows 95 oder NT. Das sind sehr oft ganz neue PCs. Auch was die Anwendungen angeht, sind wir keineswegs auf alte Bestände beschränkt. Unsere Kunden nutzen die neuesten Versionen von Baan oder SAP R/3 über Winframe. Gerade die neuesten Produkte sind am stärksten aufgebläht, und sie werden zur besseren Kontrolle am ehesten auf den Server verlagert.

CW: Ihre Software-Architektur steht in Verdacht, viel Bandbreite zu benötigen.

Iacobucci: Das Gegenteil ist richtig. Unsere Anforderungen an Bandbreite sind sehr gering. Über zwei gebündelte ISDN-Kanäle mit 128 Kbit/s unterstützen wir zwischen acht und zehn gleichzeitige Windows-Benutzer. Bei einer Fat-Client-Architektur kann nur ein einziger Anwender über eine solche Verbindung arbeiten. Unser Modell schickt im Gegensatz zum Java-Computing weder Programmcode noch Daten über die Leitung, sondern ausschließlich Informationen für Darstellung der Benutzer-Schnittstelle.

CW: Winframe kann derzeit nicht mehr als 256 Farben darstellen, das Zeichnen mit der Maus scheint nicht zu funktionieren. Für welche Anwendungen eignet sich das Terminalmodell überhaupt?

Iacobucci: Bildbearbeitung in "Photoshop" ist vielleicht nicht die geeignete Anwendung. Aber selbst CAD-Anwendungen laufen wunderbar, weil dort Vektorgrafiken zum Einsatz kommen. Überall wo sehr viele Bitmaps vorkommen, sind Windows-Terminals Grenzen gesetzt. Besonders beliebt ist Winframe in großen Call-Centern.

CW: Als generelles Problem Ihrer Technologie gilt der hohe Speicherbedarf am Server.

Iacobucci: Bei 32-Bit-Anwendungen hält sich der RAM-Bedarf in Grenzen. Dort können Anwender Programmcode im Arbeitsspeicher gemeinsam nutzen. Problematischer sind 16-Bit-Applikationen, die ja in einer eigenen virtuellen Maschine ablaufen.

CW: Windows NT ist nicht gerade für seine Skalierbarkeit berühmt. Bei steigender Benutzerzahl müssen die Anwender zusätzliche Server anschaffen. Läuft das nicht Ihrem Versprechen entgegen, die Kosten zu senken?

Iacobucci: Aufwendungen für Hardware machen nur 18 bis 19 Prozent der Total Cost of Ownership (TCO) aus. Bei unseren Anforderungen erreichen wir außerdem erst bei sechs bis acht Prozessoren die Leistungsgrenzen.

CW: Sobald Sie eine ganze Server-Farm verwalten müssen, wiederholt sich doch die Fat-Client-Problematik mit Software-Upgrades und Benutzerverwaltung auf der Server-Seite.

Iacobucci: Das hängt davon ab, ob Sie über gute Werkzeuge verfügen. Wir haben die besten Tools für diesen Zweck. Zusätzlich zu unseren eigenen bieten wir auch jene von Epicon an, die wir in Lizenz genommen haben.