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03.12.1999 - 

Scheidender Vorstandssprecher Färber kritisiert Analysten

Ixos unterstreicht Wandel zur E-Business-Company

MÜNCHEN (gh) - Bei der Ixos Software AG ist alles im Lot. Diesen Eindruck versuchten die beiden Vorstandssprecher Eberhard Färber und Hans Strack-Zimmermann auf der ersten öffentlichen Hauptversammlung des Unternehmens zu vermitteln. Der Spezialist für Archivlösungen im R/3-Umfeld war zuletzt durch ein enttäuschendes erstes Quartal sowie durch Irritationen über das Auslaufen einer Vertriebskooperation mit SAP in den USA in die Schlagzeilen geraten.

Eberhard Färber hatte sich seinen zum Termin der Hauptversammlung angekündigten freiwilligen Abschied vom Amt des Vorstandssprechers und den damit verbundenen Wechsel in den Aufsichtsrat sicher anders vorgestellt. Doch die völlig verhagelte Bilanz für die ersten drei Monate des neuen Geschäftsjahres (siehe CW 43/99, Seite 10) und Spekulationen über einen Hauskrach mit dem großen Partner in Walldorf hatten seiner Company in den letzten Wochen arg zugesetzt. Trotzdem machte der Ixos-Mitbegründer vor den Aktionären gute Miene zum bösen Spiel. Auch er sei über die jüngste Kursentwicklung der Aktie "enttäuscht". Ixos sei und bleibe ein "Unternehmen mit Substanz"; allein das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 1998/99 von knapp 70 Millionen Mark ("ohne Akquisitionen") sei höher gewesen als die Einnahmen "so mancher Highflyer am Neuen Markt".

Damit kritisierte Färber, dessen Nachfolger als Vorstandssprecher, der bisherige Ixos-Finanzvorstand Vijay Sondhi, von der Hauptversammlung bestätigt wurde, indirekt die Finanzanalysten, denen er eine zu kurze Sicht der Dinge unterstellte. Hätte sich ein bereits begonnenes Projekt mit einem Auftragsvolumen in hoher einstelliger Millionenhöhe noch im ersten Quartal fakturieren lassen, hätte auch "dieses unerfreuliche Ergebnis" anders ausgesehen. Der Ixos-Chef machte deutlich, daß der Einbruch im Lizenzgeschäft von rund 22 Prozent, der im ersten Quartal hingenommen werden mußte, mehr oder weniger nur als Betriebsunfall zu werten sei. Einen konkreten Ausblick gab er aber nicht. Neben dem "nicht annähernd gesättigten Markt" im SAP-Umfeld - weltweit sind derzeit nur bei zwölf Prozent aller R/3-Installationen Archivlösungen von Ixos integriert - sei man auch für das E-Business gewappnet.

Färbers Vorstandskollege Strack-Zimmermann fächerte diesbezüglich vor den Aktionären noch einmal die bereits in den vergangenen Wochen publik gewordene Produktstrategie von Ixos auf. Bereits auf der kommenden CeBIT wird demnach eine völlig neue Produktfamilie zur Archivierung XML-basierter Dokumente für den elektronischen Handel vorgestellt. Auch das bisherige Kernprodukt "Ixos-Archive" werde als künftige Basis für ein Komplettpaket zur Verwaltung von E-Business-Dokumenten überarbeitet.

Daß man damit dem langjährigen Entwicklungs- und Kooperationspartner SAP den Fehdehandschuh hinwirft, bestritt Strack-Zimmermann. Beide Unternehmen müßten sich lediglich auf die "veränderte Marktsituation einstellen". Man werde auch in Zukunft "intensiv auf vielen Gebieten zusammenarbeiten". In diesem Zusammenhang sei auch ein zum Jahresende in den USA auslaufendes Vertriebsabkommen mit den Walldorfern völlig falsch interpretiert worden. Der entsprechende Vertrag sei bereits einmal um ein Jahr verlängert worden und werde nun "in gegenseitigem Einvernehmen" gelöst. Die traditionelle Stärke von Ixos sei, so Strack-Zimmermann, immer "eine eigene leistungsfähige Sales-Mannschaft gewesen".