Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.07.2000 - 

Firmen wollen Auffindbarkeit ihrer Sites verbessern

Jagd auf die Top Ten der Suchmaschinen-Ranglisten

Was für das Musikgeschäft gilt, trifft auch auf Internet-Suchmaschinen zu: Jeder will in die Top Ten. Die Site-Betreiber sind deshalb bemüht, bei bestimmten Stichwörten im Ranking der Search-Engines ganz oben zu landen. Denn nur eine gute Platzierung verspricht hohe Aufmerksamkeit beim surfenden Publikum. CW-Bericht, Frank Niemann

Kaum ein Web-Nutzer sieht die Ergebnisliste eines Suchdienstes nach relevanten Links durch, wenn die Recherche 100 und mehr Einträge zutage förderte. Firmen, die Websites betreiben, sollten dieses Thema daher nicht als Bagatelle abtun: Wie das amerikanische Marktforschungsunternehmen Zona Research herausfand, sind Suchmaschinen das wichtigste Werkzeug für die Recherche im Web. Doch auf den mittlerweile rund zwei Milliarden Internet-Seiten die gewünschten Informationen zu finden kann zur Tortur werden. Nicht minder mühsam ist es für Online-Anbieter, gute Positionen in der Rangliste der Suchmaschinen zu halten. Der Grund: Jede Engine arbeitet nach anderen Verfahren. Zudem ändern die Betreiber die Algorithmen ständig. Wer bei Altavista oder Fireball an der Spitze liegt, muss bei Google oder Excite noch lange nicht gut abschneiden.

Neben den Suchmaschinen gibt es außerdem Anbieter von Internet-Verzeichnissen, beispielsweise Yahoo. Eine Redaktion kümmert sich dabei um die Pflege der Datenbanken; sie berücksichtigt Vorschläge von Surfern. Search Engines betreiben Softwareroboter, Crawler oder Spider genannt, die automatisch das Netz durchforsten. Ständig stellen Site-Betreiber neue Web-Seiten ins Netz - laut dem amerikanischen Marktforschungsunternehmen Cyveillance wächst das Internet täglich um 7,3 Millionen Pages. Suchmaschinen überarbeiten deshalb ununterbrochen ihre Indizes neu.

Dennoch müssen Site-Betreiber nichts dem Zufall überlassen, denn sie können die Ranglisten beeinflussen. Bestimmte Wörter entscheiden bei Suchmaschinen über das Ranking. Wo diese Begriffe auf den Seiten erscheinen und wie oft, sind wichtige Faktoren für eine gute Platzierung in der Ergebnisliste der Search Engines. Die HTML-Seiten sollten daher Wörter enthalten, über die Surfer das Online-Angebot auch finden.

Die Suchmaschine von Altavista beispielsweise zieht für die Bewertung die ersten 200 Begriffe einer Seite heran. Ein Hersteller von Sonnenkollektoren dürfte bestrebt sein, unter dem Suchwort "Solarenergie" zu erscheinen. Die Auswahl der geeigneten Suchbegriffe sollte sich ein Unternehmen wohl überlegen, damit der Schuss nicht nach hinten losgeht. So kann zum Beispiel der Begriff "Partner" - in der Geschäftswelt durchaus gebräuchlich - dazu führen, dass eine Business-Site gemeinsam mit Porno-Anbietern in der Ergebnisliste einer Suchmaschine aufgeführt wird.

Die Betreiber von Suchmaschinen sind bemüht, den Surfern möglichst gute Ergebnisse zu liefern, um solche Pannen tunlichst zu vermeiden - keine leichte Aufgabe, denn einige Site-Besitzer versuchen, durch die Wahl der Wörter sowohl Surfer als auch Suchmaschinen in die Irre zu führen. So kann es vorkommen, dass bei Eingabe des Begriffs "Gebrauchtwagen" die Suchmaschinen die Website eines Garagenherstellers ausspuckt.

Um das Ranking von Sites zu bestimmen, unternehmen Suchmaschinen mehr als nur die Volltextanalyse von HTML-Dokumenten. Sie inspizieren darüber hinaus spezielle Auszeichner (Metatags), mit denen der Web-Designer das Online-Angebot beschreibt. Ein beschreibender Metatag des erwähnten Solartechnikanbieters könnte dann lauten: <META NAME="Description" CONTENT="Firma stellt Sonnenkollektoren her". Ein weiterer wichtiger Metatag definiert Schlüsselwörter (Keywords), unter denen die Seite gefunden werden soll. Damit auch hier dem Missbrauch nicht Tür und Tor geöffnet wird, überprüfen einige Suchmaschinen, ob die Eintragungen in den Metatags auch in den Texten auf den HTML-Seiten vorkommen. Stimmen sie nicht überein, ignorieren sie die Seiten bei der Indizierung.

