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29.10.1999 - 

Gerstner warnt vor schwachen Quartalen

Jahr-2000-Angst drückt die Bilanz der IBM

MÜNCHEN (CW) - Der seit Jahren andauernde Aufschwung der IBM hat einen kräftigen Dämpfer erhalten. Mit einer deutlichen Gewinnwarnung für das laufende und das nächste Geschäftsquartal überraschte die IBM Corp. Kunden und Aktionäre. Vor allem das Hardwaregeschäft verläuft enttäuschend.

Im vierten Quartal 1999 erwartet IBM zirka 15 bis 20 Cent weniger Gewinn je Aktie als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Schätzungen von Marktanalysten, die durchschnittlich einen Profit von 1,33 Dollar je Anteil erwartet hatten, werden damit weit verfehlt.

Die Misere soll sich im ersten Quartal nächsten Jahres fortsetzen, da viele Kunden noch mit den Folgen des Jahr-2000-Problems beschäftigt sind und für große Projekte vorerst kaum die nötige Muße haben dürften. IBM erwartet in diesem Zeitraum einen Gewinn, der sich mit zirka 78 Cent je Aktie auf Vorjahresniveau bewegt - deutlich weniger als die von Analysten prognostizierten 90 Cent.

Im zurückliegenden dritten Quartal lieferte Big Blue ein für IBM-Verhältnisse eher mäßiges Ergebnis ab. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 1,76 Milliarden Dollar. Bereinigt um Sondereinnahmen unter anderem aus dem Verkauf von Teilen der Global-Network-Division an AT&T, blieb ein Profit von 1,69 Milliarden Dollar oder 90 Cent je Aktie - das entsprach den Erwartungen der Marktbeobachter.

Was an der Wallstreet jedoch nicht vorhergesehen wurde, war der relativ geringe Umsatzanstieg von fünf Prozent auf 21,1 Milliarden Dollar. Louis Gerstner, Chief Executive Officer (CEO), sprach denn auch vorsichtig von einem "gemischten" Ergebnis. Sorge bereitet ihm vor allem die andauernde Schwäche im Hardwaregeschäft.

Während der Softwaresektor um acht Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar und der Servicebereich um zwölf Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar wuchs, gab der Hardware-Umsatz nach.

Hier nahm IBM lediglich 8,8 Millarden Dollar ein, rund zwei Prozent weniger als im dritten Quartal 1998. Unternehmensangaben zufolge verlor der Großrechnerspezialist allein im Server-Bereich 29 Prozent der im Vorjahr erzielten Einnahmen. Das Vorsteuerergebnis in diesem Segment fiel sogar um 60 Prozent auf rund 295 Millionen Dollar.

IBM lieferte 18 Prozent weniger Mainframes der S/390-Reihe aus als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Für diesen von Preisverfall gekennzeichneten Markt bedeutete das einen Umsatzeinbruch von 40 Prozent. Auch im AS/400-Business mußte IBM Federn lassen, die Verkaufserlöse sanken um 30 Prozent. Zuwächse im zweistelligen Bereich verzeichnete das Unternehmen dagegen im wiedererstarkten RS/6000Geschäft. Doch im Vergleich zum vorhergehenden Quartal relativiert sich der gute Eindruck, auch hier ist das Wachstum eher mäßig.

Im PC-Geschäft kämpft IBM ebenfalls mit Problemen, wenngleich diese Sparte um elf Prozent zulegte. Die kleinste Sorge dürfte hier das Vorsteuerdefizit der Personal Systems Group sein, das IBM mit 69 Millionen Dollar beziffert. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, als das Minus bei 122 Millionen Dollar lag, ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen. Schlimmer wiegt für IBM, daß der klassische Desktop-Markt nach einem desaströsen PC-Geschäftsjahr 1998 noch immer nicht floriert. Rund 50 Prozent des Hardwarestroms erzeugten gemeinsam die Netfinity-Server sowie die stark gefragten Laptops der Thinkpad-Reihe.

Zu allen Problemen kommt hinzu, daß IBM im Hardwaremarkt gegenüber der Konkurrenz an Boden verliert. Allein in den USA, so berichten die Marktforscher von Dataquest, fiel der Anteil des Unternehmens im PC-Markt im dritten Quartal von 8,9 auf 7,6 Prozent. Im Server-Segment gibt IBM nach Berechnungen der International Data Corp. (IDC) Marktanteile an Sun Microsystems ab - vor allem bei Servern in der Preisklasse von 100000 bis eine Million Dollar. Und selbst im Markt für große Mainframes kann IBM das Wachstumstempo von Sun nicht halten. Erst vor zwei Jahren in dieses Segment eingestiegen, hält Sun bereits einen Marktanteil von zehn Prozent. IBM bleibt zwar mit 47,3 Prozent der mit Abstand größte Player, legt aber deutlich langsamer zu als der Wettbewerber.

Sun und Hewlett-Packard sind von der Jahr-2000-bedingten Investitionszurückhaltung weniger betroffen als IBM. Das liegt vor allem daran, daß sie starke Verkäufe von Unix-Rechnern im Markt für Netzwerk- und Internet-Server verbuchen.

IBM ist mit seinen proprietären Plattformen mehr auf ein florierendes Geschäft mit Applikations- und Datenbank-Servern angewiesen. Dort geht zur Zeit jedoch nicht viel, weil in den meisten Unternehmen wegen des Jahr-2000-Problems auf größere Software- und ERP-Projekte verzichtet wird. Analysten halten die Probleme denn auch für temporär und erwarten ein starkes Geschäftsjahr 2000, weil IBM für das Zeitalter des Electronic Commerce recht gut gerüstet sei.

