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08.08.2003 - 

computerwoche Branchenmonitor gibt Anlass zu zaghaftem Optimismus

IT-Szene macht sich fit für den Aufschwung

MÜNCHEN (CW) - Die jüngste Bilanzsaison und die aktuellen Marktzahlen haben erneut unterschiedliche Eindrücke hinterlassen. Während der Halbleitersektor und der PC-Markt ernst zu nehmende Zeichen der Erholung aufweisen, ist im Softwaregeschäft noch kein Aufschwung in Sicht. Fazit des jüngsten "COMPUTERWOCHE Branchenmonitors": Die Talsohle ist erreicht, doch die IT-Branche tritt noch auf der Stelle.

Gilt sie noch? Die Rede ist von der ungeschriebenen Regel, dass die Stimmung im Halbleitermarkt immer als Frühindikator für die allgemeine Entwicklung in der IT-Industrie gesehen werden kann. Wenn dem so ist, könnte die IT-Branche das Schlimmste hinter sich haben. Gartner und der Branchenverband Semiconductor Industry Association (SIA) sind sich jedenfalls einig: Die Chiphersteller investieren wieder in ihre Produktionsanlagen, richten sich somit auf einen Aufschwung ihres Geschäfts spätestens im kommenden Jahr ein. Zwar schreckte Intel-CEO Craig Barrett vergangene Woche mit einem pessimistischen Ausblick noch einmal kurz die Finanzmärkte. Doch die Prognose des Intel-Chefs, er rechne in diesem Jahr nicht mehr mit einem nennenswerten Anstieg der IT-Ausgaben in den USA, dürfte sich bei näherem Hinsehen relativieren. Erst recht, nachdem der Prozessorgigant Mitte Juli bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen nicht nur mit deutlichen Zuwächsen beim Umsatz und Gewinn glänzte, sondern auch die weiteren Aussichten im Halbleitermarkt "relativ positiv" beurteilte.

Privatkunden kaufen wieder PCs

Grund zum Optimismus bietet eigentlich auch der PC-Markt, der sich weltweit schon seit einem Jahr wieder deutlich auf Wachstumskurs befindet. Laut IDC stiegen im zweiten Quartal die ausgelieferten Stückzahlen gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent auf 33,2 Millionen. Gartner hat gar eine Expansion um zehn Prozent auf 32,8 Millionen ausgemacht. Das ist nach beiden Statistiken der höchste Zuwachs seit Ende des Boomjahres 2000. Auch der deutsche PC-Markt musste sich Gartner zufolge in den zurückliegenden drei Monaten mit einem Plus von 5,5 Prozent nicht hinter dem weltweiten Trend verstecken. Das Problem ist nur: Das Wachstum wird weitgehend vom Privatkundengeschäft getragen; im Enterprise-Sektor warten die Anwender weiter ab. Unverändert spannend dürfte deshalb die Frage sein, wann sich der Investitionsstau im Hinblick auf die Erneuerung vieler Alt-PCs in den Unternehmen auflöst - es wäre geradezu ein Big Bang für die IT-Industrie insgesamt.

Was die IT-Budgets von Anwenderunternehmen angeht, sollte man indes auch im kommenden Jahr nicht mit einem Befreiungsschlag rechnen. Hier gilt: Die Ausgaben wachsen wieder - aber nicht in den Himmel. Die US-amerikanische Investmentbank Goldman Sachs befragte 100 Top-CIOs. Ergebnis: 2004 haben sie 3,5 Prozent mehr Gelder zur Verfügung, die sie bevorzugt in WLANs, Sicherheitssoftware, Storage-Management und Web-Applikationen investieren wollen. Etwas optimistischer gibt sich die CW-Schwesterpublikation "CIO Magazine", nach deren Erhebung die IT-Verantwortlichen damit rechnen, dass ihre Budgets in den nächsten zwölf Monaten um durchschnittlich 5,6 Prozent steigen werden.

Trotzdem ist für den größten Problembereich der IT-Industrie, die Softwarebranche, keine Entwarnung in Sicht. Im Gegenteil: Das britische Marktforschungsunternehmen Ovum sieht hier bis zum Jahr 2006 kein reales Wachstum. Die einzig gute Nachricht der unlängst veröffentlichten Studie "Global Software Survey" lautet: Der Niedergang schwächt sich ab. Vor allem den Einbruch des vergangenen Jahres bezeichnen die Auguren als massiv. Ihren Berechnungen zufolge sackten die weltweiten Einnahmen um fünf Prozent auf 152 Miliarden Dollar ab. Für das laufende Jahr rechnen sie nur noch mit einem Rückgang von 2,5 Prozent. In Wahrheit ist, so Ovum, die Misere aber noch nicht ausgestanden, denn ohne die - zumindest für einige Anbieter - positiven Währungseffekte durch den schwachen Dollar wäre der Rückgang des Marktvolumens auch in diesem Jahr größer.

