Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.08.1997 - 

Einstieg bei Olivetti-Tochter Infostrada wahrscheinlich

Italienische Planspiele der Telekom

Schon auf der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz im Mai und auf der vor wenigen Wochen abgehaltenen ersten Hauptversammlung hatte Telekom-Chef Ron Sommer betont, daß das Unternehmen Beteiligungen in allen wichtigen europäischen Staaten anstrebt. Nachdem sich aber Engagements im britischen und spanischen TK-Markt bis dato als nicht realisierbar oder zu kostspielig erwiesen, gilt nun unter Brancheninsidern Italien als erste Wahl für einen großen Deal.

Auch aus der Telekom-Chefetage selbst wurde seit Monaten immer wieder lanciert, daß man Italien neben Großbritannien und Spanien als einen der europäischen "Kernmärkte" betrachtet. Und seitdem bekannt ist, daß sich die Telekom-Tochter T-Mobil gemeinsam mit dem staatlichen Stromkonzern Enel um die dritte Mobilfunklizenz in Italien bewirbt, gibt es offensichtlich Anlaß zu weitergehenden Spekulationen. Beide Joint-venture-Partner ziehen unter Umständen die Übernahme der gesamten Olivetti-Gruppe in Betracht, um sich deren mittlerweile erfolgreiche Mobilfunktochter Omnitel und damit eine Schlüsselposition im italie- nischen Mobilfunkmarkt zu sichern, hieß es vergangene Woche in Mailänder Börsenkreisen.

Experten bezweifeln jedoch, daß ein Engagement dieser Größenordnung für den deutschen TK-Riesen Sinn machen würde. Zum einen werden Enel und T-Mobil gute Chancen eingeräumt, den Zuschlag für die dritte italienische Mobilfunklizenz zu erhalten - in einem Markt, dem ein enormes Wachstumspotential vorausgesagt wird. Zum anderen sind die strukturellen Defizite des Olivetti-Konzerns hinlänglich bekannt. Die Bonner würden sich einen regelrechten Klotz ans Bein binden. Die notwendige Restrukturierung von Olivetti sei ein finanzielles Faß ohne Boden, und selbst die Zerschlagung des Konzerns und Fortführung lediglich rentabler Unternehmensbereiche wäre für einen neuen Mehrheitsgesellschafter ein Minusgeschäft, heißt es.

Warten auf das Plazet der Infostrada-Aktionäre

Überdies steht den Bonnern seit dem Frühjahr noch eine andere Option offen. Der wichtigste Telekom-Verbündete und Partner im Joint-venture Global One, France Télécom, hat sich mit Olivetti auf eine 49-Prozent-Beteiligung am privaten Festnetzbetreiber Infostrada geeinigt, der sich momentan noch im Mehrheitsbesitz des italienischen IT-Konzerns befindet. Schon bei der Unterzeichnung der Verträge hieß es inoffiziell, daß die Franzosen nur Platzhalter für ihre Joint-venture-Partner Telekom und Sprint seien.

Allerdings sperrt sich dem Vernehmen nach bis dato der US-Carrier Bell Atlantic, neben Olivetti Minderheitsgesellschafter bei Infostrada, nachhaltig gegen einen Einstieg von Global One. Mit Spannung wartet man daher auf eine für den 1. September anberaumte außerordentliche Hauptversammlung, auf der die Info- strada-Aktionäre einer Kapitalerhöhung zustimmen sollen, die wiederum die Chance böte, die Anteilsverhältnisse neu zu ordnen.

Telekom-Sprecher Ulrich Lissek lehnte gegenüber der COMPUTERWOCHE jeglichen Kommentar zu diesen Spekulationen ab. Man könne lediglich die Bewerbung um die dritte Mobilfunklizenz in Italien bestätigen. Alle weitergehenden Mutmaßungen bezüglich Olivetti und Infostrada seien "gegenstandlos".