Im vierten Quartal 1999 erwartet IBM zirka 15 bis 20 Cent weniger Gewinn je Aktie als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Schätzungen von Marktanalysten, die durchschnittlich einen Profit von 1,33 Dollar je Anteil erwartet hatten, werden damit weit verfehlt.

Die Misere soll sich im ersten Quartal nächsten Jahres fortsetzen, da viele Kunden noch mit den Folgen des Jahr-2000-Problems beschäftigt sind und für große Projekte vorerst kaum die nötige Muße haben dürften. IBM erwartet in diesem Zeitraum einen Gewinn, der sich mit zirka 78 Cent je Aktie auf Vorjahresniveau bewegt - deutlich weniger als die von Analysten prognostizierten 90 Cent.

Im zurückliegenden dritten Quartal lieferte Big Blue ein für IBM-Verhältnisse eher mäßiges Ergebnis ab. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 1,76 Milliarden Dollar. Bereinigt um Sondereinnahmen unter anderem aus dem Verkauf von Teilen der Global-Network-Division an AT&T, blieb ein Profit von 1,69 Milliarden Dollar oder 90 Cent je Aktie - das entsprach den Erwartungen der Marktbeobachter.

Was an der Wallstreet jedoch nicht vorhergesehen wurde, war der relativ geringe Umsatzanstieg von fünf Prozent auf 21,1 Milliarden Dollar. Louis Gerstner, Chief Executive Officer (CEO), sprach denn auch vorsichtig von einem "gemischten" Ergebnis. Sorge bereitet ihm vor allem die andauernde Schwäche im Hardwaregeschäft.

Während der Softwaresektor um acht Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar und der Servicebereich um zwölf Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar wuchs, gab der Hardware-Umsatz nach.

Hier nahm IBM lediglich 8,8 Millarden Dollar ein, rund zwei Prozent weniger als im dritten Quartal 1998. Unternehmensangaben zufolge verlor der Großrechnerspezialist allein im Server-Bereich 29 Prozent der im Vorjahr erzielten Einnahmen. Das Vorsteuerergebnis in diesem Segment fiel sogar um 60 Prozent auf rund 295 Millionen Dollar.

IBM lieferte 18 Prozent weniger Mainframes der S/390-Reihe aus als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Für diesen von Preisverfall gekennzeichneten Markt bedeutete das einen Umsatzeinbruch von 40 Prozent. Auch im AS/400-Business mußte IBM Federn lassen, die Verkaufserlöse sanken um 30 Prozent. Zuwächse im zweistelligen Bereich verzeichnete das Unternehmen dagegen im wiedererstarkten RS/6000Geschäft. Doch im Vergleich zum vorhergehenden Quartal relativiert sich der gute Eindruck, auch hier ist das Wachstum eher mäßig.

Im PC-Geschäft kämpft IBM ebenfalls mit Problemen, wenngleich diese Sparte um elf Prozent zulegte. Die kleinste Sorge dürfte hier das Vorsteuerdefizit der Personal Systems Group sein, das IBM mit 69 Millionen Dollar beziffert. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, als das Minus bei 122 Millionen Dollar lag, ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen. Schlimmer wiegt für IBM, daß der klassische Desktop-Markt nach einem desaströsen PC-Geschäftsjahr 1998 noch immer nicht floriert. Rund 50 Prozent des Hardwarestroms erzeugten gemeinsam die Netfinity-Server sowie die stark gefragten Laptops der Thinkpad-Reihe.

Zu allen Problemen kommt hinzu, daß IBM im Hardwaremarkt gegenüber der Konkurrenz an Boden verliert. Allein in den USA, so berichten die Marktforscher von Dataquest, fiel der Anteil des Unternehmens im PC-Markt im dritten Quartal von 8,9 auf 7,6 Prozent. Im Server-Segment gibt IBM nach Berechnungen der International Data Corp. (IDC) Marktanteile an Sun Microsystems ab - vor allem bei Servern in der Preisklasse von 100000 bis eine Million Dollar. Und selbst im Markt für große Mainframes kann IBM das Wachstumstempo von Sun nicht halten. Erst vor zwei Jahren in dieses Segment eingestiegen, hält Sun bereits einen Marktanteil von zehn Prozent. IBM bleibt zwar mit 47,3 Prozent der mit Abstand größte Player, legt aber deutlich langsamer zu als der Wettbewerber.

Sun und Hewlett-Packard sind von der Jahr-2000-bedingten Investitionszurückhaltung weniger betroffen als IBM. Das liegt vor allem daran, daß sie starke Verkäufe von Unix-Rechnern im Markt für Netzwerk- und Internet-Server verbuchen.

IBM ist mit seinen proprietären Plattformen mehr auf ein florierendes Geschäft mit Applikations- und Datenbank-Servern angewiesen. Dort geht zur Zeit jedoch nicht viel, weil in den meisten Unternehmen wegen des Jahr-2000-Problems auf größere Software- und ERP-Projekte verzichtet wird. Analysten halten die Probleme denn auch für temporär und erwarten ein starkes Geschäftsjahr 2000, weil IBM für das Zeitalter des Electronic Commerce recht gut gerüstet sei.