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29.10.1999 - 

Investition allein macht E-Commerce nicht erfolgreich

IT-Shops und Fachabteilungen verstehen sich nicht

NEW YORK (IDG) - Wer geglaubt hat, daß IT-Abteilungen mittlerweile die Anforderungen ihrer Kollegen aus den Fachbereichen erfüllen, wird von der Meta Group eines Besseren belehrt. 85 Prozent der DV-Shops, so die Auguren, liegen mit ihren Services daneben.

Im 107. Stockwerk des World Trade Centers präsentierte Howard Rubin, Chefanalyst der Meta Group aus Stamford, Connecticut, den versammelten DV-Entscheidern die Horrormeldung: Obwohl mittlerweile seit Jahrzehnten eine enge Zusammenarbeit von IT- und Fachabteilung gepredigt wird, scheint diese in der Realität eher als Fata Morgana durch die Unternehmen zu huschen. Denn nach Befragungen von 16000 Mitarbeitern aus 6000 Unternehmen in 28 Ländern kann es mit der Kooperation nicht zum Besten stehen: Rund 85 Prozent der Fachbereiche fühlen sich von den eigenen IT-Shops nicht verstanden und schlecht betreut.

Einer der Gründe sei, so Rubin, das langatmige Procedere, mit dem DV-Abteilungen heute noch immer ihre Budgets festlegten. Während sich die Geschäftsprozesse wie Vertrieb, Marketing und Service im Zeitalter des Internet binnen weniger Wochen oder Monate änderten, ließen sich die IT-Bosse oft sechs Monate Zeit, um die Ausgaben für die DV auszuknobeln: "Das ist viel zu lang", konstatiert Rubin. Seine Empfehlung: IT-Manager sollten nur die Basiskosten wie Wartung und weitere feste bekannte Größen planen. Den restlichen Etat sollten sie gemeinsam mit den Fachabteilungen flexibel handhaben wie ein Fonds-Manager das Budget seines Aktienfonds. Zudem sollten die DV-Bosse verstärkt Kontakt zu den Kunden des Unternehmens aufnehmen, um in puncto Customer-Relationship-Management (CRM) auf dem laufenden zu sein.

Meta-Analyst Rubin dämpfte auch die Erwartungen der Anwesenden, daß mit Investitionen in Zukunftstechnologien und Vertriebskonzepte wie E-Commerce ein rasch meßbarer Beitrag zum Unternehmenserfolg erzielbar sei: "Auch wenn Unternehmen üppige Budgets für E-Business bereitstellen, heißt das noch lange nicht, daß sie damit einen Nutzen erzielen." Beispielhaft dafür sei die Branche Anlagen- und Maschinenbau. Obwohl die Betriebe dieses Segments bei Investitionen in E-Commerce 1998 auf Platz sechs von insgesamt 21 Branchen lägen, sei der Gesamtumsatz im gleichen Zeitraum um 22,3 Prozent gesunken.

Es habe sich gezeigt, daß neben großzügigen Haushalten vor allem die Kultur des Unternehmens und der Mitarbeiter sowie der Aufbau der Organisation auf die neuen Geschäftsmodelle, die mit E-Commerce möglich sind, eingeschworen werden müssen, folgert Rubin. Nicht vergessen dürfe man auch die Neu- oder Umgestaltung der operativen Prozesse.