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21.05.1999 - 

Qualifizierte Ausbildung wird überdurchschnittlich bewertet

IT-Profis verdienen in diesem Jahr über drei Prozent mehr

GUMMERSBACH (hk) - Trotz Personalmangels sind die Gehälter für Computerfachleute nach der aktuellen Kienbaum-Gehaltsuntersuchung nur um 3,5 Prozent gestiegen. Die Gummersbacher Vergütungsberater weisen jedoch darauf hin, daß Spezialisten mit besonders gefragtem Know-how etwas zu SAP-Software bis zu 15 bis 20 Prozent über dem Durchschnitt liegen.

Ein leergefegter IT-Stellenmarkt und eine oftmals hohe Fluktuation stellen Unternehmen vor die schwierige Frage, was sie tun müssen, um Mitarbeiter zu halten oder gute neue zu gewinnen. Hier kommt einer angemessenen und marktgerechten Vergütung sowie Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten die größte Bedeutung zu.

Das Gehalt wird von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Neben der Ertragslage, dem Firmensitz, Größe und Art des Unternehmens haben vor allem die Personalstärke der DV-Abteilung, die hierarchische Einstufung und das Alter (Berufserfahrung) des Mitarbeiters Einfluß auf das Salär. Demzufolge sind die Gehaltsspannen in den einzelnen Positionen beträchtlich.

So liegt beim Leiter Organisation und Datenverarbeitung das Minimum bei 71000 Mark und das Maximum bei 391000 Mark pro Jahr. Der Systemprogrammierer kann 47000 Mark, aber auch 239000 Mark im Jahr verdienen. Je tiefer die Position hierarchisch angesiedelt ist, desto weniger unterscheiden sich die Einkommen.

"Eine gute Ertragslage des Unternehmens schafft auch ein gutes Klima für überdurchschnittliche Gehälter und Zusatzleistungen", weiß Erhard Schmidt, bei Kienbaum zuständig für die IT-Vergütungsberatung. In finanziell schlecht gestellten Unternehmen werde auch unterdurchschnittlich verdient.

Diese Tendenz zeige sich nicht nur bei den Gesamtbezügen, deren Höhe wesentlich durch die variablen, erfolgsabhängigen Vergütungselemente bestimmt wird. Die Regel gelte vielmehr auch für die Grundgehälter: Kurzfristige Ertragseinbußen machen sich zwar in aller Regel lediglich bei den variablen Vergütungskomponenten bemerkbar, die langfristige Ertragslage wirkt sich aber auf das gesamte Vergütungsniveau eines Unternehmens aus. Ertragsstarke Firmen zahlen rund zehn Prozent über und ertragsschwache fünf Prozent unter dem Durchschnitt.

Auch der Firmensitz beeinflußt die Vergütung. Allerdings sei "keine sinnvolle Aussage nach Bundesländern zu treffen", so Schmidt.

Wichtig dagegen sei die Struktur der Region, also, ob es sich zum Beispiel um Stadt oder Land handle und ob es dort viele Banken, Versicherungen und Industriebetriebe gebe.

Am besten verdienen die IT-Profis in Großstädten. In diesem Jahr liegt Düsseldorf mit zwölf Prozent, Frankfurt mit zehn, München mit acht und Bremen mit sechs Prozent über dem Durchschnitt. "Eine attraktivere Lebensqualität sowie eine gute Angebots- und Nachfragesituation bei den qualifizierten DV-Spezialisten treiben offenbar die Vergütung in die Höhe und schaffen damit zugleich ein Äquivalent für die höheren Lebenshaltungskosten", vermutet der Gummersbacher Berater.

Die Unternehmensgröße ist laut Kienbaum, gemessen am Umsatz oder an der Beschäftigtenzahl, nicht so gehaltsbestimmend. Große Unternehmen zahlen jedoch tendenziell besser und haben zumeist die attraktiveren Zusatzleistungen.

Je größer die DV-Abteilung (Mitarbeiterzahl), desto klarer ist tendenziell die Gehaltsstruktur. Bei den Führungskräften kommt hier noch die Personalverantwortung hinzu. So verdient ein Leiter DV-Betrieb mit 15 unterstellten Mitarbeitern 147000 Mark pro Jahr und sein Kollege mit 100 unterstellten Mitarbeitern 220000 Mark.

Das Alter, also in der Regel die Berufserfahrung, ist ein wesentliches Gehaltskriterium für Führungs- und Fachkräfte in der DV. Das Einkommen steigt mit dem Lebensalter. So verdient ein Organisationsprogrammierer mit 30 Jahren 74000 Mark pro Jahr, sein Kollege mit 48 Jahren dagegen kann 27000 Mark mehr auf seinem Konto verbuchen. Ein Organisationsprogrammierer, der sich auf Standardanwendungen wie SAP oder Paisy spezialisiert hat, liegt bei den gleichen Altersangaben bei 89000 Mark beziehungsweise 118000 Mark pro Jahr.

Gehaltsunterschiede sind auch mit der Rechnerart verbunden, an der der Mitarbeiter arbeitet. "Starke Unterschiede, besonders bei den Fachpositionen, sind zwischen Arbeitsplatzrechner und Groß-DV nicht zu erkennen", meint Schmidt. Dennoch würden tendenziell in der Großrechnerwelt höhere Gehälter gezahlt, da hier in der Regel Spezialkenntnisse in größerer Tiefe erforderlich sind, wogegen in kleineren Unternehmen oft mehrere DV-Funktionen zusammengefaßt sind und ein breiteres Fachwissen nötig ist.

