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03.03.2006

IT-Vergütung 2006: Keiner kommt zu kurz

In diesem Jahr steigen die Einkommen der IT-Führungskräfte durchschnittlich um 3,5 bis 3,8 Prozent, wie die Gehaltsexperten von Towers Perrin im Auftrag der COMPUTERWOCHE ermittelten.

Optimismus macht sich breit. Die Konjunktur zieht an, der Branchenverband Bitkom meldet steigende Umsätze seiner Mitgliedsunternehmen, und auf dem IT-Arbeitsmarkt werden die Fachleute wieder stärker nachgefragt. Einige Arbeitgeber fangen sogar schon wieder an, über die fehlenden Spezialisten zu jammern. Der wachsende Bedarf macht sich auch im Einkommen bemerkbar, wie die aktuelle Vergütungsstudie der internationalen Unternehmensberatung Towers Perrin belegt.

Hier lesen Sie …

• welche Trends sich in der Vergütung abzeichnen;

• was Firmen IT-Managern in Deutschland jährlich überweisen;

• was IT-Führungskräfte im europäischen Ausland verdienen.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

567488: CW-Vergütungsstudie vom Herbst 2005;

556999: Gehälter in der High-Tech-Industrie;

556396: Europäische Einstiegsgehälter.

Grund- und Zielgehalt

Das Grundgehalt umfasst alle festen Bestandteile, die nicht durch die Leistung beeinflusst werden. Ein 13. oder 14. Monatsgehalt sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld sind also eingeschlossen. Das Zielgehalt hingegen bildet die Summe aus dem Grundgehalt und variablen Bestandteilen wie Provisionen, Gewinnbeteiligungs-, Management- oder Leistungsboni.

IT-Manager-Gehälter

Die Frankfurter Unternehmensberatung Towers Perrin hat gemeinsam mit der computerwoche zum vierten Mal die IT-Management-Gehälter in Deutschland unter die Lupe genommen. Unternehmen der Hightech-Branche wurden ebenso nach den Einkommen ihrer Führungskräfte befragt wie Anwenderfirmen zu den Salären ihrer IT-Chefs. An der Untersuchung beteiligten sich 110 Firmen, die zu 90 Prozent aus dem IT- und TK-Sektor kommen und zu zehn Prozent aus dem Anwenderumfeld.

Bei den IT-Unternehmen unterteilt die Studie in die Branchen Telekommunikation, Halbleiterindustrie, Softwarehäuser, Hardware und IT-Dienstleistungen. Auf der Anwenderseite berücksichtigt die Studie vor allem Betriebe der Automobil- und Zulieferindustrie, aus dem Maschinen- und Anlagenbau, Finanzdienstleister sowie Chemie- und Medienunternehmen. Abgefragt werden die Gehälter der Unternehmens-, Bereichs-, Abteilungs- und Gruppenleiter, zusätzlich noch die der Key-Account-Manager, Vertriebler und Projektleiter. Zusätzlich hat Towers Perrin die Gehälter in einigen anderen europäischen Ländern untersucht.

Was IT-Führungskräfte 2005 verdient haben

IT-Anbieter IT-Anwender

Branche Telekom Halbleiter Software-Produkte IT-Hardware IT-Dienstleistungen

Gehälter in Grund- Ziel- Grund- Ziel- Grund- Ziel- Grund- Ziel- Grund- Ziel- Grund- Ziel- Tausend Euro vergütung vergütung vergütung vergütung vergütung vergütung vergütung vergütung vergütung vergütung vergütung vergütung

Bereichsleiter 103 118 111 136 109 146 100 120 101 136 100 115

Abteilungsleiter 85 97 89 102 81 100 80 93 85 104 74 86

Gruppenleiter 68 77 74 82 67 85 71 80 77 80 64 69

Key Account Manager 54 93 70 107 55 124 53 112 64 87 n/a n/a

Vertriebsbeauftragter 63 86 53 70 54 99 49 75 58 100 n/a n/a

Projektleiter 72 79 73 75 68 75 75 78 75 73 66 73

"Dieses Jahr gibt es keine wirklichen Verlierer", meint Martin Hofferberth, Experte für IT-Gehälter bei Towers Perrin. Die Unternehmen hätten ihre Hausaufgaben in puncto Umstrukturierung und Umbau beendet und können sich wieder stärker dem eigentlichen Geschäft zuwenden. Hofferberths Auswertungen zeigen, dass im vergangenen Jahr auf allen Hierarchiestufen Zuwächse stattfanden.

