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18.09.2006

IT-Sourcing-Strukturen sind dem Mittelstand noch fremd

Outsourcing ist beliebt. Einkaufsprozesse gibt es selten.
Die meisten Mittelständler überlassen den IT-Einkauf ihrer IT-Abteilung. Seltener als von Analysten erwartet, mischen sich Geschäftsführer ein.
Die meisten Mittelständler überlassen den IT-Einkauf ihrer IT-Abteilung. Seltener als von Analysten erwartet, mischen sich Geschäftsführer ein.

Das Marktforschungshaus IDC befragte 200 mittelständische Unternehmen mit 50 bis 1000 Mitarbeitern und mindestens 50 PC-Arbeitsplätzen nach ihren IT-Sourcing-Strukturen. Insbesondere interessierten sich die Analysten für das Einkaufsverhalten, ob es beispielsweise einen definierten Prozess für die interne und externe Beschaffung von IT-Leistungen gibt. "Unsere These war, dass die Geschäftsführung häufig in die Beschaffung involviert ist", sagte Thomas Reuner, Research Director bei IDC. "Doch das ist nicht so." 70 Prozent der befragen Unternehmen wickeln den IT-Serviceeinkauf über die IT-Abteilung ab, nur selten reden Topmanagement oder Einkauf ein Wort mit (siehe Grafik). Allerdings, so musste Reuner einräumen, wurden vornehmlich IT-Leiter befragt, zudem sind die Ergebnisse nicht repräsentativ. Sie können lediglich Hinweise liefern.

On-Demand kommt nicht an

"Die größte Herausforderung in der Beschaffung ist das Projekt-Management sowie die Ermittlung der Kostenstruktur", beschreibt der IDC-Manager. Das heißt, viele Mittelständler wissen ebenso wenig wie Großunternehmen, wie teuer ihre IT ist. Doch grundsätzlich zeigen die Mittelständler keine Scheu mehr gegenüber den Outsourcing-Angeboten der Dienstleister. Wichtigster Grund ist das Kostensparen - auch hier decken sich die Antworten mittelständischer Firmen mit denen großer Anwender aus früheren Erhebungen. Keine Rolle spielt derzeit jedoch der Wunsch nach Flexibilisierung der Kosten: Die Firmen haben kein Bedürfnis, IT-Mitarbeiter zu übergeben und IT-Assets zu verkaufen.

Erstaunlicherweise zeigen die befragten Firmen kaum Interesse an Mietsoftware und On-Demand-Services. Lediglich fünf Prozent nutzen derzeit entsprechende Angebote, nur ein weiteres Prozent plant innerhalb der kommenden zwei Jahre einen Einsatz. Der Rest ist nicht interessiert.

IT-Leiter als Vorbereiter

"Das Konzept ist nicht angekommen, wir hören viel von Anbietern und wenig von Anwendern", schilderte Reuner die Marktsituation. Das ist überraschend, denn die Provider haben Mietangebote insbesondere für mittelständische Kunden entwickelt. "Das Modell ist nicht gescheitert, die Anbieter müssen sich aber noch viele Gedanken über ein differenziertes Angebot machen."

Ähnlich dürftig ist der Offshore-Zuspruch. Nur zwei der insgesamt 200 Unternehmen beziehen IT-Dienste aus entfernten Ländern. Als Grund für die breite Ablehnung nannten viele der Befragten, ihre IT arbeite effizient. "Das ist eine Schutzbehauptung", winkt Reuner ab. "Die Unternehmen kennen ihre IT-Kosten ja gar nicht." Viele IT-Manager haben sich seiner Einschätzung zufolge nicht mit dem Offshore-Thema auseinandergesetzt.

Nicht immer sind die Antworten schlüssig: So wollen die Anwender zwar günstige, standardisierte und einfache Dienste, interessieren sich aber nicht für ASP, On-Demand und Offshore. Insgesamt, so Reuner, scheinen mittelständische Firmen im IT-Sourcing weniger reif als große Unternehmen. Nur selten gibt es strukturierte Sourcing-Prozesse. Entscheidungen werden häufig ad hoc gefällt, dem IT-Leiter obliegt dabei die Rolle des Vorbereiters. (jha)