Das Ausbildungsniveau hat sich ständig verbessert. "Mitarbeiter, die sich wie vor 20 Jahren in der eigenen DV-Abteilung des Unternehmens oder in Spezialkursen ihr DV-Wissen aneignen würden, hätten heute kaum Chancen, in qualifizierte Positionen zu gelangen", glaubt der Vergütungsexperte.

Vor zehn Jahren hatten nach Schmidts Berechnungen beispielsweise 34 Prozent der DV-Leiter Mittlere Reife als höchsten Bildungsabschluß und 48 Prozent Hoch- und Fachhochschule. Heute sind DV-Profis in dieser Position mit Mittlerer Reife auf 19 Prozent zurückgegangen und die Beschäftigten mit Hochschulabschluß mit 58 Prozent vertreten.

Die qualifiziertere Ausbildung eröffnet nicht nur eine größere Chance den Mitbewerbern gegenüber, sondern bewirkt auch ein höheres Einkommen. Hochschüler verdienen rund 20 Prozent mehr als Hauptschüler in vergleichbaren Führungspositionen. Die Promotion bringt dann noch einmal bis zu 10000 Mark pro Jahr zusätzlich.

DV bleibt weiterhin eine Männerdomäne

Alles spricht also für eine gute Ausbildung. Schon im Hinblick auf die weiter steigenden Studentenzahlen und dem damit zwangsläufig verbundenen Verdrängungswettbewerb wird das Studium immer mehr Voraussetzung, um überhaupt Karriere machen zu können, so die Kienbaum-Untersuchung.

Die DV bleibt auch weiterhin "Männersache". In den letzten zehn Jahren ist der Frauenanteil in den Führungspositionen annähernd gleich geblieben. 1998 lag der Wert in den Fachpositionen bei 18 Prozent und in den Führungspositionen bei fünf Prozent. Den höchsten Frauenanteil verzeichnen Datentypistinnen (94 Prozent), Mitarbeiterin Informationssysteme (45 Prozent), DV-Fachdozentin (32 Prozent), Arbeitsvorbereiterin/Archivarin mit 29 Prozent und mathematisch-technische Assistentin mit 21 Prozent. Aber auch als qualifizierte Arbeitskraft erhält die Frau in der DV ein um durchschnittlich zwölf Prozent geringeres Einkommen als ihr männlicher Kollege in gleicher Position.

Ein Drittel der Mitarbeiter am Firmenerfolg beteiligt

Die variable Vergütung wird zunehmend ein wichtiges Instrument betrieblicher Personalpolitik. Durch die Verbindung von Unternehmenserfolg und Einkommen soll sie die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen fördern und sie zu besonderen Leistungen motivieren. Fast ein Drittel aller DV-Mitarbeiter sind in irgendeiner Form am Unternehmenserfolg beteiligt (Tantiemen, Prämien, Boni etc.). In den Führungspositionen beträgt der durchschnittliche Anteil 14 Prozent und in den Fachpositionen etwa sieben Prozent des Gesamteinkommens.

Angesichts der geltenden Steuerprogression wächst die Bedeutung nichtmonetärer Zusatzleistungen, stellen die Kienbaum-Berater in ihrer Studie fest. An erster Stelle liegt die betriebliche Altersversorgung. Fast 80 Prozent aller Mitarbeiter kommen bereits in den Genuß einer solchen Firmenrente. In Großunternehmen sind durch Rückstellungen finanzierte Pensionszusagen mit 40 Prozent die verbreitetste Form, in kleineren Firmen dagegen dominiert die Direktversicherung.

Bei der Unfallversicherung hat sich gegenüber den Vorjahren kaum etwas geändert. 60 Prozent der Führungskräfte und 20 Prozent der Fachkräfte erhalten von ihrem Arbeitgeber eine Unfallversicherung auch für den privaten Bereich.

Die Gewährung von Dienstwagen wird - anders als früher - immer weniger von dienstlichen Erwägungen bestimmt. "Man sieht hier eher eine gute Möglichkeit, vor allem Führungskräften ein steuergünstiges Extra zukommen zu lassen", so Schmidt. Die Vergabe von Firmenwagen in der DV beschränke sich auf Führungsfunktionen und ist bis zu einem gewissen Grad von der Unternehmensgröße unabhängig. Insgesamt erhalten 20 Prozent der Führungskräfte und 15 Prozent der Fachexperten einen Dienstwagen. Der durchschnittliche Anschaffungspreis liegt laut Kienbaum-Berechnungen bei zwischen 50000 und 60000 Mark.

Die Studie

274 Unternehmen lieferten Daten von DV-Mitarbeitern aus 32 typischen DV-Berufen. Dargestellt ist in der Studie die Höhe der Jahresgesamtbezüge, die Struktur, die Entwicklung sowie alle wichtigen Zusatzleistungen. Diese Jahresgesamtbezüge setzen sich aus dem Bruttomonatsgehalt pro Jahr, Weihnachts- und Urlaubsgeldern, variablen "Extras" wie Prämien, Tantiemen, Boni oder sonstigen Jahresabschlußvergütungen zusammen. Darin nicht enthalten sind geldwerte Vorteile, wie sie den Berechtigten beispielsweise durch die private Nutzung von Dienstwagen entstehen.

Die Gehaltsstudie "Führungs- und Fachkräfte in der Datenverarbeitung 1998" ist zum Preis von 840 Mark (zuzüglich Mehrwertsteuer) bei der Kienbaum Vergütungsberatung, Erhard Schmidt, Postfach 100552, 51605 Gummersbach, Telefon 02261/703-200, zu beziehen.