Eindeutiger Trend, der sich auch die Jahre davor abzeichnete und sich jetzt wieder bestätigt: Die Grundvergütung steigt nur ganz langsam, der Topf für die leistungsbezogene Vergütung wird größer. Machte die variable Komponente in vielen Unternehmen früher etwa fünf bis sieben Prozent aus, versuchten die Personaler jetzt die Zehn-Prozent-Marke zu erreichen - Ausnahme bleibt nach wie vor der Vertrieb, wo der leistungsbezogene Teil ständig steigt und in vielen Firmen über ein Drittel des Gehalts beträgt.

Nachwuchs erwartet mehr

"Die Betriebe haben ihre Lehren aus der Hype-Zeit des Internets gezogen", sagt Hofferberth. Die hohen fixen Gehälter im Allgemeinen und die exorbitanten Einstiegsgehälter im Besonderen von 45 000 bis 50 000 Euro würden heute nur in Ausnahmefällen gezahlt. Realistischer sei ein Salär um die 35 000 Euro pro Jahr. Aufgabe der Personaler werde künftig sein "für Transparenz und interne Gerechtigkeit zu sorgen". Leichter gesagt als getan.

Schließlich wollen die guten jungen Informatiker, die mit einem niedrigen Gehalt in den vergangenen drei Jahren eingestiegen sind, jetzt einen kräftigen Schluck aus der Gehaltspulle. "Zehn Prozent Plus sind keine Seltenheit", beobachtet Hofferberth. Das gelte aber nicht für die Erfahrenen, die von der Boom-Zeit Ende der 90-er Jahre mit der Jahr-2000-Umstellung bis zu den Internet-Projekten Anfang des neuen Jahrtausends überdurchschnittlich profitierten. Man solle sie nicht ganz vergessen, lautet Hofferberths Vorschlag: "Ein bis zwei Prozent Zuwachs und eine klare Bonusregelung müssen drin sein."

In der Halbleiterindustrie verdienen Bereichsleiter mit 111000 Euro das höchste Grundgehalt - hier und im Folgenden handelt es sich immer um Durchschnittswerte. Es folgen ihre Kollegen in den Softwarehäusern mit 109 000 Euro und in der Telekommunikationsindustrie mit 103 000 Euro Jahresgehalt. Schlusslicht sind die IT-Dienstleister, Hardware- und Anwenderfirmen, die ihren Bereichsleitern rund 100 000 Euro im Jahr bezahlen. Anders sieht die Reihenfolge aus, wenn neben dem Grundgehalt auch die variablen Anteile eingerechnet werden (siehe Kasten "Grund- und Zielgehalt"). Beim Zielgehalt liegen die Bereichsleiter der Softwareindustrie mit 146 000 Euro Jahresgehalt vorn, gefolgt von denen der Halbleiterbranche und den IT-Dienstleistern mit 136 000 Euro. Schlusslicht sind die Anwenderunternehmen, wo ein Bereichsleiter auf 115 000 Euro Zielgehalt im Jahr kommt.

In der Gruppe der Abteilungsleiter sind die Gehaltsunterschiede deutlich größer: Die Zahlen liegen zwischen 74 000 Euro Grundgehalt beim Anwenderbetrieb und 89 000 Euro in der Halbleiterindustrie. Abteilungsleiter verdienen also deutlich weniger als Bereichsleiter und können sich, auch wenn sie den vollen variablen Anteil bekommen, nicht so stark verbessern. Entsprechend geringer fällt für Abteilungsleiter der variable Anteil aus.

Der Gruppenleiter, eine Hierarchiestufe unterhalb des Abteilungsleiters, bewegt sich mit seinem Grundgehalt im Durchschnitt zwischen 64 000 Euro (Anwender) und 77 000 Euro (IT-Dienstleister). Er verdient damit etwa zehn (Hardware) bis 20 Prozent (Halbleiter) weniger als sein direkter Vorgesetzter.

Gute Nachrichten für Projektleiter

Je niedriger der Mitarbeiter in der Hierarchie steht, desto geringer fällt der variable Anteil seines Gehaltes aus. Im Durchschnitt haben etwa Gruppenleiter einen variablen Anteil von zehn Prozent, Ausreißer ist die Softwareindustrie, in der der variable Anteil rund ein Viertel des Zieleinkommens ausmacht.

Im Gegensatz zum Vorjahr gibt es bei den Projektleitern diesmal kein böses Erwachen. Deren Gehälter gingen in der vergangenen Auswertung um bis zu zehn Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum zurück. Die Spanne reichte von 61 000 Euro in Anwenderfirmen bis zu 70 000 Euro in der Hardwarebranche. Towers Perrin erklärte diesen Rückgang damit, dass Projektleiter zu den Hauptschuldigen für die in den letzten Jahren gescheiterten Projekte gemacht und teilweise ausgetauscht wurden. Nun hat sich aber auch für diese Gruppe die Lage entspannt, und die Gehaltszuwächse liegen im hohen einstelligen Bereich. Sie beginnen bei 66 000 Euro in Anwenderunternehmen und reichen bis 75 000 Euro bei Hardwarefirmen und IT-Dienstleistern.

