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10.05.2005

IT wird zur reinen Dienstleistung

Die Ära des Corporate Computing geht zu Ende, prophezeit Nicholas Carr.

Die Informationstechnologie wird nicht mehr zu den Aktiva von Anwenderunternehmen gehören, sondern als Service von externen Versorgungsunternehmen bezogen." So lautet die jüngste These, die Nicholas Carr, Autor des Bestsellers "Does IT Matter?", in seinem neuen Essay "The End of Corporate Computing" aufstellt.

Die IT befinde sich in einem ähnlichen Wandlungsprozess, wie ihn die Energieerzeugung vor einem Jahrhundert durchlaufen habe, führt Carr die aus seinen früheren Thesen bereits vertraute Analogie erneut an. Nur zögerlich hätten die Unternehmen damals ihre hauseigenen Generatoren abgeschaltet, um Strom von externen Lieferanten zu beziehen. Analog dazu werde die IT als firmeneigenes Asset allmählich verschwinden und nur noch zugekauft.

Was der Wandel mit sich bringt

Die bevorstehende Transformation vom internen Corporate Computing zum externen "Utility Computing" wird eine größere Umwälzung bedeuten als die Einführung des PC oder das Internet, prophezeit der Autor. Nach der Carrschen Vision wird dieser Wandel sämtliche strategischen und betrieblichen Maximen über den Haufen werfen, die Wirtschaft nachhaltig verändern, Märkte aufmischen und Anwender wie Anbieter vor gewaltige Herausforderungen stellen. Konkretere Anhaltspunkte im Hinblick auf den prognostizierten Wirbel - außer für IT-Unternehmen selbst - liefert er allerdings nicht.

Die drei Kerntechniken

Den Wandel ermöglichen laut Carr folgende technische Errungenschaften: Mittels Virtualisierung ließen sich die Unterschiede zwischen proprietären Plattformen "ausradieren", während das Grid-Computing erlaube, eine Vielzahl von Hardwarekomponenten wie ein Gerät agieren zu lassen. Web-Services standardisierten die Schnittstellen zwischen Applikationen und verwandelten sie so in konfigurierbare Module, beschreibt Carr.

Haben die genannten Techniktreiber die Wirtschaft erst einmal aufgemischt, wird sich die Industrie - gemäß Carrs Zukunftsszenario - aus drei großen Segmenten zusammensetzen:

- Versorger, die Rechenressourcen zentral vorhalten und an die Anwender verteilen;

- eine Vielfalt von Lieferanten, die die Versorger mit Komponenten bedienen;

- Netzbetreiber, die die Infrastruktur für die Datenkommunikation vorhalten und betreuen.

Nicholas Carrs Artikel ist unter www.sloanreview.mit.edu/smr/issue/2005/spring/13/ als PDF für 6,50 Dollar zu beziehen. (kf)