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20.02.2004 - 

Produktsuite enthält Tools von Obtree und Powerwork

Ixos integriert Web- und Workflow-Technik

20.02.2004
MÜNCHEN (fn) - Die in Grasbrunn bei München ansässige Ixos Software AG hat mit "Ixos 6 Suite" ein Programmpaket vorgestellt, das die vor einem Jahr übernommenen Produkte von Obtree (Web-Content-Management) und Powerwork (Workflow-Software) integriert. Noch ist aber unklar, wie sich die Software von Open Text in die Umgebung einfügen wird. Die Kanadier wollen Ixos übernehmen.

Im Januar 2003 hatte Ixos den schweizerischen Web-Content-Management-Anbieter Obtree sowie die auf Workflow-Software spezialisierte Firma Powerwork aus Kempten gekauft. Wie andere Hersteller im Dokumenten- beziehungsweise Content-Management-Segment wollen auch die Münchner ihr Portfolio erweitern. Die Ixos 6 Suite soll im zweiten Quartal 2004 verfügbar sein.

Zentrales Repository

Bisher hatte sich Ixos mit Dokumenten-Management- und Archivsoftware vor allem im SAP-Umfeld einen Namen gemacht. Die Ixos 6 Suite beinhaltet nun sowohl die bestehende Technik als auch die hinzugekauften Systeme. Grundlage der Suite ist der erweiterte "E-Con-Server", der als zentrales Repository für alle Inhaltstypen dient, die das Produkt verarbeitet. So lassen sich laut Hersteller sowohl eingescannte Dokumente als auch Geschäftsdaten, Office-Dateien und HTML-Content abspeichern. Das Archiv taufte Ixos in "Enterprise Content Repository" um.

Überarbeitet wurde das Metadatenkonzept: Ein neuer, in Java geschriebener Metadaten-Layer ("Context Layer") hält Beschreibungen über die im Repository abgelegten Content-Typen vor. Zudem integriert der Hersteller so die Metadaten von Business-Applikationen wie zum Beispiel SAP R/3 oder Siebel CRM. Damit verabschiedet sich sich Ixos vom bisherigen Metadaten-Konzept, bei dem die technischen Metainformationen im E-Con-Server, die betriebswirtschaftlichen Daten hingegen in der DMS-Applikation abgelegt wurden. Die neue Metadatenschicht lagert beide Informationstypen im zentralen Server. Technische Metainformationen sind beispielsweise Zugriffsrechte oder das Erstellungsdatum, zu den betriebswirtschaftlichen Metadaten zählen bei einem Dokument vom Typ "Rechnung" der Betrag und die Rechnungsnummer.

Externe Such- und Klassifizierungssysteme lassen sich über ein API an den Context Layer ankoppeln. Dazu zählt beispielsweise die Search-Technik des Ixos-Partners Verity, demnächst sollen auch die Suchmaschinen von Open Text integrierbar sein, weitere Details zur Anbindung der Produkte des Herstellers nannte Ixos nicht. Der kanadische Softwarehersteller will den DMS-Spezialisten für 250 Millionen Dollar übernehmen.

Gemeinsames User-Konzept

Auf die Metadaten greifen die Ixos-Module für Dokumenten-Management, Workflow und Web-Content-Management zu. Die drei Systeme wurden so aufeinander abgestimmt, dass sie beispielsweise ein gemeinsames Berechtigungskonzept verwenden. Dies ist unter anderem erforderlich, um dokumentenbasierende Arbeitsabläufe im Sinne des Business-Process-Managements zu steuern.

Die Programmier-Schnittstellen des DMS-Moduls hat Ixos in ein DMS API zusammengefasst. Dieses Interface soll es sowohl Anwendern als auch Partnerfirmen erleichtern, eigene Software an die Dokumenten-Management-Umgebung anzupassen. Neben den Funktionen wie Lesen, Schreiben sowie Ein- und Auschecken von Dokumenten lassen sich über das API auch Mechanismen zum Abfragen des Dokumententyps sowie zur Dokumentenrecherche aufrufen. Schnittstellen zur Ixos-Suite sind erforderlich, um weitere Fremdsysteme anzubinden. Bereits realisiert hat der Hersteller die Integration von Microsofts "Exchange Server" und "Sharepoint Portal Server", "Lotus Notes" sowie die CRM-Systeme von SAP und Siebel.

