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19.05.1995

Jacomo-Verfahren ist schneller als ATM und Fast Ethernet US-Schmiede schraubt Massstaebe bei Videokonferenz im LAN hoch

MUENCHEN (CW) - In die Diskussion um High-speed-Netze wie ATM, Fast Ethernet oder Switching-Verfahren platzt nun unversehens ein kleines Start-up-Unternehmen aus Independence, Missouri, mit einem eigenen Vorschlag hinein. In existierenden Ethernets oder Token- Ring-Netzen, so verspricht die Jacomo Corp., lasse sich die effektive Datenrate speziell bei Videokonferenzen auf 264 Mbit/s hochschrauben.

"Wideband Network Adapters", so die Bezeichnung des Verfahrens, wurde von einer Company entwickelt, deren Chef und Gruender Roger Billings sich einst ein Client-Server-Konzept patentieren liess und deshalb noch gerichtlich mit dem Netzwerkgiganten Novell streitet. Seine Kreativitaet scheint durch die Auseinandersetzung jedoch nicht gehemmt, verspricht Billings mit seinem neuesten technischen Einfall doch Leistungen, von denen Konkurrenten noch traeumen: Wideband, so berichtet der Fachinformationsdienst "Computergram", beschleunigt das Tempo herkoemmlicher Ethernet- oder Token-Ring- Installationen auf 330 Mbit/s, von denen Anwender fuer Applikationen wie Videokonferenzen 264 Mbit/s zur effektiven Datenuebertragung nutzen koennen. Erreicht wird diese hohe Geschwindigkeit durch einen unidirektionalen Verbindungsaufbau zwischen Server und Anwender, wodurch die Technik allerdings auf Applikationen beschraenkt ist, die keine bidirektio-nalen Datenstroeme brauchen.

Wideband benoetigt einen separaten Kabelstrang im Netz. In Twisted- Pair-Umgebungen der Kategorie 5 lassen sich redundante Leitungen dazu verwenden, waehrend in Koax- und Glasfaserumgebungen ein zweites Netz eingerichtet werden muss. "Gluecklicherweise", so meint Billings,

"sind in vielen solchen Installationen bereits doppelte Leitungen vorhanden." Zusaetzlich setzt Jacomo mit der Wideband-Technik voraus, dass - aehnlich wie bei Videokonferenzen - identische Daten von vielen Anwendern benoetigt werden. Das Parallelprotokoll verschickt die Informationen gleichzeitig an alle Beteiligten, so dass laut Billings elektronische Sitzungen mit bis zu 600 Teilnehmern moeglich sind.

Billings und seine Crew wollen Wideband zu niedrigen Kosten lizenzieren, um es am Markt zu etablieren. "Wideband soll so populaer werden wie Ethernet", hofft Billings wenig bescheiden. In den Vereinigten Staaten soll das derzeit lediglich als Prototyp verfuegbare Produkt ueber Distributoren verkauft werden, in allen anderen Laendern sucht der Hersteller noch Vertriebspartner, um Wideband nach dem im Sommer anlaufenden Betatest international zum Durchbruch zu verhelfen.