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10.09.1993

Italiener zollen dem DEC-Engagement Tribut Olivetti gibt seine Mips-Linie zugunsten des Alpha-Chips auf

MUENCHEN (CW) - Nun ist es amtlich: Olivetti gibt die Mips-Linie im Workstation-Bereich auf und produziert statt dessen Rechner, die auf dem Alpha-Chip von Digital Equipment basieren.

Schon vor Jahresfrist kamen Spekulationen auf, dass Olivetti bei seiner RISC-Strategie zukuenftig auf DEC als CPU-Lieferant und nicht mehr auf Silicon Graphics/Mips setzen werde. Die Geruechte entstanden Ende vergangenen Jahres, als sich Digital Equipment bereit erklaerte, rund vier Prozent vom Aktienkapital der De- Benedetti-Company zu erwerben. Bis Ende dieses Jahres soll sich der Anteil der Amerikaner verdoppeln.

Von der Entscheidung betroffen ist Olivettis Serie M700, die im April 1992 als "next-generation PC" fuer die Betriebssysteme Unix und Windows NT vorgestellt wurde. Wie ein Sprecher der Olivetti Corp. of Japan erklaerte, wird die Produktion dieser Rechner und auch die Entwicklung von Nachfolgemodellen der M700-Serie eingestellt. Franz-Albert Neuburg, Leiter Hardwareplattformen der deutschen Olivetti-Niederlassung, macht das Auseinanderbrechen der ACE-Initiative, die eine einheitliche Plattform auf Basis der Prozessoren von Mips vorsah, indirekt fuer diese Entscheidung verantwortlich. Hinzu komme, so Neuburg weiter, dass nach der Uebernahme von Mips Computer Inc. durch Silicon Graphics Unsicherheit darueber bestanden habe, ob und in welche Richtung die Mips-Architektur weiterentwickelt wuerde. Ausserdem erfolgte zeitgleich die Vereinbarung mit Digital Equipment, so dass diese strategische Partnerschaft von da an im Vordergrund stand.

Silicon Graphics hat mit

dem Wechsel keine Probleme

Was den deutschen Markt anbelangt, so seien bislang rund 100 Rechner der M700-Serie verkauft worden. Neuburg geht davon aus, dass solche Systeme noch bis Ende des Jahres geliefert werden. Erst ab 1994 sei der Alpha-Rechner, der momentan nur als Entwicklermaschine zu haben sei, fuer den kommerziellen Einsatz geruestet.

Fuer Matthias Ehrlich, Marketing-Leiter von Silicon Graphics, kommt die Olivetti-Ankuendigung nicht ueberraschend, da man nach dem finanziellen Engagement von DEC nichts anderes erwartet habe. Technische Gruende fuer den Wechsel kann Ehrlich nicht erkennen, da naechstes Jahr der schnellste Chip der Welt von Mips/SGI kaeme, und den habe, so der Marketing-Chef weiter, Olivetti schon gesehen.

Zum anderen setze Olivetti offensichtlich auf Microsofts NT als Betriebssystem, und da habe SGI nun wirklich Vorteile gegenueber der Konkurrenz. Microsoft entwickelt NT sowohl fuer Intel- Prozessoren als auch fuer die Mips-Architektur, mit der sich laut Ehrlich auch kostenguenstige Chips entwerfen liessen oder stromsparende Versionen fuer den Einsatz in Notebooks. Die Portierung von NT auf Alpha hingegen muesse DEC aus eigener Tasche zahlen.