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23.07.1999 - 

COMPUTERWOCHE und Professor Scholz starten Gehaltsstudie

IT-Vergütung im Test: Wer verdient am besten?

MÜNCHEN (CW) - Transparenz in den Gehaltswirrwarr für IT-Profis bringt die COMPUTERWOCHE mit ihrer Studie zu IT-Gehältern, die Christian Scholz, Professor an der Universität Saarbrücken, ausarbeitet. Einsendeschluß ist der 1. September 1999, die Ergebnisse werden auf der Münchner "Systems" vorgestellt. Eingeladen daran teilzunehmen sind alle Computerfachleute, aber auch ganze Unternehmen.

Auf der Suche nach interessanten Informationen zu IT-Gehältern fühlte sich der CW-Redakteur an die Geschichte vom Struwwelpeter-Erfinder Heinrich Hoffmann erinnert. Als dieser für seine Kinder kein Weihnachtsgeschenk fand, ging er nach Hause und malte und schrieb das bis heute wohl bekannteste deutschsprachige Kinderbuch.

Keine Gehaltsstudie konnte den CW-Redakteur bisher so richtig begeistern, so daß die COMPUTERWOCHE nun selbst einen Anlauf nimmt und gemeinsam mit Christian Scholz einen Fragebogen ausgearbeitet hat.

Es gibt noch mindestens einen zweiten Grund für diese Untersuchung: die zahlreichen Anrufe in der Redaktion, die oft mit der vorwurfsvollen Frage enden: Haben Sie denn keine eigene Studie? Sowohl Bewerber als auch Personaler sind auf der ewigen Suche nach den letzten Wahrheiten zum Thema Gehaltsfindung.

Das überrascht nicht. Die überhitzte Situation auf dem Arbeitsmarkt mit - je nachdem, welchen Zahlen man Glauben schenken darf - 40 000 bis 70 000 unbesetzten Stellen - erlaubt vor allem Bewerbern, beim Thema Vergütung in die Offensive zu gehen. Absolventen mit guten Computerkenntnissen fordern nicht selten um die 80000 Mark Jahresgehalt. Und kaum haben sie die ersten Monate Berufserfahrung hinter sich, möchten sie, daß es zügig über die 100000er Grenze geht.

Personaler meinen dagegen, daß es für die optimistischen Gehaltsvorstellungen keine Gründe gebe. Denn schließlich kämen die meisten jungen Leute frisch von der Hochschule, zwar mit Erfahrungen aus Praktika, mehr aber auch nicht. Und auch die vielzitierte Sozialkompetenz könnte bei den Berufseinsteigern besser sein, monieren die Arbeitgeber.

Jürgen Herget, Personalberater in München, beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Es drehe sich zuviel ums Geld, und gerade in der IT-Branche habe das Jobhopping zugenommen.

Er warnt all diejenigen Computerexperten, die diese Situation ausnutzen und alle paar Monate bei einem neuen Arbeitgeber anheuern. Spätestens nach der Konsolidierung in der IT-Branche würden diese Unsteten die Verlierer sein, denn "sie haben nicht gezeigt, daß sie was können".

Seiner Interpretation nach verlassen diese IT-Reisenden das Unternehmen, sobald es anstrengend wird; sie seien nicht bereit, Konflikte auszuhalten. Irgendwann komme aber die Stunde der Wahrheit, in der die IT-Wanderer sich beweisen müßten, und dann gelte es, sich von den hohen Gehältern zu verabschieden.

Mit ihrer Studie verfolgen die CW und Scholz das ehrgeizige Ziel, möglichst genau zu eruieren, welches Technik-Know-how in welchem Maße das Einkommen beeinflußt. In kaum einer anderen Branche spielen vom Markt nachgefragte Kenntnisse eine so große Rolle bei der Gehaltsfindung wie in der IT-Welt. Denn Programmierer ist nicht gleich Programmierer und SAP-Berater nicht gleich SAP-Berater. Die R/2-Spezialisten, die noch vor einigen Jahren stark gesucht waren und bis zu 180000 Mark verdienten, müssen heute wesentlich kleinere Brötchen backen. Wenn sie den Umstieg auf R/3 nicht schaffen, ist es mit der Herrlichkeit sowieso vorbei.

Ziel der Studie soll sein, für mehr Transparenz auf dem Vergütungssektor zu sorgen, damit beide Seiten, Personaler und IT-Mitarbeiter, einander besser verstehen. In puncto Transparenz soll es in einigen US-Firmen so weit sein, erzählen amerikanische Berater, daß das Höchstgehalt, das man in der jeweiligen Position erreichen kann, im Intranet steht.

Während Firmen hierzulande oft mit Gehaltsbandbreiten operieren - es darf kein Mitarbeiter aus dem Rahmen fallen, denn das bringt Unruhe -, sind die Unterschiede in den USA zum Teil riesig. So kann es mal passieren, daß ein NT-Administrator bei ei- nem E-Commerce-Unternehmen 20000 Dollar im Jahr mehr verdient als ein Kollege, der um die Ecke bei einem Anwender arbeitet. Dies hängt nach Angaben von US-Vergütungsberatern vor allem von der Bedeutung der IT im jeweiligen Unternehmen ab.

Nun fangen auch in Deutschland Firmen an, über neue Modelle nachzudenken und beispielsweise mehr auf variable Gehaltskomponenten zu setzen. Anwenderunternehmen gehen sogar soweit, daß sie ihre IT-Abteilung auslagern, um nicht mehr von der Vergütungsstruktur des Mutterkonzerns abhängig zu sein und um attraktive Gehälter zahlen zu können.

Interessant wird die Studie sicher auch unter einem Aspekt, der bisher nur am Rande eine Rolle spielte: die finanzielle Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen. Seit immer mehr junge IT-Firmen den Neuen Markt stürmen, sind diese für DV-Profis attraktiv geworden. Diese Betriebe bieten nämlich Aktienoptionen, also die Chance, zusätzlich zum eigentlichen Gehalt zu kommen.

Der Fragebogen ist auf den Seiten 77 und 78 abgedruckt oder auch über das Internet http://www.internetbefragung.de/ CW abrufbar. Er richtet sich sowohl an Einzelpersonen als auch an Unternehmen. Für inhaltliche Fragen stehen Frau Maria Scholz unter der E-Mail-Adresse Maria. Scholzinternetbefragung.de und Hans Königes von der CW-Redaktion unter der E-Mail-Adresse hkoeniges computerwoche.de. zur Verfügung. Einsendeschluß ist der 1. September 1999. Selbstverständlich werden alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten und die Fragebögen - inklusive der Anschriften - nach Ende der Untersuchung vernichtet. Die Angaben werden ausschließlich in anonymisierter Form ausgewertet.

Die ersten Ergebnisse der Studie werden auf der Münchner Computermesse "Systems" im Rahmen der CW-Veranstaltung Jobs & Karriere am 18. Oktober 1999 vorgestellt.