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31.01.1975 - 

Siemens-Service

Jährlich zwölf Millionen

31.01.1975

MÜNCHEN - "Wir sind ein Service-Unternehmen des Geschäftsbereichs Datenverarbeitung", erläutert Dipl.-Ing. Dieter Dropmann (38), Leiter der Siemens-Schule für Datenverarbeitung am Frankfurter Ring. Der deutsche Großkonzern läßt sich diese Service-Leistung jährlich etwa zwölf Millionen Mark kosten: Soviel verschlingt nämlich der Unterhalt der DV-Schule, die mit einhundert hauptamtlichen Lehrkräften, 42 modernen Schulungsräumen, drei Rechenzentren, zwei großen Hörsälen bis zu 1200 Teilnehmer gleichzeitig unterrichten kann und zu den größten DV-Ausbildungsstätten in der Bundesrepublik zählt. Wert der Computeranlagen als Übungsgeräte: Rund 30 Millionen Mark.

Für Kunden und Mitarbeiter

Etwa 55 Prozent des Lehrprogrammes sind vertriebs- und Kunden-orientiert, 45 Prozent des Unterrichtsplanes beziehen sich auf das Siemens-Geräte-Programm (Hardware).

Während die Herstellerspezifische Schulung (Hardware) ausschließlich den Siemens-Mitarbeitern, also beispielsweise den Service und Wartungstechnikern vorbehalten ist, wird die anwendungsorientierte Seite (Software) überwiegend von Teilnehmern aus dem Anwender(Kunden)-Kreis in Anspruch genommen. Und zwar kostenlos. Dropmann: "Das kostet uns alles in allem im Jahr etwa vier Millionen Mark".

Nach Dropmanns Meinung könne der kostenintensive Teil der Ausbildung, im wesentlichen die Vermittlung von DV-Grundlagen, Programmiersprachen und die Systemplanung von öffentlichen DV-Schulen übernommen werden. Die gäbe es allerdings noch nicht in ausreichender Zahl.

Eine Idealvorstellung

Dropmann hat hier eine Idealvorstellung anwinkelt, deren Realisierung bis 1980 wünschenswert, jedoch nicht realistisch sei: "Diejenigen, die anwendungs-orientiert in der Datenverarbeitung tätig sind, sollten keine "reinen" EDV-ler sein, sondern vielmehr eine fundierte Ausbildung in ihrem Einsatzgebiet haben. Zum Beispiel sollte ein Jurist im "Idealfall" soviel DV-Zusatzwissen

mitbringen, daß er zusammen mit einem EDV-Spezialisten eine juristische Datenbank aufbauen kann."

"Prunkstück" der Münchner Schule für Datenverarbeitung - Siemens unterhält noch ein gutes Dutzend weiterer Lehrzentren an anderen deutschen und ausländischen Firmenstandorten- ist das modernst eingerichtete CCTV-Studio (CCTV steht für Closed Circuit Television), das dem Leiter des Bereichs Lernmittel im Medienverbund, Dieter Fleischer (44), untersteht.

Die Audiovisuelle Ausbildung

Hier werden in enger Zusammenarbeit mit den Fachlehrern der einzelnen Wissengebiete Drehbücher, Graphiken, Titel, Supercards und Modelle entworfen und hergestellt. Endprodukte sind TV-Filme für Lehr- und Ausbildungszwecke, die über Video-Recorder abspielbar sind. Diese Filme - mittlere Laufzeit 20 Minuten werden mit entsprechendem Unterrichtsbegleitmaterial zum Selbststudium sowie als unterstützendes und auflockerndes Lehrmedium an der DV-Schule selbst eingesetzt. Fleischer: "Etwa fünf Prozent unseres Lehrprogrammes konzentriert sich auf die Audiovisuelle Ausbildung mittels Video-Recorder."

Im übrigen hat Siemens vor kurzem sogenannte Bildschirmkurse, die im CCTV-Studio produziert wurden und die ursprünglich nur zur Unterrichtung der Siemens-Wartungs-Techniker bestimmt waren, zum kommerziellen Vertrieb freigegeben.

(Computerwoche Nr. 05 vom 11. Dezember 1974).