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HP, IBM und Dell bringen die ersten Systeme

Itanium steht kurz vor dem Start

18.05.2001
MÜNCHEN (CW) - Nach über zwei Jahren Verspätung will Intel am 29. Mai dieses Jahres den Itanium-Chip als ersten Prozessor seiner IA-64-Architektur offiziell vorstellen. Die ersten Rechner mit der neuen Intel-CPU sollen in den nächsten Wochen folgen. Hersteller wie Hewlett-Packard (HP), IBM und Dell haben entsprechende Geräte in ihrer Pipeline.

Die Intel-Verantwortlichen schlagen bei der Premiere ihrer IA-64-Architektur leise Töne an. Den Termin am 29. Mai bestätigen die Manager nur inoffiziell. Außerdem muss sich der Itanium das Rampenlicht teilen. Zeitgleich will der Chiphersteller die erste Generation seiner Pentium-4-Xeon-Prozessoren vorstellen.

Die neue Architektur lasse sich nicht mit herkömmlichen Desktop-Prozessoren vergleichen, erläutert Michael Fister, Intel-Vice-President und General Manager für die Enterprise Platforms Group. Bereits seit Oktober letzten Jahres arbeiteten 6500 Pilotsysteme verschiedener Hersteller im Praxiseinsatz, um die Architektur zu testen und weiterzuentwickeln.

Die erste Generation der Itanium-Prozessoren wird mit Taktraten von 733 und 800 Megahertz arbeiten. Basis der IA-64-Architektur sind die hauseigenen Hauptplatinen "Big Sur" für Zwei-Wege-Maschinen und "Lion" für Vier-Wege-Server. Beide Board-Varianten arbeiten mit Intels "80460GX"-Chipsatz, der sowohl Double-Data-Rate-SDRAM-Module wie Rambus-Bausteine unterstützt. Unterschiede gibt es bei der Größe des Hauptspeichers. Big Sur adressiert maximal 16 GB, Lion bis zu 32 GB Arbeitsspeicher.

Verschiedene Workstation- und Server-Hersteller haben bereits angekündigt, Itanium-basierte Systeme auf den Markt zu bringen. HP will laut Marketing-Manager Jim Carlson eine eigene IA-64-Server-Linie anbieten. Die Rechner sollen unter den Betriebssystemen Windows, Linux oder HP-UX laufen. Die Kalifornier haben eine an IA 64 angepasste Version 1.5 ihres Unix-Derivats HP-UX 11i entwickelt. Anwender könnten Itanium-Maschinen damit in Symmetric-Multiprocessor- (SMP-)Konfigurationen zusammenschalten, erklärt Carlson. Allerdings könne es sein, dass in den ersten Versionen Funktionen wie zum Beispiel Partitionierungs-Features noch fehlen.

Auch IBM plant mit dem Itanium. So sollen in Kürze Ein- und Zwei-Wege-Workstations aus der "Intellistation"-Serie auf den Markt kommen. Im Server-Bereich werden Vier-Wege-Maschinen aus der X-Serie mit dem neuen Intel-Chip folgen.

Der Vorteil der Itanium-CPU gegenüber den Risc-Prozessoren sei ihr Preis-Leistungs-Verhältnis, erklärt Fister. Um dem neuen Intel-Prozessor den Weg in den Markt zu ebnen, haben Manager noch einmal kräftig an der Preisschraube gedreht. Gingen Analysten im letzten Jahr noch von Preisen von deutlich über 3000 Dollar für die kleine Variante mit 733 Megahertz Taktrate und 2 MB Third-Level-Cache aus, soll der Chip laut firmennahen Quellen nun nur zwischen 1000 und 2000 Dollar kosten. Damit liegen die Einstiegskosten für IA 64 im gleichen Bereich wie die der Highend-Xeon-Prozessoren.

Es zählt nicht nur der PreisDoch der Preis allein kann den Erfolg des Itanium nicht garantieren. Andere Faktoren wie die Verfügbarkeit und Performance der Systeme werden eine mindestens ebenso große Rolle spielen. Hier kann Intel bislang wenig Konkretes bieten. Benchmark-Ergebnisse will der in Santa Clara beheimatete Halbleiterhersteller noch nicht herausrücken. Deshalb bleibt noch einiges im Dunklen.

Experten gehen davon aus, dass viele Anwender die Itanium-Systeme nur als Test für IA 64 nutzen werden. Vielerorts spekuliert man bereits auf den Nachfolgechip "McKinley". Laut Fister werden erste Pilotmaschinen mit der zweiten IA-64-Generation Ende des Jahres ausgeliefert. Um die IA-64-Maschine in Gang zu halten, darf sich Intel jedoch keine weiteren Verzögerungen leisten.