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Der durchschnittliche Arbeitsplatz-PC kostet 4500 Mark


19.11.1998 - 

IT-Personal läßt sich anhand der Sachkosten planen

BONN (hv) - Neuere Untersuchungen zeigen, daß proportional zum DV-Einsatz in Unternehmen nicht nur die IT-Sachausgaben, sondern auch der Anteil an DV-Personal wächst. Das ist nicht selbstverständlich: In der Produktion führen neue Maschinen zu Rationalisierung - Personal wird abgebaut.

Wolf-Dieter Mell, DV/Org.-Leiter beim Informationszentrum Sozialwissenschaften in Bonn, interessiert sich für die Entstehung und Zusammensetzung von IT-Kosten - und das nicht erst seit den Veröffentlichungen der Gartner Group über die sogenannten Total Costs of Ownership (TCO). Auf einer Konferenz des Siemens-Anwendervereins Save e.V. in Bonn machte Mell deutlich, daß es eine eindeutige Korrelation zwischen DV-Sachausgaben und Personaleinsatz gebe.

"Wenn ein Unternehmen abschätzt, wieviel es für Hardware und Software ausgeben will, kann es sich den Personalbedarf ausrechnen", behauptete Mell. Das gelte für durchschnittliche wie für gehobene High-Tech-Ausstattungen gleichermaßen. Einschlägige Untersuchungen zeigten, daß die Personalkosten, die zur Installation und Betreuung einer DV-Konfiguration anfallen, bei rund 70 bis 90 Prozent des Sachaufwandes liegen. Nicht eingerechnet seien die Faktoren Benutzerschulung, Hotline und größere Programmieranstrengungen.

Der DV/Org.-Mann, der sich seit 1995 mit dem Thema beschäftigt und unter anderem gemeinsam mit Siemens-Nixdorf eine Studie über "Kostenelemente komplexer DV-Konfigurationen" herausgebracht hat, kommt zu folgendem Schluß: "Während in der Produktion der relative Anteil der Mitarbeiter mit zunehmender Technisierung sinkt, wächst mit den DV-Investitionen auch die Zahl der dafür benötigten Mitarbeiter."

Laut Mell sind künftig bis zu zehn Prozent aller Arbeitnehmer eines Unternehmens in der Datenverarbeitung beschäftigt. In den vergangenen Jahren habe die Quote lediglich bei zwei bis drei Prozent gelegen. Mit der Computerisierung der Arbeitsplätze steige jedoch der Bedarf an Qualifikation. "Es führt kein Weg daran vorbei", so Mell, "DV-Aufgaben müssen so oder so erledigt werden. Entweder machen es die IT-Profis oder die Endanwender." Es sei allerdings "unpraktisch und teuer, diese Aufgaben den Fachabteilungen zu überlassen".

Daß Maschinen ebenso wie Computer zu Rationalisierungszwecken eingesetzt werden, steht für Mell außer Frage. Es sei in Unternehmen gängige Praxis, technische Investitionen gegen Personalkosten aufzurechnen. Mell kommt auf folgende Faustregel: Jede Personen-Minute pro Tag, die dauerhaft eingespart werden kann, rechtfertigt DV-Investitionen von 1000 Mark. Für die Einsparung eines ganzen Mitarbeiters würden sich rein rechnerisch DV-Investitionen von bis zu 450 000 Mark lohnen.*

Diese Art des Aufrechnens von menschlicher und Rechnerleistung hält der Statistiker für legitim. "Nur so können Sie für Investitionen im größeren Stil argumentieren. Wenn Server-Kosten von einigen hunderttausend Mark gerechtfertigt werden müssen, hat der Verantwortliche zu erklären, wo diese Ausgaben wieder hereingeholt werden."

Das gelinge nicht immer. Niemand könne beispielsweise sagen, was Investitionen in ein Internet-Projekt langfristig bringen. Es gebe aber gerade im Hardware-Umfeld viele positive Beispiele. Besonders einfach läßt sich der Rationalisierungseffekt beim Einsatz eines Backup-Servers nachweisen, der in jedem Fall zu einer deutlichen Zeitersparnis an den Arbeitsplätzen führe. Auch das Leistungsvermögen von PCs und Druckern erlaube es, die Zeitersparnis zu errechnen.

Wer durch Rezentralisierung beziehungsweise das Zusammenlegen kleiner DV-Gruppen zu großen Organisationen Personal sparen will, kommt laut Mell weniger auf seine Kosten, als vielerorts vermutet. Maximal lasse sich durch solche Maßnahmen der Personalbedarf um zehn bis 20 Prozent senken. Das sei weniger, als von Anwendern erwartet und von Dienstleistern in Aussicht gestellt werde. Wer durch Rezentralisierung oder Outsourcing Geld sparen wolle, müsse sich laut Mell auf diese geringe Quote einrichten.

In seinen Untersuchungen über die Total Cost of Ownership kommt der Zahlenkünstler ansonsten im wesentlichen zu ähnlichen Ergebnissen wie die Gartner Group. Demnach ist der Kaufpreis eines durchschnittlich ausgestatteten Arbeitsplatz-PCs nach dem jeweiligen Stand der Technik seit fünf Jahren konstant geblieben. Er liegt inklusive Monitor bei rund 4500 Mark. 1990 betrug er noch etwa 5500 Mark.

Einen durchschnittlichen PC-Server - als Maßstab nimmt der Statistiker einen NT-basierten File-Server mit der jeweils "maximal sinnvollen Plattenausstattung" - erhalten Anwender ebenfalls seit fünf Jahren zu einem Einheitspreis, nämlich 15000 Mark.

*Rechenregel: 450000 Mark DV-Investionen,abgeschrieben auf drei Jahre, sind 150000 Mark pro Jahr. Das entspricht etwa den durchschnittlich anfallenden jährlichen Personalkosten für einen Mitarbeiter.