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14.02.2005

IT-Selbständige kassieren mit Augenmaß

Die Auftragslage hat sich deutlich verbessert, aber die IT-Freiberufler bleiben bei ihren moderaten Honorarforderungen.

Die schmerzhaften Einbrüche im Freiberuflermarkt liegen mittlerweile eineinhalb Jahre zurück. Seit Sommer 2003 werden wieder mehr Projekte angeboten, die Auftragslage hat sich für viele IT-Selbständige deutlich verbessert. So meldete das Projektportal Gulp für das abgelaufene Jahr 53814 Projektanfragen, was einer Steigerung von 86 Prozent gegenüber 2003 entspricht. Diesem Aufschwung scheinen viele IT-Freiberufler nicht recht zu trauen. Sie warten ab und halten sich mit höheren Honorarforderungen bisher zurück. Den Schluss legt die jüngste Gulp-Analyse nahe, welche die geforderten Stundensätze der 50000 registrierten IT-Freiberufler untersuchte.

Stundensatz beträgt rund 64 Euro

In Deutschland setzt der selbständige IT-Spezialist derzeit durchschnittlich 64 Euro pro Stunde für seine Leistung an - im Vergleich zum vergangenen Februar ist das ein Rückgang um zwei Euro. Vor zwei Jahren lag der statistische Stundensatz sogar noch bei 71 Euro. In diesen höheren Regionen sind heute nur noch Projektleiter, Berater oder erfahrene Freiberufler mit begehrten Skills, etwa im SAP-Umfeld, zu Hause. Das Gros der IT-Experten, die auf eigene Rechnung arbeiten, sind aber Softwareentwickler, und die müssen sich laut Gulp-Analyse immer noch mit 60 Euro in der Stunde begnügen. "Das drückt natürlich auf den Gesamtdurchschnitt", erklärt Stefan Symanek von Gulp. Auf dem Niveau von 60 Euro finden sich auch die Trainer erneut wieder, während ihre Kollegen aus Qualitätssicherung und Administration bei 58 beziehungsweise 53 Euro angekommen sind.

Dass die Honorare zwar nicht mehr weiter fallen, aber auch noch nicht wieder steigen, hat für Symanek pragmatische Gründe: "Viele Freiberufler, die derzeit gut mit Aufträgen eingedeckt sind, passen bei uns ihr Profil und ihre Honorarforderungen meist erst nach Projektabschluss an." Wie viel ein IT-Experte für seine Leistungen verlangen kann, ist aber auch eine Frage des Standorts. Die höchsten Stundensätze (67 Euro) können im Frankfurter Raum, die niedrigsten (56 Euro) in Dresden, Leipzig und Halle erzielt werden. Dieses starke West-Ost-Gefälle relativiert sich aber, da in den neuen Bundesländern die wenigsten Freiberufler wohnen. Gut im Rennen sind die bayerischen Selbständigen, die in und um München mit 66 Euro in der Stunde rechnen können. In Nordbayern und Nürnberg sind es drei Euro weniger.

Allerdings zeichnen sich regional einige Verschiebungen ab. Lange hatten die Großbanken in Frankfurt am Main mit Abstand den größten Bedarf an Freiberuflern - aber diese Aktivitäten lassen nach, andere Regionen holen auf. Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist Baden-Württemberg. "Hier sitzen viele mittelständische Firmen aus der Automobilzulieferindustrie, die vor allem für die hardwarenahe Programmierung freiberufliche Entwickler brauchen", sagt Symanek.

Daneben beeinflussen auch Alter und Berufserfahrung die Honorare entscheidend. So zeigt die jüngste Gulp-Analyse, dass die Freiberufler ab zehn Jahren Berufserfahrung ihre Stundensätze deutlich anheben und statt 59 nun 66 Euro verlangen. In den Augen der Projektanbieter reichen dagegen fünf Jahre Berufserfahrung aus, um mehr zu bezahlen (65 statt 48 Euro). Allerdings unterschieden die Projektanbieter im weiteren nicht mehr, ob jemand fünf oder 20 Jahre Erfahrung besitzt. Insgesamt zeigt sich, dass immer mehr erfahrene Freiberufler im Geschäft sind. Dazu Symanek: "Mittlerweile können 55 Prozent aller IT-Freiberufler 15 Jahre und mehr einschlägige Berufserfahrung vorweisen. In der Regel sind die IT-Profis erst fest angestellt, bevor sie sich selbständig machen. Nur die wenigsten wagen gleich nach Studium oder Berufsausbildung den Schritt in die Freiberuflichkeit."