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22.10.1999 - 

Telecom 99: Der PC ist out, es lebe das Handy

IT-Prominenz setzt auf die mobile Funkkommunikation

GENF (CW) - Die Zukunft ist mobil, dies war das Credo der diesjährigen Telecom 99 in Genf. Selbst IT-Größen wie Bill Gates kapitulieren mittlerweile vor dem Siegeszug portabler Endgeräte wie dem Handy.

Mit seiner Vision eines "PCs an jedem Arbeitsplatz und in jedem Haus" ist Microsoft-Chef Bill Gates wohl gescheitert. Auf der renommierten Fachmesse Telecom 99 räumte der Software-Tycoon ein, daß er das erste Mal in der 25jährigen Microsoft-Geschichte seine Zukunftsvision revidieren mußte.

Seine neue Vorstellung von der Zukunft demonstrierte Gates in Genf gleich in der Praxis: Er surfte mit einem Windows-CE-basierten Mobiltelefon im Internet. Bei dem Handy, das über einen Farbbildschirm und einen Mikro-Browser verfügte, handelte es sich um einen von Microsoft selbst entwickelten Prototypen. Dieser ist zur gängigen Endgerätegeneration nicht kompatibel. So verwendet Microsoft in seinem Telefon beispielsweise HTML zur Darstellung von Web-Inhalten anstelle der im Wireless Application Protocol (WAP) definierten Wireless Markup Language (WML). Entsprechend gering schätzen denn auch Analysten die Marktchancen der Microsoft-Entwicklung ein und glauben, daß das Produkt vorerst wohl nur bei Netzbetreibern zum Einsatz kommt, an denen Microsoft finanziell beteiligt ist. Dies sind vor allem amerikanische Carrier.

Schenkt man den Worten von Oracle-Chef Larry Ellison Glauben, besteht in Europa kein Bedarf, Microsofts Telefon zu adaptieren, da "Europa gegenüber den USA in der digitalen Funkkommunikation einen Entwicklungsvorsprung von zwei Jahren hat". Das sieht wohl auch Cisco-CEO John Chambers so. Auf der Telecom in Genf offenbarte der Manager, der Know-how normalerweise in Form von Firmenübernahmen zukauft, daß er Interesse an einer engen Partnerschaft oder Kooperation mit Nokia habe. Chambers, der bereits mehrmals Finnland besuchte und sich vor Ort von der Leistungsfähigkeit des Mobilfunkkonzerns überzeugte, sucht nach einem Partner im Wireless-Bereich, um sein Portfolio aus dem klassischen TK- und Glasfasergeschäft zu ergänzen.

Angesichts des Trends zu mobilen Netzen und kleinen Handheld-Geräten sieht Sun-Chef Scott McNealy bereits jene Netzbetreiber als Microsofts von morgen, die die Software auf zentralen Servern vorhalten.