Großes Gefälle in Europa

Vergleichsweise niedrig sind traditionell die Grundgehälter der Key-Account-Manager und der Vertriebler, dafür erreichen sie hohe Zieleinkommen. Erstere verdienen grundständig zwischen 53000 Euro bei Hardwareanbietern und 70000 Euro in der Halbleiterindustrie, können aber, wenn sie alle variablen Vergütungen erhalten, ihr Einkommen mehr als verdoppeln, beispielsweise im Softwarehaus von 55000 auf 124000 Euro. Die Verkäufer verdienen weniger als die Key-Accounter. Im Grundgehalt macht sich dieser Unterschied kaum bemerkbar - mit Ausnahme der Halbleiterindustrie, in der er rund 30 Prozent beträgt. Im Zieleinkommen sind jedoch Differenzen bis zu 50 Prozent in der Halbleiter- sowie Software- und Hardwarebranche zu beobachten.

Towers Perrin hat zusätzlich die Gehälter der Führungskräfte in Unternehmen mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro denen mit einem Umsatz von weniger als 300 Millionen Euro gegenübergestellt. In dieser Auswertung konnten auch die Unternehmensleiter berücksichtigt werden. Der Firmenchef im Mittelstand darf 143000 Euro Grundgehalt nach Hause nehmen, was einem Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Sein Kollege im Konzern erreicht im Durchschnitt 260 000 Euro im Jahr. Gewaltig ist der Unterschied vor allem beim variablen Gehalt. Im Mittelstand macht er rund 40 Prozent aus, das heißt, der Chef kann sein Salär auf 200000 Euro aufbessern. Im Großunternehmen beläuft sich der durchschnittliche Aufschlag auf 70 Prozent, so dass Topmanager durchschnittlich 435 000 Euro kassieren.

Im mittleren Management unterscheiden sich die Gehälter zwischen großen und kleinen Unternehmen weniger. Während die Spanne beim Bereichsleiter noch 60 Prozent ausmacht, liegt sie beim Abteilungsleiter bei 20 und beim Projekt- und Gruppenleiter bei rund zehn Prozent.

Keine Überraschung dürfte sein, dass ältere Manager in der gleichen Position mehr verdienen als ihre jüngeren Kollegen. Auf Bereichsleiterebene macht der Unterschied zwischen einem 30-Jährigen (Grundgehalt 82000 Euro) und einem 50-Jährigen 40 Prozent aus. Bei einem Gruppenleiter ist diese Differenz schon wesentlich kleiner. Der 30-Jährige verdient 64000 Euro im Jahr und sein 50-jähriger Kollege 11000 Euro mehr.

Untersucht wurde auch die Frage, in welcher Stadt die höchsten Gehälter gezahlt werden. Hier gab es einen Platztausch. Lag in der vergangenen Auswertung Frankfurt am Main auf Platz eins, so belegt jetzt München die Spitzenposition. Die Gehaltsdifferenz macht laut Towers Perrin rund fünf Prozent aus. Nochmals drei bis fünf Prozent weniger verdienen die IT-Chefs in Düsseldorf und Stuttgart, und drei Prozent darunter sind die Einkommen in Hamburg.

Im europäischen Vergleich steht Deutschland gut da. Towers Perrin spricht von einem Vier-Klassen-System. Topverdiener sind die Schweizer. Ein eidgenössischer Unternehmensleiter darf sich auf ein Grundgehalt von 270000 Euro (Zielgehalt 449000 Euro) freuen, der Abteilungsleiter erreicht noch 104000 Euro Jahressalär (Zielgehalt 124000 Euro). Zur zweiten Klasse zählt Towers Perrin die Länder Deutschland, Dänemark und Österreich, in denen ein Abteilungsleiter-Grundgehalt bei 82000 bis 84000 Euro im Jahr liegt.

Österreicher holen auf

Bemerkenswert, dass unsere österreischischen Nachbarn den spektakulärsten Sprung nach vorne gemacht haben mit einem über zehnprozentigen Zuwachs. Schlechter gestellt sind die Franzosen und Holländer, die zur dritten Kategorie gerechnet werden. Die Abteilungsleiter in diesen Ländern kommen auf 72000 Euro Jahresgehalt. Zur vierten Kategorie zählen die neuen osteuropäischen EU-Mitglieder wie Tschechien und Polen. In diesen Regionen erreichen die Abteilungsleiter Saläre von rund 48000 Euro im Jahr.