Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

16.04.2004 - 

Kolumne

"IT-Profis: Anforderungen ändern sich"

Hans Königes Redakteur CW

Man mag es nicht glauben und gerät ins Grübeln: Kann es wirklich sein, dass die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in den Zeitungen nach einigen Jahren Rückgang wieder zunimmt? Auch der IT-Jobindex, der die Stellen auf den Internet-Seiten der Firmen erfasst, meldete im März ein Plus gegenüber dem Vormonat. Und schließlich, so eine dritte Statistik, ist die Zahl der ausgeschriebenen IT-Projekte für Freiberufler um ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Natürlich ließe sich argumentieren, dass es nach dem Katastrophenjahr 2003 auf dem Arbeitsmarkt gar nicht mehr schlimmer kommen konnte und schon deshalb mit einem statistischen Aufschwung zu rechnen war. Wegen der allgemein hohen Arbeitslosigkeit misstrauen Kritiker den positiven Zahlen und wollen noch nicht von einem Trend sprechen. Angesichts fehlender Innovationen, dem Mangel an neuen Produkten und der zunehmenden Auslagerung von IT-Arbeitsplätzen ins Ausland sehen sie auf dem Arbeitsmarkt noch keine Tendenz zum Besseren.

Das ist indes nur die eine Hälfte der Wahrheit. Richtig ist nämlich auch, dass noch nie so viel IT-Anwendungs-Know-how gefragt war wie heute. Die Automobilindustrie macht es vor und investiert riesige Summen in IT-Kompetenzzentren, aber auch andere Branchen wie Logistik und Dienstleistungsunternehmen setzen stark auf die Informationstechnik, wie die aktuellen Arbeitsmarktauswertungen von Adecco zeigen.

Damit werden sich aber zwangsläufig auch die Anforderungen an die Ausbildung verändern. Nicht mehr der Erwerb von profundem Informatikwissen steht im Vordergrund, sondern eine stärkere Betonung der Anwendungsfelder, in denen Deutschland und Europa wettbewerbsfähig sind. Damit nicht genug: Die zunehmenden Offshore/ Nearshore-Aktivitäten der Unternehmen zwingen angehende IT-Spezialisten dazu, interkulturelle Kompetenzen zu erwerben, um künftig internationale Projekte organisieren zu können.

Denn sie gehören - erst recht im Zuge der EU-Osterweiterung - zum Tagesgeschäft. Viele deutsche Unternehmen, auch Mittelständler, investieren schon jetzt kräftig in Osteuropa. Deshalb gilt es, die Qualifikationen an die veränderten Rahmenbedingungen anzupasssen. Nur dann kann - trotz Offshore und angeblich mangelnder Innovationsfreude deutscher Unternehmen - aus dem lauen Arbeitsmarktlüftchen ein richtiger Aufschwung werden.