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23.04.1999 - 

EDS muß 100 000 PCs kurzfristig migrieren

Jahr 2000: Windows 95 bringt Anwender in arge Bedrängnis

FRAMINGHAM (IDG) - Überraschend hat Microsoft ein Jahr-2000-Fix für Windows 95 angekündigt. Bis dato beteuerte die Gates-Company stets, das Betriebssystem sei für den Millennium-Wechsel gerüstet. Nun müssen Anwender die teuren Folgen tragen.

Microsoft hat seine rund 125 Millionen Unternehmenskunden von Windows 95 an der Nase herumgeführt. So interpretieren zumindest Marktbeobachter die Mitteilung der Gates-Company, eine Fehlerbereinigung für das Desktop-Betriebssystem anbieten zu wollen. Seit mehr als einem Jahr hatten die Redmonder Probleme des Betriebssystems mit dem Jahr 2000 immer wieder dementiert und Pläne für einen entsprechenden Patch bestritten.

"Wir wollten nicht, daß Anwender falsche Schlüsse ziehen, nur weil Microsoft über etwas nachdenkt", begründet Don Jones, Jahr-2000-Produkt-Manager bei Microsoft, die monatelange Stillhaltetaktik seines Arbeitgebers. "Solange wir uns nicht ganz sicher sind, daß wir ein Update oder Fix zur Verfügung stellen werden, erzählen wir auch keinem etwas davon", verteidigt der Manager den Maulkorberlaß. "Benutzer investieren Millionen Dollar in DV-Konzepte, da möchten wir keine Unsicherheit oder Angst verbreiten."

CIO Rudin wirft das Handtuch

Für den US-Dienstleister Electronic Data Systems Corp. (EDS), wird Microsofts verwirrende Politik teuer. Nachdem der Softwareriese dem Outsourcer eingeräumt hatte, daß Besitzer von Windows 95 aufgrund von Jahr-2000-Schwierigkeiten "mit kleineren Problemen rechnen müssen", deshalb aber kein Patch zu erwarten sei, hatte EDS damit begonnen, seine 100 000 PCs von Windows 95 auf das Jahr-2000-taugliche Release 98 zu migrieren. Eben diesen Umstieg hatte sich der Konzern ursprünglich ersparen wollen.

In einem internen Memo teilte EDS-CIO Gary Rudin seiner Belegschaft - kurz bevor er nach 29jähriger Firmenzugehörigkeit das Unternehmen kommentarlos verließ - mit: "Microsoft konnte uns keine Jahr-2000-Fähigkeit von Windows 95 zusichern." Seine Position soll ab sofort Dan Leffel bekleiden, bislang Manager in Rudins DV-Riege, der zu den Problemen mit der Jahr-2000-Umstellung allerdings keine Stellung nehmen wollte.

Auch Windows 98 braucht einen Patch

Microsoft sieht mit dem Windows-Großkunden EDS keine Probleme. Der Redmonder Konzern habe EDS nach den Worten von Microsoft-Manager Jones zu keinem Zeitpunkt vorgeschlagen, aus Jahr-2000-Kompatibilitätsgründen auf Windows 98 zu setzen: "Normalerweise raten wir zwar Kunden, auf unsere neuesten Betriebssystem-Releases umzusteigen. Dies hat aber nichts mit Jahr-2000-Problemen zu tun."

Für EDS zählt dies alles nichts mehr. In den kommenden acht Monaten bis zum MillenniumsWechsel - so glauben zumindest manche Branchenkenner - sei ein derartiges Migrationsprojekt kaum zu schaffen: "Es ist einfach zu spät, um derart fundamentale Dinge noch zu verändern", kommentiert Gary Banks, IT-Chef beim EDS-Outsourcing-Kunden Xerox. Ähnlich klingt es beim Outsourcing-Konkurrenten Everest: "So etwas kann böse Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen", konstatiert Peter Bendor-Samuel, President des Dienstleisters aus Dallas. Übrigens: In der Zwischenzeit hat Microsoft ein Jahr-2000-Patch für Windows 98 vorgestellt.