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17.11.2000 - 

Pricewaterhouse-Coopers befragt 125 Unternehmen

IT-Systeme sind der größte Hemmschuh bei Fusionen

MÜNCHEN (CW) - Auch wenn in den vergangenen Jahren immer mehr Fusionen und Akquisitionen zu verzeichnen sind, ist die Erfolgsquote gelungener Integrationen keineswegs gestiegen. Wie das Beratungshaus Pricewaterhouse-Coopers in einer Studie feststellt, erweist sich vor allem die Zusammenführung unterschiedlicher IT-Systeme als größtes Hindernis.

Das Fressen und Gefressenwerden von Unternehmen nimmt kein Ende. 1999 stieg der Wert der Firmenzusammenschlüsse und -übernahmen weltweit um über 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und wird auf über 3,4 Billionen Dollar geschätzt. In Europa verdoppelte sich die Zahl sogar und überschritt im vergangenen Jahr die Grenze von 1,2 Billionen Dollar. Auch für dieses Jahr werden wieder Rekordergebnisse erwartet. Angeführt von der Fusion zwischen AOL und Time Warner, die allein rund 180 Milliarden Dollar kostet, wuchs der Gesamtwert bereits im ersten Quartal 2000 auf rund 1,17 Billionen Dollar weltweit.

Doch Masse bedeutet nicht unbedingt Klasse. Die Meldungen über erfolgreich abgeschlossene Firmenzusammenführungen halten sich in Grenzen. Wie das US-Wirtschaftsmagazin "Business Week" ermittelte, ergab eine Untersuchung von 150 Fusionen zwischen 1990 und 1995, dass rund die Hälfte der Firmen am Ende schlechter dastanden als zuvor - zumindest aus Aktionärssicht. Dies hält die Industrie jedoch nicht davon ab, sich weiter dem Fusionsfieber zu ergeben. Begünstigt wird dies nicht zuletzt auch durch den Trend, Aktien als Akquistionswährung einzusetzen.

Wie das Beratungsunternehmen Pricewaterhouse-Coopers (PwC) in einer zum zweiten Mal betriebenen Untersuchung feststellt, geben dabei 76 Prozent der 125 weltweit befragten Unternehmen die Erschließung neuer Märkte als oberstes Ziel an. 72 Prozent argumentieren, mit einer Fusion mehr Marktanteile einheimsen zu können. Und neben dem Zugriff auf neue Produkte (54 Prozent) hat sich in den vergangenen drei Jahren anscheinend auch der Bedarf an qualifiziertem Personal in den Vordergrund geschoben. Gaben 1997 lediglich 33 Prozent der Befragten dies als Antrieb für eine Firmenhochzeit zu Protokoll, so sehen mittlerweile 47 Prozent der Unternehmen in Fusionen auch ein Instrument, die Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Die unter dem Begriff "Synergieeffekt" propagierten Kosteneinsparungen verlieren demgegenüber zunehmend an Bedeutung.

Doch allein durch die Formulierung solcher Ziele ist der Erfolg einer Firmenübernahme nicht garantiert. Denn erst mit Abschluss eines Fusionsvertrages beginnt die eigentliche Herausforderung. Scheinbar völlig unterschätzt wird nach wie vor die Zusammenführung der technischen Ausstattung. Die in den letzten Jahren immer umfangreicher und komplexer werdende IT hat sich mittlerweile zu einem kritischen Faktor für den Fusionserfolg entwickelt. Immerhin 70 Prozent der Befragten stuften Schwierigkeiten bei der Integration der IT-Systeme als größtes Hindernis ein, das in über 50 Prozent der Fälle zu Verzögerungen des Geschäfts geführt habe. Ein Fünftel der Betroffenen führten auch Umsatzeinbußen auf die fehlende Einheitlichkeit der Systeme zurück. Zum Vergleich: Noch vor zwei Jahren sahen lediglich 39 Prozent der Unternehmen in der Zusammenführung der Informationssysteme ein Problem.

Frühzeitige Planung erleichtert die IntegrationAls einen Ausweg aus diesem Dilemma schlägt PwC Geschwindigkeit vor. Die Integration sollte so schnell wie möglich durchgezogen werden, was bedeutet, auch technische Fragen so weit wie möglich bereits in die frühen Planungen mit aufzunehmen. PwC-Experte Jürgen Lehnus vermisst in vielen Prozessen die rechtzeitige Konzentration auf die Umsetzung: "In den Verhandlungen", so Lehnus", geht es meist ausschließlich um betriebswirtschaftliche Kennziffern oder rechtliche Rahmenbedingungen. Konkrete Pläne für die schnelle Umsetzung könnte man viel früher aufstellen, um kritische Faktoren zu identifizieren."

Abb: Nachwehen einer Fusion: Vernachlässigte Faktoren wie IT, Unternehmenskultur oder Verwaltungsvorgänge sorgen oft erst nach dem Zusammenschluß für Probleme. Quelle: Pricewaterhouse-Coopers