Metatags nützen aber nur etwas, wenn der Site-Betreiber sie pflegt. Eine Reihe von Software-Tools helfen dabei, den Prozess zu automatisieren. "Metabot" des US-Herstellers Watchfire zählt zu dieser Kategorie. Es dient dazu, Metadaten für alle HTML-Dokumente einer Site zu erzeugen. Mit Metatags ausgestattete Web-Seiten werden nicht nur besser von Suchmaschinen gefunden, sondern lassen sich auch innerhalb eines Unternehmens einfacher kategorisieren. Nach Angaben des Münchner Internet-Systemhauses Media-Solutions, Vertriebspartner von Watchfire in Deutschland, eignet sich Metabot auch dazu, Tags in allen Dokumenten konsistent zu halten. So lässt sich sicherstellen, dass in allen HTML-Seiten die gleiche Copyright-Information erscheint.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Tools, die automatisch überprüfen, mit welchen Keywords eine Site auf verschiedenen Suchmaschinen gefunden wird. Dazu zählt etwa "Topdog" des amerikanischen Anbieters DC Micro Development. Auf diese Weise erhält der Site-Betreiber einen Überblick, wie gut sein Web-Angebot gefunden wird. Das Werkzeug erlaubt es außerdem, Web-Seiten in Suchmaschinen einzutragen. Bis vor kurzem verkaufte Media-Solutions neben den Watchfire-Produkten auch Topdog, hat den Vertrieb jedoch eingestellt, obwohl Steffi Müller, verantwortlich für Marketing und Vertrieb beim Münchner Systemhaus, nach wie vor von dem Tool überzeugt ist. "Der Hersteller kann die Unterstützung, die wir für unsere Projekte benötigen, zur Zeit nicht liefern", begründet Müller die Entscheidung. Nach ihren Erfahrungen sollten deutsche Firmen bei der Auswahl von amerikanischen Softwareprodukten für die Ranking-Kontrolle und das Eintragen von Seiten da-rauf achten, ob diese Funktionen auch wirklich voll die deutsche Sprache unterstützen. Dies dürfte beispielsweise bei dem Eintragungswerkzeug "Promoware" gewährleistet sein: Die Software würde von Iok Internet Services aus Verl entwickelt.

Software für das Pflegen von Metatags, für Ranking-Analysen oder das Eintragen von Web-Seiten sind jedoch nur Hilfsmittel, um eine Site auf Suchmaschinen besser zu positionieren. Nur wenn die Firma sich ständig darum kümmert, die richtigen Keywords und Metatags einzutragen beziehungsweise an die Funktionsweise der Search Engines anzupassen, schneidet das Online-Angebot gut ab. Unternehmen müssen entweder selbst Zeit und Geld investieren, um das Niveau zu halten, oder einen Dienstleister beauftragen.

Auf dieses Geschäft hat sich die in München ansässige Firma Komdat spezialisiert. Deren Online-Service "Totalinfo" umfasst eine Analyse des Ist-Zustandes. Dadurch erfährt der Kunde, wie gut die eigene und die Sites der Konkurrenz bei Suchmaschinen abschneiden. Auf dieser Basis werden die für das Angebot optimalen Schlüsselwörter definiert und die Site-Inhalte gegebenenfalls angepasst. Hierzu verwendet Komdat eine selbstentwickelte Software, die dem Kunden online zur Verfügung steht. Nach der Eintragung der Seiten folgt eine Ergebniskontrolle auf den Search Engines. Gegen eine monatliche Gebühr von 700 Mark kümmert sich Komdat darum, dass die Site auch weiterhin gute Werte bei den Suchmaschinen erreicht, und liefert zudem Daten über Konkurrenten. Die Kosten für die im Vorfeld notwendigen Schritte beziffert Komdat auf etwa 10000 Mark. Für Unternehmen gilt es abzuwägen, ob sich dieser Service rentiert, sprich, wie viel zusätzliches Geschäft generiert wird beziehungsweise wie hoch die Mehreinnahmen für Bannerwerbung sind, wenn mehr Surfer die Site besuchen.

Keine Garantie für ListenplätzeEin anderer Dienstleister ist Suchtreffer AG aus Konstanz. Wie Komdat richtet sich die Firma ausschließlich an Unternehmen und bietet unter anderem einen Ranking-Service an. Für 249 Euro (487 Mark) pro Suchwort und Monat kümmert sich der Anbieter um gute Listenplätze in den zehn wichtigsten deutschen beziehungsweise internationalen Suchmaschinen. Eine Garantie für bestimmte Listenplätze übernimmt Suchtreffer jedoch nicht - was nach Ansicht von Experten auch nicht seriös wäre, da sich Einflussfaktoren im Web und auf den Search Engines ständig ändern. Sich dauerhaft unter den ersten 30 zu halten ist schon ein Erfolg - noch eine Analogie zur Musikbranche.

Abb: Wer im Web gefunden werden will, darf nichts dem Zufall überlassen. Quelle: Suchtreffer AG