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02.01.2007

IT-Messen geraten ins Straucheln

Während Hausmessen und Kongress-Events boomen, stoßen CeBIT und Systems an ihre Grenzen.
Die Besucherzahlen für die beiden großen IT-Messen gingen zuletzt stark zurück.
Die Besucherzahlen für die beiden großen IT-Messen gingen zuletzt stark zurück.

Zehn Prozent weniger Besucher auf der Münchner Systems 2006, 15 Prozent weniger Ausstellungsfläche auf der CeBIT 2007 - die deutschen Messeveranstalter haben zurzeit nichts zu lachen: Ihnen laufen sowohl Besucher als auch Aussteller davon. Bislang haben unter anderem Nokia, BenQ, LG, Konica Minolta sowie Motorola angekündigt, der CeBIT 2007 fernzubleiben.

Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet, rechnet die Deutsche Messe AG aufgrund der CeBIT-Krise mit einem Verlust von knapp sechs Millionen Euro im Geschäftsjahr 2007. Noch vor einigen Monaten hätten die Gesellschafter einen Gewinn von elf Millionen Euro prognostiziert.

Um ihre Messen attraktiver zu gestalten, wollen sowohl die CeBIT- als auch die Systems-Veranstalter den Ausstellern entgegenkommen. Diese sollen nicht an der Standfläche sparen - hier wollen die Veranstalter ihr Preisniveau halten - , sondern beim Personal: Zeitlich verkürzte Messen sollen die Kosten senken. So soll die CeBIT ab 2008 auf sechs Tage eingedampft werden und nur noch von Montag bis Samstag stattfinden. Die Systems öffnet ihre Pforten erst am Dienstag, den 23. Oktober 2007, und spart sich so den bislang oft enttäuschend verlaufenen Montag.

Gleichzeitig reduziert der Veranstalter die Zahl der Hallen von bisher sechs auf fünf. Die Systems-Macher dementieren, dass die Schrumpfkur auf ein nachlassendes Ausstellerinteresse zurückzuführen sei. Vielmehr will man so in der Bayern-Metropole den Business-Besucher kompakter informieren und die Messe attraktiver gestalten - eine Erklärung, die auch aus Hannover stammen könnte.

Nachdem die CeBIT in den letzten Jahren im Konkurrenzkampf mit der Internationalen Funkausstellung in Berlin immer stärker auf den Privatanwender setzte, soll künftig wieder das Profil als Profimesse gestärkt werden. Um den Interessen der einzelnen Zielgruppen besser gerecht zu werden, will sich die IT-Messe ähnlich der "Hannover Messe" auf Anwendungsschwerpunkte konzentrieren. Dies soll zu klareren Strukturen führen, denn bisher sei die CeBIT zu breit aufgestellt gewesen.

Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, begrüßte die Reform des CeBIT-Konzepts: "Die CeBIT ist keine Spiele- und Unterhaltungs-, sondern eine Business-Messe." Und dies müsse die Deutsche Messe AG nach außen hin deutlicher machen.

CeBIT muss im Ausland werben

Zudem hätten die Hannoveraner noch ein weiteres Problem: Die Entscheidung für oder gegen eine CeBIT-Teilnahme falle immer häufiger nicht bei den deutschen Töchtern internationaler IT-Firmen, sondern in den Konzernzentralen. Die CeBIT müsse sich deshalb stärker im Ausland engagieren.

Dass die deutschen Messeveranstalter dringend an ihrem Image arbeiten müssen, zeigt auch ein Blick in verschiedene Internet-Foren. Dort freuen sich die Besucher zwar über die hübschen Messe-Hostessen, doch sie beklagen, dass die Qualität des Standpersonals abnehme und ein Fachgespräch ohne Termin nicht mehr möglich sei. Etliche Anwender haben für sich daraus bereits Konsequenzen gezogen: Sie meiden Allround-IT-Messen wie die CeBIT oder Systems und besuchen dafür fokussierte Spezialmessen wie die 3GSM-World oder thematisch spezialisierte Hersteller-Events etwa von Cisco, IBM, Microsoft oder SAP. Die Erfolgsgeschichte dieser Veranstaltungen belegt, dass die häufig gehörte These, Messen hätten sich im Internet-Zeitalter überlebt, zu kurz greift. (hi)