Anwender greifen auf die Ixos-Software entweder über eine dedizierte Client-Software oder via Browser zu. Zur Gestaltung der Web-Oberfläche können Firmen das von Ixos bekannte "E-Concert" oder das Web-Content-Management nutzen. E-Concert ist ein grafisches Konfigurations-Tool, mit dem der Administrator die Versionierungsfunktionen einrichtet, Dokumentenklassen bestimmt und Darstellungsoptionen festlegt. Letztere erlauben es, ein simples Web-Interface einzurichten, das beispielsweise die Folder-Struktur im Browser präsentiert. Für Benutzer, die dokumentenbasierende Applikationen auf einer Website oder im Intranet realisieren möchten, offeriert Ixos die Obtree-Technik. Die Web-Content-Software verfügt über ein eigenes Repository mit Caching-Funktionen, das vornehmlich dazu dient, Web-Inhalte zu publizieren. Ob ein Kunde das Obtree-Repository aktiviert, hängt laut Ixos von der Auslastung der Site ab. Prinzipiell könnten die HTML-Seiten auch im zentralen E-Con-Server gespeichert werden, was aber bei frequentierten Sites nicht ratsam ist, da der Repository-Server zu sehr belastet würde.

Die Workflow-Engine erlaubt den Zugriff auf beliebige Dokumente. Über ein grafisches Tool definiert der Anwender Abläufe, wobei er die Benutzer- und Organisationsstruktur des Unternehmens hinterlegen kann. Hier versteht sich Ixos als neuer Wettbewerber des Workflow-Spezialisten Staffware sowie des Content-Management-Anbieters Filenet. Beide bieten allerdings schon seit Jahren solche Systeme an.

Workflow-Optionen

Kunden, deren Content-Management-Aktivitäten sich in erster Linie in einer SAP-R/3-Umgebung abspielen, können wie bisher den im ERP-System integrierten "Business Workflow" verwenden, so Entwicklungsvorstand Hartmut Schaper. Meist betreiben Ixos-Anwender auch Lösungen von SAP, jedoch sah sich der Anbieter genötigt, selbst Workflow-Funktionen liefern zu können. "Drei Viertel unserer Kunden verlangen von uns ein spezielles Workflow-System", begründete Ixos-Chef Robert Hoog seinerzeit die Powerwork-Übernahme.

Open Text fehlt noch

"Ixos hat zwar hart an der Integration gearbeitet, aber Filenet hat die Nase vorn", beurteilt DMS-Experte Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Project Consult aus Hamburg, die Softwarestrategie des Anbieters. Das Portfolio des Mitbewerbers sei runder, ausgereifter und länger am Markt. Den Münchnern billigt Kampffmeyer zwar zu, ihr Angebot im Bereich Prozess-Management und Web-Content-Management ergänzt zu haben, die große Integration der Open-Text-Produkte stünde allerdings noch aus.

Mit der Erweiterung des Funktionsspektrums will sich der Hersteller einerseits von seinem SAP-nahen Image emanzipieren, andererseits aber auch nicht das traditionelle Geschäft aus den Augen verlieren. Allerdings geraten Archivanbieter nach Ansicht Kampffmeyers zunehmend unter Druck, weil Storage-Spezialisten wie beispielsweise EMC Anwendern von betriebswirtschaftlichen Standardanwendungen mit ihren intelligenten Speichersystemen eine Alternative zu klassischen Archiven bieten könnten.

Da sich die Ixos-Produkte und die von Open Text zum Teil überlappen, fragen sich Kunden, wie es weitergeht. Die Münchner gewähren Anwendern in diesen Fällen eine dreijährige Supportgarantie. Firmen mit Wartungsvertrag können die Ixos-Systeme, für die sie Lizenzen erworben haben, ohne Zusatzkosten auf Ixos 6 migrieren. Nutzer von E-Concert 1.9 können somit auf Ixos DMS 6.0 nebst Enterprise Content Repository umsteigen.

Auf einen Blick

- Ixos will sich als Hersteller von Software zum Enterprise-Content-Management profilieren und sein Image als bloßer Archivlieferant für SAP-Kunden abstreifen.

- Im Gegensatz zu so manchem Konkurrenzprodukt speichert Ixos 6 alle Inhaltstypen in einem zentralen Repository.

- Mit der neuen Produktsuite gelang es Ixos, die erworbene Web-Content- und Workflow-Technik weitgehend zu integrieren.

- Die Produkte von Open Text (die Firma will Ixos kaufen) sind in der Suite nicht berücksichtigt, dazu zählen zum Beispiel die Collaboration-Lösungen.

Abb: Ein Repository für diverse Content-Typen

Die Ixos 6 Suite erhielt ein neues Repository und aufeinander abgestimmte Dokumenten-, Web-Content- und Prozess-Management-Funktionen. Quelle: Ixos Software