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14.09.2001 - 

Experten vertreten unterschiedliche Positionen

IT-Markt: Licht am Ende des Tunnels?

14.09.2001
MÜNCHEN (CW) - Die aktuellen Kürzungen der IT-Budgets werden sich bis ins kommende Jahr auswirken, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Merrill Lynch. Hingegen hat die CW-Schwester "CIO Magazine" in Zusammenarbeit mit dem Deutsche-Bank-Berater Edward Yardeni eine leicht gestiegene Bereitschaft zu IT-Investitionen ausgemacht.

Die schlechten Nachrichten häufen sich: Kürzlich erst verkündete die Meta Group einen drastischen Rückgang der IT-Ausgaben (siehe CW 36/01, Seite 1), jetzt konstatiert Merrill Lynch, die Investitions-Baisse werde mindestens noch ein halbes Jahr anhalten. 2001 enthalten die IT-Brieftaschen der Anwender zwar im Durchschnitt 2,6 Prozent mehr Geld als 2000, fand das Brokerhaus durch die Befragung von 50 US-amerikanischen und 15 europäischen Unternehmen heraus. Das klingt aber nur für Außenstehende positiv; steht diese Zahl doch einem zu Jahresbeginn prognostizierten Wachstum von neun Prozent gegenüber.

Für das kommende Jahr sieht Merrill Lynch insgesamt eine Zunahme der Budgets um 4,6 Prozent voraus; allerdings werde sich die Besserung frühestens im zweiten Quartal bemerkbar machen. Darauf, dass die verschobenen Projekte noch in diesem Jahr wieder aufgenommen würden, hoffen die Anbieter also vergebens.

Daran dürften auch der Rollout des Microsoft-Betriebssystems Windows XP und die Marketing-Offensive für den neuen Intel-Chip Pentium 4 nichts ändern. Denn von den Budgetkürzungen betroffen sind, so Merrill Lynch und Meta Group übereinstimmend, vor allem der PC- und der Servicebereich. Investitionsbereit seien die Anwender nur dort, wo die Infrastruktur zu verbessern wäre. Merrill Lynch nennt vor allem die Sektoren Netze und Speicher. Zu den Verlierern auf der Anbieterseite zähle vor allem HP.

Ein schwaches Licht am Ende des Tunnels hat - allen Unkenrufen zum Trotz - das "CIO Magazine" entdeckt. In Zusammenarbeit mit Yardeni.com, dem Wirtschaftsnetz des gleichnamigen Anlagestrategen von Deutsche Banc Alex Brown, nahm die Zeitschrift im August dieses Jahres eine Umfrage vor, bei der 219 IT-Manager, die meisten davon in Diensten von US-Unternehmen, Stellung zu ihren Investitionsplänen bezogen. Demnach wollen sie in den kommenden zwölf Monaten etwa sieben Prozent mehr Geld für Informationstechnik ausgeben als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Juli betrug die geplante Steigerung nur sechs Prozent, im November 2000 allerdings 19 Prozent.

Nicht nur deshalb warnt Yardeni davor, das Ergebnis der Umfrage überzubewerten. Noch sei die Talsohle nicht durchschritten: "Das dritte Quartal gestaltet sich genauso schlecht oder sogar noch schlechter als das zweite." Auf eine Entspannung der Situation zählt der Anlageberater - im Einklang mit Merrill Lynch - erst für den Frühling des nächsten Jahres.