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04.06.2004 - 

Verleihfirmen melden gute Geschäfte

IT-Profis entdecken die Zeitarbeit

MÜNCHEN (iw) - Die Aussichten für IT-Profis, über die Zeitarbeit eine Karriere aufzubauen oder aus der Arbeitslosigkeit heraus ins Berufsleben zurückzufinden, gelten als vielversprechend. Doch für gut qualifizierte IT-Spezialisten bietet die Selbständigkeit oft eine bessere Alternative.

Die Flaute am Arbeitsmarkt bekamen im letzten Jahr auch die Zeitarbeitsfirmen zu spüren. Nach Expertenschätzung betrug das Marktvolumen 2003 rund 5,5 Milliarden Euro, das sind etwa vier Prozent weniger als 2002. Die Liste der größten Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland wird von Randstad aus Eschborn angeführt. Auf den zweiten Platz schaffte es Adecco gefolgt von Manpower. Die 15 größten Zeitarbeitsfirmen der Lünendonk-Liste erzielten im Jahr 2003 einen Gesamtumsatz von mehr als 2,6 Milliarden Euro und sicherten sich damit einen Marktanteil von 47 Prozent.

Verglichen mit anderen europäischen Ländern hinkt Deutschland in Sachen Zeitarbeit noch immer hinterher. Während in Großbritannien 3,8 Prozent und in den Niederlanden 3,3 Prozent der Beschäftigten Zeitarbeitskräfte sind, entscheidet sich hierzulande nur rund ein Prozent für diese Beschäftigungsform. In Deutschland waren Mitte 2003 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) 6652 Zeitarbeitsfirmen registriert.

IT-Branche als attraktive Perspektive

Im IT-Sektor sind bisher eine Festanstellung oder eine Tätigkeit als Freiberufler die bevorzugten Beschäftigungsformen. Doch je schwieriger die Lage für IT-Arbeitskräfte, desto mehr gewinnt die Zeitarbeit an Terrain. Zum 1. Januar dieses Jahres liberalisierte der Gesetzgeber die Bestimmungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes weiter. Zeitarbeitskräfte können jetzt unbefristet an Unternehmen verliehen werden. Gerade für längerfristige Projekte in der IT-Branche gewinnt die flexiblere Arbeitsform an Attraktivität.

Viele der großen Zeitarbeitsunternehmen tummeln sich bereits im IT-Umfeld. Manpower beschäftigt seit 1998 IT-Arbeitskräfte und gründete im Jahr 2000 das 100-prozentige Tochterunternehmen Elan IT-Resource. Momentan beschäftigt das Unternehmen 400 IT-Fachkräfte, doch Geschäftsführer Werner Kubosch rechnet damit, dass es im Laufe des Jahres noch 70 bis 80 Neueinstellungen gibt.

Die DIS AG gründete ebenfalls 1998 einen eigenen Geschäftsbereich Information Technology und beschäftigt heute rund 250 IT-Mitarbeiter. Geschäftsbereichsleiterin Christina Mankus geht davon aus, dass bis zum Jahresende bereits 300 IT-Zeitarbeitskräfte in ihrer Unternehmenssparte sein werden. Die Arbeitnehmer seien der Arbeitsform Zeitarbeit gegenüber sehr aufgeschlossen, dagegen fehle es auf Unternehmensseite oft noch an der nötigen Flexibilität, hat die DIS-Managerin beobachtet.

Kurzfristig Projekte umsetzen

Randstad sieht für 2004 durchaus einen Aufwärtstrend, vor allem im IT-Umfeld. Momentan arbeiten 600 IT-Spezialisten für die Eschborner. Alexander Tan, für den IT-Service bei Randstad in Deutschland verantwortlich, rechnet damit, dass sich die Zahl der IT-Experten bei Randstad 2004 verdoppelt. Gründe für die gestiegene Nachfrage sieht Tan vor allem in den flexibleren Arbeitsformen. "Das projektbezogene Denken hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Viele Firmen kommen erst fünf vor zwölf zu uns, wenn sie ein neues Projekt starten möchten, und dann schnell qualifizierte Mitarbeiter brauchen", schildert er die Situation. Aber auch die veränderte Lage in den Unternehmen erhöht die Nachfrage. In den letzten Jahren schrumpften die IT-Abteilungen durch die Entlassungswellen. Wenn jetzt Projekte wieder aus der Schublade geholt und umgesetzt werden, heuern viele Unternehmen lieber kurzfristig und auf Zeit neue Mitarbeiter an, als welche fest einzustellen.

Die Gehälter der Zeitarbeitskräfte liegen oft deutlich unter denen der Festangestellten oder der Freiberufler. Wer über genügend Kontakte und spezielle Kenntnisse verfügt, versucht sein Glück üblicherweise als Freiberufler. Für Berufseinsteiger und Umschüler kann es allerdings ein guter Weg sein, über die Zeitarbeit die nötige Berufspraxis zu sammeln und in der Branche Fuß zu fassen.

Das Personaldienstleistungsunternehmen Hays Ascena in Mannheim vermittelt vor allem freiberufliche IT-Mitarbeiter an Unternehmen. Die überwiegende Zahl der Zeitarbeitskräfte ist weiterhin selbständig und arbeitet als Business-Partner jeweils für ein bestimmtes Projekt mit Hays Ascena zusammen. Der Akademikeranteil ist mit 90 Prozent bei den Mannheimer Vermittlern sehr hoch. Hays Ascena fungiert als Vermittlungsplattform zwischen den Auftraggebern und den IT-Freiberuflern. "Firmen wollen hoch qualifizierte Mitarbeiter für Projekte, aber sie wollen die Leute nicht fest an sich binden", erklärt Tom Schoenrock, Finanzvorstand bei Hays Ascena, den Erfolg des Konzepts. Während momentan weniger Java- und C++-Spezialisten gesucht werden, fragen heute viele Firmen verstärkt Projektleiter nach. Zum Kundenstamm der Agentur gehören 23 der Dax-30-Unternehmen. Momentan arbeiten rund 1200 IT-Experten in Projekten des Mannheimer Vermittlers, für 2004 rechnet Schoenrock mit einem Wachstum von rund 20 Prozent.

Die Umfrage

Die Lünendonk GmbH in Bad Wörishofen befragte mittels eines Fragebogens 400 Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland, von denen 50 Firmen den Marktforschern Auskunft gaben. Aus den Befragungen und einer Marktrecherche entstand ein Ranking der 15 größten Zeitarbeitsfirmen, bemessen nach ihren Umsatzzahlen.

Abb: Die zehn größten Zeitarbeitsfirmen in Deutschland

Im letzten Jahr gingen die Umsätze um durchschnittlich fünf Prozent zurück. Für 2004 rechnen die großen Zeitarbeitsfirmen mit einem Wachstum von rund zehn Prozent. Quelle: Lünendonk GmbH