Die aktuellen Stimmen aus dem Softwarelager hören sich denn auch entsprechend an. SAP-Chef Henning Kagermann stellte zum wiederholten Male fest, dass "die Zeit der großen Deals vorbei" sei und appellierte an die Kunden, nicht nur in Konsolidierungsprojekte, sondern auch in "innovative Themen" zu investieren. Laut Siebel-Gründer und -CEO Tom Siebel sieht es momentan nicht danach aus, "dass sich die IT-Wirtschaft erholen wird". Eine Betrachtungsweise, die aus der Perspektive seiner Company alles andere als ein Wunder ist. Während SAP (und Microsoft sowieso) vergleichsweise ungeschoren durch die Krise kommen, steht dem CRM-Spezialisten aufgrund dramatisch einbrechender Umsätze und Gewinne sowie konstant rückläufiger Marktanteile mittlerweile das Wasser bis zum Hals.

Karl Heinz Achinger indes, interimsweiser Vorstandschef der Software AG (SAG), will zumindest in den USA wieder eine zaghafte Belebung des Geschäfts festgestellt haben, was ihn Ende Juli auf der Halbjahrespressekonferenz für sein Unternehmen zu der Aussage verleitete: "Über die Summe aller Länder haben wir die Talsohle durchschritten." Krise ist eben nicht Krise; nach erfolgter Restrukturierung und strategischer Neuausrichtung sieht Achinger das zweitgrößte deutsche Softwarehaus wieder "voll im Plan". Ansonsten gilt für die Softwareindustrie: Wenn die Kunden sparen, muss man es selbst erst recht! Wenn möglich, auch mit den gleichen Mitteln. Nicht nur für viele IT-Shops in den Unternehmen, sondern auch für Microsoft, Oracle, SAP & Co. ist der Trend zum Offshore-Outsourcing bei der Anwendungsprogrammierung das Thema schlechthin.

Offshore-Outsourcing ist in aller Munde

Konsolidierung ist ein weiteres gutes Stichwort: Nicht im Sinne von IT-Kosten sparen, sondern im Hinblick auf die inzwischen berühmte Gartner-These vom bevorstehenden Shakeout in der Softwareindustrie. Dass dies längst keine bloße These mehr ist, hat der vergangene Juli eindrucksvoll bewiesen. EMC will Legato Systems schlucken, Business Objects übernimmt Crystal Decisions, Hyperion kauft Brio Software, IDS Scheer sichert sich die noch profitablen Assets der finanziell angeschlagenen Plaut-Gruppe. Das Hauen und Stechen ist in vollem Gange, manche (bösen) Zungen sagen auch, das Gesundschrumpfen. So oder so: Die IT-Branche macht sich fit für den Aufschwung. Der kommt nun, glaubt man aktuellen Konjunkturbarometern wie dem Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-Instituts oder der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelten Stimmung unter den Verbrauchern, im Jahr 2004. Wenn nicht, dann halt ein Jahr später. (gh)

CW Branchenmonitor

Die neueste Ausgabe des "COMPUTERWOCHE Branchenmonitors" gibt einen aktuellen Einblick in das Investitionsverhalten der Anwender und die jüngste Entwicklung im weltweiten und deutschen IT-Markt. Anhand der hier zusammengetragenen Daten und Fakten lassen sich der Status quo sowie kurz- und mittelfristige Perspektiven des Marktes ablesen.

Unter anderem finden sich in dem kostenpflichtigen Newsletter Aussagen von Analysten, Verbänden, Investment-Banken, Nachrichtendiensten und Branchensprechern. Ferner werden alle relevanten Geschäftsergebnisse von Unternehmen der Hardware-, Software- und Telekommunikationsindustrie in Kurzform präsentiert. Informationen über den IT-Arbeitsmarkt und branchenrelevante Ereignisse (Messen, Fusionen und Übernahmen, Konjunkturdaten etc.) runden das Angebot ab. Bestellen können Sie den Branchenmonitor unter www.computerwoche.de.