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12.06.1998 - 

"Baan-Kompetenz" soll durch Akquisitionen erworben werden

IT-Service-Spezialist TDS plant Aufstieg in die Weltliga

Günter Steffen, nunmehr Vorstandsvorsitzender der neuerdings als TDS Informationstechnologie AG firmierenden vorherigen TDS GmbH, steht mächtig unter Dampf. Am 26. Juni findet unter der Konsortialführung der Dresdner Kleinwort Benson der Börsengang am Neuen Markt statt, und nach der Emission steht die "nachdrückliche Expansion in Europa und den USA" auf der Agenda. "Wenn wir uns nicht international aufstellen, werden wir auf Dauer Kunden verlieren", begründete Steffen auf der Bilanzpressekonferenz 1997 die Internationalisierungsstrategie des Unternehmens.

Einen ersten Schritt haben die Heilbronner diesbezüglich bereits unternommen. Zusammen mit dem Schweizer Beratungshaus Multivision wurde Ende vergangenen Jahres die TDS Multivision AG gegründet, die den eidgenössischen Anwenderunternehmen R/3-Outsourcing anbietet. Auf dem anvisierten Weg zum Global Player lassen sich IT-Dienstleister neuerdings aber auch durch General Atlantic Partners (GAP) unterstützen. Die US-amerikanische Investmentgruppe hat sich bekanntlich unlängst mit 20 Prozent an TDS beteiligt. Mit der internationalen Erfahrung dieses Investors im Rücken ist Steffen zuversichtlich, den Aufstieg in die Weltliga der IT-Dienstleister zu meistern. "GAP engagiert sich nur bei Unternehmen, die das Potential haben, weltweit zu einem führenden Anbieter in ihrem spezifischen Marktsegment zu werden", zeigte sich der TDS-Chef stolz. Zudem hätten die Amerikaner in der Vergangenheit bereits mehrfach Unternehmen auf ihrem erfolgreichen Weg zum Global Player begleitet. Unter anderem hält GAP derzeit auch Anteile am SAP-Rivalen Baan.

Unabhängig davon ist der Heilbronner IT-Service-Anbieter, der sich bis dato vor allem als SAP-Outsourcing-Experte für den Mittelstand etabliert hat und über seine Tochtergesellschaften DAT Systemhaus und CHG Systemhaus zusätzlich noch auf die Systemintegration bei Großkunden inklusive PC- und Client-Server-Dienstleistungen spezialisiert ist, auf der Suche nach Übernahmekandidaten. Mit den geplanten Akquisitionen will man, wie es in Stuttgart hieß, insbesondere das SAP-Geschäft weiter ausbauen, gleichzeitig aber auch zusätzliche Servicekompetenz im Bereich betriebswirtschaftlicher Standardsoftware erwerben.

Steffen betonte jedoch gleichzeitig, daß "es sich im SAP-Bereich gut leben läßt". Immerhin steuerte dieser rund ein Drittel zum Gesamtumsatz des Konzerns bei, der sich 1997 auf 166,4 (Vorjahr: 146,9) Millionen Mark belief. Außerdem sei TDS nach einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Input im Mittelstandsmarkt der führende R/3-Outsourcer und liege im gesamten R/3-Outsourcing-Markt auf Platz vier nach Siemens-Nixdorf Business Services (SBS), Debis Systemhaus und IBM. "Doch wir wollen zu SAP noch Alternativen aufbauen", begründete der TDS-Chef den vorsichtigen Richtungswechsel. Dieser dürfte sich zwangsläufig auf Baan zubewegen. Auch wenn sich Steffen zu diesem Thema bedeckt hielt, werden sich die Heilbronner wohl schon bald auf der Suche nach Allianzen begeben. "Wenn man Baan-Know-how im Alleingang aufbauen will, dauert es zu lange, und man verliert zuviel Geld dabei. Deshalb werden wir funktionierende Einheiten mit einer gewissen Masse einkaufen", konkretisierte Steffen gegenüber der COMPUTERWOCHE seine Strategie.

Auch in puncto Umsatz haben die Heilbronner die Meßlatte mittlerweile deutlich höher angesetzt. So stehen für das laufende Geschäftsjahr 1998 195 Millionen Mark im Businessplan. Bislang liegt man im Plan. Im ersten Quartal konnten die Einnahmen gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode um 40,4 Prozent von 37,6 auf 52,8 Millionen Mark gesteigert werden. Doch es liegen auch noch ehrgeizigere Pläne in der Schublade. Schon in absehbarer Zeit will Steffen die Umsatzmilliarde schaffen. "Das will ich gerne noch operativ gestalten und mich dann in den Aufsichtsrat zurückziehen", gibt der 52jährige TDS-Chef freimütig zu.

Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.