Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.10.2001 - 

Markt wächst noch immer - nur langsamer als gewohnt

IuK-Branche jammert auf hohem Niveau

MÜNCHEN (CW) - Trotz Konjunkturschwäche und Investitionsstopps wächst die IuK-Branche weltweit noch immer mit rund sieben Prozent. Vor allem Software und Services behaupten sich als Wachstumsmotor.

Abschwächung oder Normalisierung? Nach Steigerungsraten im zweistelligen Bereich während der vergangenen Jahre muss sich die Informations- und Kommunikationsbranche in Westeuropa nun mit 6,8 Prozent Wachstum begnügen. Das zeigt die aktuelle Studie des Marktforschungsprojekts "European Information Technology Observatory" (Eito), das vom Bitkom getragen wird. Auch für das kommende Jahr rechnet der Branchenverband mit nur sieben Prozent Wachstum.

"Das Leiden findet auf hohem Niveau statt", beschreibt Bernhard Rohleder, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bitkom und Managing Director bei Eito, die aktuelle Lage der Unternehmen, und resümiert: "Der Branche geht es noch immer sehr gut." Sonderkonjunkturelle Einflüsse hätten in der Vergangenheit zu einem sehr hohen Wachstum geführt, das in besonderem Maße von der Telekommunikationsindustrie getragen worden sei. So ist nach Erkenntnissen des Bitkom jedes zweite Handy in Deutschland jünger als zwölf Monate. Eine solche Nachfrage kann nicht von Dauer sein. Daher erwartet Rohleder erst für 2003 wieder ein hohes Wachstum - auch getrieben durch den Wechsel zur nächsten Mobilfunkgeneration UMTS.

Während der Markt für IuK-Equipment in Westeuropa nach einem Wachstum von 13,4 Prozent im Vorjahr auf nur noch 1,9 Prozent in diesem Jahr eingebrochen ist, zeigen sich Software und Services viel stabiler. Der Softwaremarkt steigt auch in diesem Jahr noch um 10,5 Prozent (Vorjahr 13,6) und soll im nächsten Jahr 11,6 Prozent Wachstum verzeichnen. IT-Services erzielen 9,3 Prozent nach 12,8 Prozent im Vorjahr. Auch die TK-Dienste, die für 41 Prozent des Marktes stehen, wachsen noch um 9,1 Prozent. Software und Services machen rund zwei Drittel des gesamten IuK-Marktes in Westeuropa aus.

"Der Anteil von Software und Dienstleistungen wird weiter steigen", erwartet Rohleder und weist darauf hin, dass von diesem Segment auch die Impulse für den Arbeitsmarkt ausgehen werden. "Die Beschäftigungsentwicklung bei Software und Dienstleistungen wird die Effekte im Bereich des IuK-Equipments überkompensieren." Doch trotz der neuen Initiativen im Bereich der Ausbildung und der zurzeit etwas entspannteren Lage auf dem Arbeitsmarkt geht Rohleder davon aus, dass es weiterhin einen Bedarf an hoch qualifizierten Mitarbeitern geben wird. Allein im Bereich Sicherheitstechnologien werden 5000 Experten pro Jahr benötigt. "Wir kommen mittel- bis langfristig nicht ohne eine Ergänzung durch ausländische Fachkräfte aus", ist sich Rohleder sicher. Daher werde die Green Card auch künftig gebraucht.

Deutsches Wachstum geringerIn Deutschland, wo 21 Prozent des westeuropäischen IuK-Umsatzes generiert werden, ist das Wachstum verglichen mit der gesamten Region etwas schwächer. So rechnet der Bitkom in diesem Jahr mit einer Steigerung von 4,6 Prozent gegenüber 10,7 Prozent im Vorjahr, und auch nächstes Jahr sollen nur 4,9 Prozent erreicht werden - in Gesamt-Westeuropa wird mit 7,0 Prozent gerechnet. Ohne die Ereignisse des 11. September, so Rohleder, wäre die Prognose um zwei bis drei Prozentpunkte höher ausgefallen.

Trotz des eher zuversichtlichen Blicks auf die Branche warnt der Bitkom-Mann vor zusätzlichen Belastungen. Insbesondere das neue Urheberrechtsgesetz, mögliche weitergehende Herstellerpflichten bei der Altgeräteentsorgung und Überlegungen zu Rundfunkgebühren für PCs sind dem Branchenvertreter ein Dorn im Auge.

Abb: Markt in Westeuropa

Software und Services machen bereits zwei Drittel des Marktes aus und werden ihren Anteil weiter erhöhen. Quelle: Eito