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10.09.1999 - 

R/3-Anwenderbasis ist erst zu einem Bruchteil ausgeschöpft

Ixos sieht auch künftig SAP als Wegbereiter für sein Softwaregeschäft

Von Beate Kneuse* MÜNCHEN - Keinen Grund zur Klage hatte die Münchner Ixos AG im Geschäftsjahr 1998/99 (Ende: 30. Juni). Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn konnte der Spezialist für Archivsoftware im SAP-Umfeld deutlich zulegen.

Zufrieden zeigte sich Vorstandschef Eberhard Färber bei der Präsentation der Ixos-Bilanz in München. Die Münchner steigerten den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 67,5 Prozent von 111,7 auf 187,1 Millionen Mark. Davon entfielen allein 119,4 Millionen Mark auf das Geschäft mit Softwarelizenzen, das sich gegenüber den vorjährigen Erlösen von 63,2 Millionen Mark fast verdoppelte. Der Dienstleistungssektor steuerte 49,1 (Vorjahr: 38,5) Millionen bei, die Einnahmen aus den Wartungsaktivitäten kletterten von zehn auf 18,6 Millionen Mark. Gar verfünffacht hat sich der Jahresüberschuß. Hier erzielte Ixos 20 Millionen Mark nach 3,9 Millionen Mark im Geschäftsjahr 1997/98. Dabei räumte Finanzvorstand Vijay Sondhi allerdings ein, von Steuervorteilen profitiert zu haben, die unter anderem die Verlustvorträge aus der Gründung neuer Niederlassungen in Großbritannien, Australien und Japan beschert hätten.

Erst vier Prozent der SAP-Kunden setzen auf Ixos

Mit ihren Dokumenten-Management-Lösungen im R/3-Umfeld hat sich die Ixos AG mittlerweile eigenen Schätzungen zufolge einen Marktanteil von 64 Prozent erkämpft. Dabei sieht Färber für das von ihm zusammen mit den Vorstandskollegen Hans Strack-Zimmermann 1988 gegründete Unternehmen noch ein riesiges Wachstumspotential. Denn von den derzeit weltweit 19300 R/3-Kunden setzen erst vier Prozent auf die Ixos-Software, hieß es. Daß sich die SAP-Lastigkeit für das Unternehmen auf Dauer negativ auswirken werde, glaubt er nicht. Im Gegenteil: "Die SAP hat für uns ein Okösystem geschaffen, in dem wir uns ausbreiten können."

Färber selbst wird das weitere Wachstum fortan nur noch als "Kontrolleur" begleiten. Im November will er in den Aufsichtsrat wechseln und dort den Vorsitz übernehmen. "Mit 57 Jahren sollte man in dieser Branche Platz machen für Jüngere", begründete der Ixos-Vorstandssprecher den für viele Außenstehende überraschenden Schritt. Künftig bestimmen Strack-Zimmermann und Sondhi die Geschicke der Software-Company. Ihre primäre Aufgabe dürfte es sein, Ixos internationaler auszurichten. Zwar erzielten die Münchner im Geschäftsjahr 1998/99 schon 54 Prozent ihres Umsatzes außerhalb Deutschlands, wobei die US-Geschäfte allein einen Anteil von 28 Prozent beisteuerten. Doch auf der europäischen Landkarte gibt es noch einige weiße Flecken. So agiert man sowohl in Nord- als auch in Südeuropa derzeit vorerst über Vertriebspartner.

An Kapital für die Expansionspläne dürfte es den Münchnern nicht mangeln. Denn der doppelte Börsengang am Frankfurter Neuen Markt und an der Nasdaq in New York im Oktober vergan- genen Jahres spülte ordentlich Geld in die Kassen. Färber merkte jedoch an, daß die US-Investoren überraschenderweise lieber in Deutschland kaufen würden. Aber für die Mitarbeiter in den USA und auch die dort angesiedelten Kunden sei die Nasdaq-Notierung wichtig.

Derzeit befinden sich 30 Prozent der Aktien im Freiverkehr. Nach den Vorstellungen von Finanzchef Sondhi soll sich der Free Float aber langfristig auf 50 bis 60 Prozent erhöhen.

*Beate Kneuse ist freie Journalistin in München.