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24.07.1981 - 

Bremer Kaffee-Röster ordern erste deutsche AS 9000 N bei NAS:

Jacobs-Kaffee will nicht auf IBM 3081 warten

BREMEN - Noch nie waren die IBM-PCMs (plug compatible Manufacturers) so gefragt wie heute: Angesichts langer Lieferzeiten und nachlassender Servicequalität sowie eines neuen Kostenbewußtseins des Top-Managements in bezug auf die DV fällt Fremdgehen kaum noch schwer. So kündigte Jet die Bremer Jacobs GmbH ihre seit 1975 installierte 370/158 und orderte die erste deutsche AS 9000 N bei National Advanced Systems (NAS).

Der erste Jacobs-Schritt, von der IBM "etwas abzurücken", wurde bereits Ende 1979 mit dem Einsatz eines Systems AS/5-3 (damals Itel) getan. Die Kapazität der 370/158 war erreicht, und in Stuttgart schlug man zunächst als Zusatzmaschine eine 3031 vor. Seine Entscheidung für die AS/5 begründet DV-Produktionschef Bernd Siegler heute mit einer Einsparung gegenüber der IBM-Lösung von rund einer halben Million Mark. Auch die vom Marktführer vorgeschlagene 3033 stand nach den Worten Sieglers allein wegen des Preises außer Diskussion. Hinzu kam, so Siegler, daß die Maschine über Wasserkühlung verfüge, was die Bremer weitere 500 000 Mark für den Umbau des Rechenzentrums gekostet hätte.

Die Jacobs-DV-Crew hatte seinerzeit auch mit anderen Anbietern geliebäugelt. Aber schnell kristallisierte sich heraus, daß nur eine PCM-Maschine in Frage kam. Dazu Siegler: "Eine Software-Umstellung vorzunehmen, erschien mir bei der Größe unserer Anwendungen außerhalb jeder wirtschaftlichen Betrachtung."

Unerwartet stießen die Bremer mit ihrer AS/5-3 schon bald auf erhebliche Probleme. "Das muß irgendwie eine Montagsmaschine gewesen sein", frotzelt Siegler. Als später eine Online-Finanzbuchhaltung eingeführt wurde, die sich als außerordentlich maschinenintensiv erwies, war die Anlage relativ schnell "zugeschaufelt". Ungeachtet aller Hardware-Macken schwärmt die Jacobs DV-Mannschaft jedoch noch heute von der optimalen NAS(Itel)-Unterstützung.

Trotz der AS/5-Erfahrung entschloß sich DV-Chef Siegler kurzfristig für den Einsatz einer AS/5000 E. Die mit acht MB gerüstete NAS-Anlage wurde daraufhin im März dieses Jahres installiert.

Die Entscheidung für das System AS 9000 N fiel den Jacobs-Managern nun nicht mehr schwer. Zwar würde sich Bernd Siegler nach eigenen Worten bei Gleichwertigkeit von Preis und Leistung nach wie vor für die IBM entscheiden. Aber inzwischen sehe er hier einen krassen Gegensatz: Allein der Preis einer 3081 läge mit 50 bis 100 Prozent über der AS 9000 N. Hinzu käme, daß die Maschine absolut nicht verfügbar sei. "Als die IBM uns klarmachte, daß wir frühestens Ende 1982 mit einer Lieferung rechnen könnten, haben wir freundlich abgewunken", spöttelt Siegler.

Kritik äußert der Jacobs-DV-Chef auch an der IBM-Unterstützung. Es sei für ihn gar nicht mehr einzusehen, daß er für immer schlechter werdenden Service immer mehr Geld bezahlen solle. Mit verstärktem Kostenbewußtsein hätten auch die Unternehmensführungen ihre positive Einstellung zur IBM als Aushängeschild geändert.

Im Rennen um den Jacobs-Auftrag lagen zuletzt noch Amdahl, BASF und Siemens. Amdahl und Siemens konnten Siegler zufolge keine dauerhafte Kompatibilität garantieren, so daß sie vorab ausschieden. BASF - zwar preislich "ungefähr gleich" mit NAS - blieb auf der Stecke, weil letztendlich die bereits vorhandenen Kontakte zu National Advanced entschieden.

Die Installation der AS 9000 N sowie der Abbau der 370/158 sollen im November dieses Jahres vorgenommen werden. Die AS 5000 E wollen die Bremer zunächst als Backup-Maschine behalten.